Falls ihr in einem gewissen Alter seid, habt ihr womöglich wie ich schon in den 90er-Jahren gezockt. Wisst ihr noch, was eure Spiele damals gekostet haben? Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung mehr.
Ich erinnere mich noch, wie ich neben Spiele-Neukäufen regelmäßig im kleinen, bunt gemischten Second Hand-Elektroladen nach Schnäppchen Ausschau gehalten habe, und dass ich auf Wunschtitel lange sparen musste. Als ich aber gesehen habe, wie viel ich damals tatsächlich für Lucky Luke für das SNES geblecht habe, war ich dann doch verblüfft.
Zocken war auch früher schon ein teurer Spaß
Ich habe zwischen 2005 und 2010 aus Platzgründen gnadenlos entrümpelt und dabei Retro-Konsolen und Spiele zu Schleuderpreisen vertickt. Nur der Mann, der schneller zieht als sein Schatten, blieb davon erst mal verschont. Die Cartridge stand mitsamt ihrer Box noch wesentlich länger als Andenken in meinem Spieleregal.
Neulich habe ich mich gefragt, wo sie inzwischen hingekommen ist, und mich vage erinnert, sie einer Freundin überlassen zu haben, die so schlau war, ihre Konsole zu behalten. Als sie das bestätigte und mir Fotos sendete, war ich wirklich baff:
Auf dem Preisaufkleber ist “129,95 DM” zu lesen. Wenn ich dabei die Inflation mit einrechne, entspricht das heute stolzen 113,40 Euro. Ich dürfte das Lucky Luke-Spiel um das Erscheinungsjahr 1997 herum im Fachhandel gekauft haben, eventuell bei einer Kette wie Media Markt.
Lucky Luke war keine Ausnahme
Jetzt wollte ich direkt wissen, ob die Comic-Adaption besonders teuer war oder ich als Kind einfach nur über den Tisch gezogen wurde. Ein Blick in eine von Fans aufgebaute Datenbank des ehemaligen deutschen Magazins "Video Games" zeigt: Dreistellige DM-Preise waren durchaus die Norm.
Für Donkey Kong Country ist beispielsweise ein Circa-Preis von 130 DM angegeben, genau wie für das erste Mario Kart. Yoshi’s Island soll ebenfalls um die 120 DM gekostet haben und das sind noch nicht mal die teuersten Spiele.
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Neue Spiele im September - Vorschau-Video für PC und Konsolen
Kollege Tobi erinnert sich beispielsweise, wie er ewig auf Conker’s Bad Fur Day für den N64 gespart hat, weil er dafür knapp 200 Mark zusammenkratzen musste. Dazu sei jedoch gesagt, dass Läden in ihrer Preisgestaltung damals noch sehr viel freier waren und es nicht die eine universelle Preisempfehlung gab.
Eine Zeitreise mit spannender Erkenntnis
So oder so ist es für mich in der aktuellen Diskussion um Spielepreise für 80 Euro und aufwärts ein spannender Reminder, wie teuer Spiele damals waren. Das soll keinesfalls heißen, dass ich die derzeitigen Preiserhöhungen bei Spielen und Hardware kleinreden will.
Ganz im Gegenteil: Dass Gaming immer mehr zum Luxus wird, finde ich äußerst bedenklich. Gerade, da heutzutage im Gegensatz zu früher FOMO (die Angst etwas zu verpassen) und die Furcht vor Spoilern auf Social Media dazu führen, dass viele Zocker*innen so früh wie nur irgendwie möglich zuschlagen.
Trotzdem verblüffend: Die Deluxe Edition von GTA 6 ist mit ihren 99,99 Euro günstiger als viele SNES-Spiele vor 30 Jahren! Inflationsbereinigt, versteht sich. Noch ist im Vergleich zu den damaligen Preisen etwas Luft nach oben, aber ich hoffe wirklich, dass wir nicht wieder auf diesem Niveau ankommen! Bei den vielen großartigen Spielen wäre das meiner Meinung nach fatal für die Gaming-Community sowie für die Titel selbst.
Erinnert ihr euch noch an einen Titel, für den ihr besonders viel hingeblättert oder auf den ihr besonders lange gespart habt?
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