Grading dürfte wohl einer der umstrittensten Trends in vielen Sammelhobbys sein. Während Trading Cards schon seit Jahren hinter Plastik verschwinden, hält die Praxis inzwischen auch im Gaming immer stärker Einzug.
Ein Spieler setzt nun ein Zeichen gegen den Trend – und wird dafür von der Community gefeiert.
Die Box muss weg
Im Subreddit r/Gameboy zeigt ein Nutzer seinen neuesten Kauf: eine gegradete Kopie von Final Fantasy V Advance für den Game Boy Advance. Das Spiel wurde mit einer starken 9,2 bewertet und steckt in einer versiegelten Kunststoffhülle.
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Doch statt das Sammlerstück ins Regal zu stellen, greift der Spieler kurzerhand zum Werkzeug und bricht die Hülle auf. Anschließend holt er das Modul heraus und steckt es direkt in seinen Game Boy.
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Passend dazu schreibt er nur:
Da war diese nervige Box um mein neues Spiel.
Die Aktion kommt bei vielen Nutzerinnen und Nutzern gut an:
Ich liebe es, wenn Spiele für ihren eigentlichen Zweck genutzt werden. Viel Spaß damit!
Grading ist eine Plage für das Gaming-Hobby. Gut, dass du die Hülle zerschmettert hast.
Scheiß auf Grading. Es hat schon so viele Hobbys ruiniert.
Doch woher kommt diese Abneigung gegen Grading?
Warum Grading so umstritten ist
Beim Grading prüfen spezialisierte Unternehmen den Zustand eines Spiels und vergeben eine Bewertung. Anschließend wird es dauerhaft in einer versiegelten Kunststoffhülle eingeschweißt. Je besser die Note, desto höher fällt häufig auch der Sammlerwert aus.
Genau das sorgt seit Jahren für Diskussionen. Kritiker werfen dem Trend vor, aus Comics, Spielkarten oder eben Videospielen reine Wertanlagen zu machen. Statt sie zu spielen, landen viele Exemplare unangetastet im Regal oder werden in der Hoffnung auf steigende Preise weiterverkauft.
Hinzu kommt, dass Grading den Markt verändern kann. Spiele, die früher vor allem zum Sammeln oder Spielen gekauft wurden, werden für manche inzwischen zur Geldanlage. Entsprechend steigen die Preise gut erhaltener Exemplare häufig deutlich an. Das macht es gerade für Spielerinnen und Spieler schwieriger, Klassiker in einem guten Zustand zu einem fairen Preis zu finden.
Befürworter sehen darin dagegen eine Möglichkeit, seltene Stücke langfristig zu schützen und ihren Zustand objektiv bewerten zu lassen. Kritiker halten dagegen, dass Videospiele dadurch immer mehr wie Aktien oder Kunstwerke behandelt werden – und nicht mehr wie Spiele.
Der Spieler mit seinem Final Fantasy dürfte das ähnlich sehen. Sein Spiel mag nach der Aktion weniger wert sein – dafür erfüllt es wieder genau den Zweck, für den es ursprünglich entwickelt wurde.
Wie seht ihr das? Gehören seltene Spiele ins Regal oder in den Game Boy?
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