Mit der GTA-Reihe konnte ich lange Zeit nichts anfangen. Das lag zum Teil am Setting, denn die Kombo aus urbaner Open World und moderner Zeit hatte einfach nie meine Neugierde geweckt.
Und auch wenn ich mich bei GTA 6 durchaus vom Hype mitreißen lasse – immerhin habe ich inzwischen Red Dead Redemption 2 gespielt und weiß, was für fantastische Welten mich in Rockstar-Spielen erwarten – so gibt es doch noch einen zweiten Punkt, aus dem ich mich bisher von GTA ferngehalten hatte: Wenn ich auch nur ans Fahren denke, komme ich ins Schwitzen.
Hilfe, bei Videospielen und Fahren dreht mein Gehirn frei
Bevor ich zu GTA komme, muss ich erstmal einen kleinen Ausflug zu meinem allerersten Rockstar-Spiel machen.
Meine Misere begann schon im Jahr 2013, als ein Kumpel mir Red Dead Redemption für die PS3 geliehen hatte. Während alle anderen sich auf GTA 5 freuten, klang für mich ein Western-Trip viel verlockender.
Es war ein kurzes Vergnügen.
Schon in den ersten 30 Minuten muss ich als Teil der Story ein Pferderennen gegen Bonnie gewinnen. Das Problem: Ich bin sagenhaft schlecht darin, Gefährte zu steuern, besonders mit dem Controller.
10:27
Echtes Gameplay, Vorbestellung, dritte Spielfigur? GTA 6 Trailer 3 muss es krachen lassen!
Plötzlich kann ich nur noch schlingern, statt geradeaus zu steuern, und nehme jedes Hindernis, das mir auch nur vage im Weg stehen könnte, verlässlich mit. Und zusammen mit meinem Bleifuß des Todes ist das keine gute Kombo. Ich liebe Geschwindigkeit eben. Man kann sie mir nur nicht anvertrauen.
Dabei scheint das Problem nicht die grundlegende Fahrzeugphysik zu sein. Einparken, Wenden und Co. klappt in Spielen problemlos.
Und auch an der Geschwindigkeit liegt es nicht. Weder mit der schnellen Fortbewegung in Warframe noch mit dem Fahren in Borderlands hatte ich je Probleme. Der Unterschied zu anderen Spielen? Ich bestimme meine Fortbewegungsrichtung hier nicht (nur) mit dem linken Stick oder den WASD-Tasten, sondern auch über die Kamera, also mit dem rechten Stick beziehungsweise einer Maus. Für viele Leute nervig, für mich genau richtig.
Bei der Steuerung von Red Dead und den meisten anderen Spielen setzt dagegen irgendetwas in meinem Hirn aus, sobald ich hinters virtuelle Steuer oder in den Sattel gesetzt werde. Und meine Feinmotorik verabschiedet sich gleich mit.
Bitte, GTA 6, zwing mich nicht, Rennen zu fahren!
In RDR führte all das dazu, dass ich das Spiel schnell entnervt zur Seite gelegt habe, ohne je über das Pferderennen hinausgekommen zu sein. Und es führt auch dazu, dass ich Spiele meide, in denen mein Fortschritt an meine katastrophalen Fahrkünste gebunden ist.
Dass ich ein Spiel mit den Worten Grand Theft "Auto" im Namen da misstrauisch beäuge, erklärt sich wohl von selbst.
Dabei liegen die Lösungsansätze klar auf der Hand: Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, ein bisschen zu fahren – solange ich eben nicht zu hart dafür bestraft werde, wenn ich mal den ein oder anderen Laternenmast oder eine rote Ampel mitnehme. Oder einen Passanten …
Wird mir dafür ein Bußgeld oder eine Schießerei mit der Polizei aufgebrummt, ist das vollkommen okay und angemessen für mich. Nur der Story-Fortschritt sollte eben nicht feststecken, bis ich eine Fahrt unfallfrei zurückgelegt oder eine Verfolgungsjagd erfolgreich geschafft habe.
Eine anpassbare Steuerung in den Einstellungen, die mich mit der Kamera lenken lässt, würde mir ebenfalls helfen. Mehr Optionen für Barrierefreiheit in Spielen sind ohnehin immer eine gute Sache!
Ich hoffe jedenfalls jetzt schon, dass GTA 6 solche Challenges entweder rein optional hält oder mir zumindest einen anderen Ausweg bietet, wenn ich darin versagen sollte. Zu spielerischer Freiheit gehört doch irgendwie auch dazu, grottenschlecht im Fahren sein zu dürfen, oder?
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