Ob Anno oder Die Siedler, in Deutschland haben Städtebau-Simulationen eine lange und durchaus erfolgreiche Tradition. Final zu beurteilen, ob Prospera die fortführt, dafür ist es noch ein wenig zu früh. Aber ich stelle euch das neue PC-Spiel vom Münchner Entwickler Active Fungus Studios einmal genauer vor und verrate euch, mit welchem Twist euch das Team zum angepeilten Release im zweiten Quartal 2027 überzeugen will.
Ab ins 19. Jahrhundert
Dreh- und Angelpunkt von Prospera ist das Zeitalter der Industrialisierung, als die Jahre zwischen 1800 und 1900. Ihr erlebt dementsprechend, wie der Siegeszug der Eisenbahn den Transport von Gütern massiv beschleunigte und die Dampfmaschine in ihrer Hochphase zum Standardantrieb in Fabriken wurde.
Im ersten Trailer zu Prospera bekommt ihr bereits einen guten Überblick:
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Prospera ist deutscher Städtebau zu Zeiten der Industrialisierung
So spielt sich Prospera
Zunächst einmal erstellt ihr euch im Charakter-Editor eine Spielfigur und wählt, wo in der frei begehbaren Spielwelt ihr mit dem Bau eurer Stadt beginnen wollt.
Hier stehen euch übrigens mehrere Szenarien zur Auswahl, die den Härtegrad bestimmen und später für spielerische Abwechslung sorgen sollen. Als Beginner startet ihr beispielsweise in einer Region mit viel Bauland.
Der besondere Twist
Prospera legt viel Wert darauf, euch mitten ins Geschehen zu bringen. Daher werden lediglich neue Gebäude aus der Vogelperspektive platziert. Den Bau übernehmt ihr hingegen selbst und zwar wahlweise aus der Ego-Perspektive oder der Third-Person-Anicht. Kleinteilig Baumstamm auf Baumstamm legen, um eine Holzfällerhütte zu bauen, müsst ihr allerdings nicht. Hier könnt ihr auf komplette Sets zurückgreifen.
Gerade in den ersten Spielstunden, wenn eure spätere industrielle Hochburg noch ganz am Anfang steht und sich nur wenige Arbeiter im Dorf tummeln, müsst ihr auch selbst dafür sorgen, dass ausreichend Waren vorhanden sind.
So müsst ihr beispielsweise Bäume mit der Axt fällen, die Pastinaken vom Gemüsehändler zu euren hungrigen Arbeitern bringen oder auch mal die Blumen gießen, damit sich eure Dorfbewohner im begrünten Dörfchen wohlfühlen. Mit zunehmendem Wohlstand heuert ihr für solche Aufgaben Personal an.
Viele der Gebäude könnt ihr übrigens auch betreten. Allerdings nicht alle. Hier gilt laut Studio-Gründer Jakob Braun die Regel "kann ich im Gebäude etwas Sinnvolles erledigen, dann steht die Tür offen". Wohnhäuser beispielsweise, die lediglich als Unterkunft für eure Arbeiter dienen, bleiben demnach verschlossen.
In vier Stufen zur Industrie-Hochburg
Um aus eurem kleinen Dorf eine vor Industrie florierende Großstadt zu machen, müsst ihr wie in Städtebau-Simulationen üblich, die dringlichen Bedürfnisse und Wünsche eurer Bewohner erfüllen.
Sind das zu Beginn etwa Parkbänke und Pflanzen, verlangt der Pöbel später hochwertiges Porzellan oder will, dass die Zeitung auch schön pünktlich im Briefkasten landet.
Der Fortschritt in Prospera ist dabei in vier Stufen unterteilt und nicht etwa in Epochen. Erfüllt ihr ausreichend Bedürfnisse, wertet ihr eurer Dorf immer mehr zum wichtigen industriellen Standort auf.
Eine grundlegende Story, die euch durch den Fortschritt leitet, die wird es auch geben. Gesehen habe ich davon allerdings noch nichts.
- Auf Stufe 1 baut ihr ein kleines Dorf samt Stadtzentrum, Förster etc.
- Auf Stufe 2 müsst ihr die Spielwelt erkunden, um wichtige Ressourcen und Deko zu finden
- Auf Stufe 3 entstehen dann erste Dampfmaschinen-betriebene Fabriken
- Auf Stufe 4 entspricht eure Stadt der Hochphase der Industrialisierung
Handel samt Zugsystem
Damit ihr an immer neue Ressourcen für den Ausbau kommt, reicht es irgendwann nicht mehr, die Spielwelt zu erkunden. Mit eurem Ersparten gilt es neue Regionen freizuschalten und die unterschiedlichen Produktionsstätten mit einem Schienensystem zu verknüpfen. Dafür kauft ihr entsprechend Züge, in die ihr dann auch selbst steigen und mitfahren könnt.
Genau wie bei den Straßen lässt euch das Spiel beim Bau übrigens freie Hand. Aus strikten Rastern können daher auch geschwungene Versorgungswege werden.
Was hab ich sonst noch erfahren? Achja, ein Wettersystem und Jahreszeiten gibt es auch, die zudem Auswirkungen auf eure Produktion haben. Im Winter liegen die Erträge aus der Landwirtschaft entsprechend brach.
Zudem gibt es ein recht simples Kampfsystem. Mit der Pistole werden bislang allerdings nur Wildschweine und Bären abgewehrt. Kämpfe gegen andere Dörfer soll es hingegen nicht geben.
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