PS5 gekauft & nicht erhalten: Saturn kassiert Abmahnung nach Bestell-Chaos

Viele Kunden und Kundinnen haben die PlayStation 5 bei Media Markt und Saturn vorbestellt, Geld bezahlt, bislang aber keine Konsole erhalten. Nun schaltet sich der Verbraucherschutz ein.

von Linda Sprenger,
17.01.2021 09:20 Uhr

Saturn erhält Abmahnung vom sächsischen Verbaucherschutz. Saturn erhält Abmahnung vom sächsischen Verbaucherschutz.

Nicht alle Spieler*innen, die die PS5 in vergangenen Vorbesteller-Wellen bei Media Markt oder Saturn kaufen konnten, haben ihre Konsole auch erhalten. Unter dem Hashtag #WoBleibtMeinePS5 lassen wartende und enttäuschte Kunden und Kundinnen schon seit Monaten auf den Social Media-Kanälen ihrem Ärger freien Lauf. Nun hat sich die Verbraucherzentrale von Sachsen eingeschaltet und mahnt die Betreibergesellschaft von Saturn.de ab.

Weswegen wurde Saturn abgemahnt? Wegen "unwirksamer Allgemeinen Geschäftsbedingungen, irreführender geschäftlicher Handlungen und verbraucherschutzwidriger Praktiken", heißt es auf verbraucherzentrale-sachsen.de.

Was kann im schlimmsten Fall passieren? Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert Saturn mit der Abmahnung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung auf. Wenn das Unternehmen dieser Aufforderung nicht nachkommt, könnte der Fall vor Gericht landen.

Worum es genau geht?

Vereinfacht ausgedrückt: Kund*innen, die die PS5 bei MediaMarkt und Saturn vorbestellt haben, mussten laut Verbraucherschutz bereits eine Vorauszahlung des vollen Preises tätigen. Das sind 399 Euro für die Digital Edition der Sony-Konsole und 499 Euro für die Laufwerk-Variante.

Das große Problem an der Sache ist nun, dass der Händler danach in vielen Fällen gar keine Eingangsbestätigung der Bestellung abgeschickt hat, also einen wichtigen Zwischenschritt komplett ausließ.

Kund*innen haben eine ordentliche Summe bezahlt, wissen aber nicht, was mit ihrer Konsole ist, wann sie ankommt und ob überhaupt. In Anbetracht der ohnehin schon chaotischen Vorbestellersituation und des nur sehr geringen Kontingents ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Leute danach enttäuscht und wütend zeigen. Sten Wagner, Rechtsexperte von der Verbraucherzentrale Sachsen, erklärt in diesem Zusammenhang:

"Ein Blick in die AGB von saturn.de verrät, dass mit der Zahlung gar kein Vertrag zustande käme. Erst durch den Versand der Ware oder eine Versandbestätigung will saturn.de hier einen Vertrag geschlossen sehen"

Immerhin: Erhalten Kund*innen ihre PS5 gar nicht, zahlt der Händler den vollen Rechnungsbetrag zurück. Jedoch sei laut Verbraucherzentrale unklar, wie lange das Unternehmen das Geld einbehält. Zumal die neue Sony-Konsole auch Mitte Januar 2021 noch als nicht lieferbar auf saturn.de gelistet wird.

Die Verbraucherzentrale bezeichnet das als kundenunfreundlich, "intransparent und unwirksam".

PS5 ausverkauft - wann könnte sie wieder erhältlich sein?

Die PS5 ist aktuell Mangelware und in Deutschland zumindest bei renommierten Händlern nicht zu bekommen. Seit September 2020 gab es drei große Vorbesteller-Wellen sowie eine kleinere Zwischenwelle - bei allen war das Kontingent jedoch stark limitiert und viele Leute gingen leer aus.

Wie das Launch-Chaos genau ablieft, könnt ihr hier nachlesen:

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Wann die vierte Verkaufswelle der PS5 startet, ist offiziell noch nicht bekannt. Neuesten Spekulationen zufolge wird sie Ende Januar 2021 erwartet.

Einen Überblick über die gesamte Verkaufs- und Bestellsituation der PS5 findet ihr in unserer großen GamePro-Übersicht, die wir fortlaufend für euch updaten:

PS5 kaufen 2021: Alle Infos zur nächsten Welle (Update)   574     16

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