eSport - Videospiele haben keine Olympia-Zukunft, weil sie angeblich "Gewalt befördern"

Der Präsident des Olympia-Kommitees Thomas Bach glaubt, dass "Killerspiele" "Gewalt befördern". Das müsse sich ändern, sonst könnten sie keine olympische Disziplin werden.

von David Molke,
05.09.2018 13:25 Uhr

Mit olympischen Diszipliunen wie Fechten hat der Präsident des Kommitees offenbar kein Problem, aber eSport stempelt er generell als "Killerspiele" ab, die "Gewalt befördern".Mit olympischen Diszipliunen wie Fechten hat der Präsident des Kommitees offenbar kein Problem, aber eSport stempelt er generell als "Killerspiele" ab, die "Gewalt befördern".

Es gibt eine ganze Reihe an unterschiedlichen Videospielen, die sich als eSport großer Beliebtheit erfreuen. Darin steckt nicht nur jede Menge Geld, langsam aber sicher erwacht auch immer mehr öffentliches Interesse an den Turnieren.

Bis eSport irgendwann auch bei Olympia einen Platz findet, wird wohl aber noch etwas Zeit vergehen. Der aktuelle Präsident des Olympischen Kommitees, Thomas Bach, erteilt Videospielen jedenfalls generell eine Absage.

Keine olympische Zukunft für "Killerspiele"

Weil sie angeblich Gewalt befördern: Thomas Bach scheint sich nicht sonderlich intensiv mit den verschiedenen Spielarten von Videospielen auseinandergesetzt zu haben. Eine klare Meinung vertritt er trotzdem:

"Wir können im olympischen Programm kein Spiel haben, das Gewalt oder Diskriminierung befördert. Sogenannte Killerspiele. "

"Aus unserer Sicht widersprechen sie den olympischen Werten und können deswegen nicht akzeptiert werden."

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Sportschießen & Fechten sind aber kein Problem?

Zweierlei Maß: Thomas Bach war selbst Olympionik, und zwar beim Fechten. Darauf wurde er laut APNews offenbar auch angesprochen.

"Natürlich hat jeder Kampf-Sport ["combat sport"] Wurzeln in einem echten Kampf zwischen Menschen. Aber Sport ist die zivilisierte Ausdrucksform darüber. "

"Wenn du eGames hast, wo es darum geht, jemanden zu töten, kann das nicht in Einklang mit den olympischen Werten gebracht werden."

Zu der entsprechenden Übertragungsleistung scheint er nicht in der Lage zu sein: Beim eSport geht es nicht darum, jemanden zu töten. In der Regel überleben die Teilnehmer sämtliche PUBG- und Fortnite-Matches.

Das Ganze wird zivilisiert am Bildschirm ausgetragen, anstatt tatsächlich aufeinander los zu gehen, wie beispielsweise beim Fechten. Bei Dota, LoL & Co. wird auch nicht mit echten Waffen hantiert, wie es beim Sportschießen der Fall ist.

Abgesehen davon gibt es auch immer noch keine Belege für die Behauptung, dass sie in irgendeinem Zusammenhang mit echter Gewalt stehen.

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eSport ist bereits Medaillen-Disziplin bei den Asienspielen.eSport ist bereits Medaillen-Disziplin bei den Asienspielen.

Was ist mit Rocket League, FIFA, NBA & Co.?

Es gibt nicht nur Shooter: Abseits von Spielen, in denen virtuelle Gewalt zivilisiert und zu sportlichen Zwecken genutzt wird, existieren auch noch diverse Spiele, die komplett ohne derartige Darstellungen auskommen.

Offenbar weiß der Präsident des Olympia-Kommitees davon einfach nichts, will es nicht wissen oder er ignoriert es. Aber Spiele wie FIFA 19, NBA 2K19, Rocket League, Witch It! & Co dürften eigentlich nicht mit den olympischen Werten kollidieren.

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