Ein Steam-Nutzer hat sich vor einem Jahr gefragt, ob es moralisch wohl falsch wäre, wenn er sich in den Steam-Account seines verstorbenen Vaters einloggen würde. Er hatte überlegt, im Andenken an seinen Vater einige Errungenschaften für ihn freizuspielen. Die Community hat darauf eine eindeutige Antwort.
Community ist dafür, warnt aber, dass Valve das anders sehen könnte
Wenige Tage vor seinem Tod soll der Vater seinem Sohn ein ganz bestimmtes Spiel empfohlen haben, das der Sohn auch jetzt immer noch ab und zu spielt. Nun sei ihm eingefallen, dass er sich zu Ehren seines vor vier Jahren leider verstorbenen Vaters in dessen Steam-Account einloggen könnte, um alle Achievements in diesem Spiel freizuschalten.
54:03
1.039 Euro für WAS?! Die Steam Machine ist Valves teuerster Fehler
Allerdings ist der Sohn sich auch nicht ganz sicher, ob er es wirklich machen soll. Er schreibt, dass er es eigentlich wirklich liebend gern tun würde. Gleichzeitig habe er aber auch das Gefühl, dass es irgendwie falsch wäre, seinen Account zu nutzen. Daraufhin fragt er die Community um Rat.
Link zum Reddit-Inhalt
Die meisten Reaktionen fallen sehr wohlwollend aus und ermuntern die Person, den Account des Vaters zu nutzen. Es sei eine schöne Geste und könnte ihm vielleicht dabei helfen, die Erinnerung an diesen geliebten Menschen lebendig zu halten. Außerdem nutze der Vater seinen Account ja nun wirklich nicht mehr und dürfte wohl auch nichts dagegen haben, wenn es jemand anders tut.
Es gibt aber natürlich auch einige Bedenken:
"Naja, er war Dein Vater und ich bin mir sicher, es hätte ihm gefallen, dass du es übernimmst. Nenn es Erbe. Meine einzige echte Sorge ist, dass Du aus Versehen jemandem auf seiner Freundesliste einen Schrecken einjagen könntest."
Aber auch dafür gibt es Möglichkeiten. Wie mehrere Leute anmerken, könnte der Account einfach direkt auf den "unsichtbar"- oder Inkognito-Modus umgestellt werden. Oder der Urheber des Reddit-Beitrags nutzt die Family Sharing-Funktion von Steam – dann müsste er sich nur einmal kurz einloggen, könnte die Achievements allerdings auch nicht auf dem Konto seines Vaters, sondern auf seinem eigenen freischalten.
Was sagt Valve dazu?
Viele Kommentare unter dem Post gehen davon aus, dass es gegen die Steam-Nutzungsbedingungen verstößt, einfach den Account einer anderen Person zu benutzen. Immerhin steht in den Terms of Service recht eindeutig, dass die Konten nicht übertragbar sind und eigentlich alle erworbenen Lizenzen erlöschen, wenn der Inhaber stirbt.
Darum raten viele Kommentare dazu, auf keinen Fall den Steam-Support in dieser Angelegenheit anzuschreiben oder Steam überhaupt etwas davon wissen zu lassen. Sonst könnte der Account einfach vollständig gelöscht werden.
In einem ausführlichen GameStar-Artikel zu dem Thema, ob Steam-Accounts vererbt werden können, beschäftigt sich ein Anwalt mit der Rechtslage in Deutschland.
Die Lage ist ziemlich unübersichtlich und wenig überraschend ganz schön kompliziert. Aber eigentlich müsste es grundsätzlich möglich sein, die Online-Spielebibliothek zu vererben. Es gibt dazu allerdings noch keinen allgemein geltenden Rechtsspruch, dafür aber viele rechtliche Grauzonen.
Wie seht ihr das: Findet ihr es okay, pietätlos oder vielleicht sogar schön, wenn Accounts von Verstorbenen weitergenutzt werden können?
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