Laut einer Studie sprechen erschreckend viele US-Kinder lieber mit KI-Chatbots als mit ihren Mitschüler*innen - mit massiven Auswirkungen

Eine noch nicht final veröffentlichte Studie zeichnet ein düsteres Bild: Immer mehr und immer jüngere Kinder sollen den Kontakt zu Chatbots gegenüber dem zu echten Menschen vorziehen.

Anscheinend wenden sich viele und auch immer jüngere Menschen Chatbots zu. (Bild: Pixabay) Anscheinend wenden sich viele und auch immer jüngere Menschen Chatbots zu. (Bild: Pixabay)

Die Langzeit-Folgen des KI-Booms sind noch nicht ganz abzusehen, wirken aber schon beängstigend. Nicht nur, was Klima und Ressourcen angeht, sondern auch, was die Auswirkungen auf das menschliche Miteinander und auf die Psyche betrifft – insbesondere von Heranwachsenden. Eine neue Studie dreht sich genau darum.

US-Kids sprechen wohl lieber mit KI-Chatbots als mit ihren Freund*innen, besagt ein Paper

Das Wall Street Journal berichtet über ein Paper, das sich momentan noch in der Review-Phase befindet. Darin werden Daten von 2.300 Schüler*innen eines noch nicht näher benannten, südöstlich gelegenen US-Bundesstaates untersucht, die einmal im Dezember 2025 und einmal im vergangenen April und Mai erfasst wurden.

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Die Schüler*innen sollen an 22 verschiedenen Middle Schools in die Klassen sechs bis acht gegangen sein. Sie dürften also allesamt ungefähr 12 bis 15 Jahre alt sein. Eine von fünf teilnehmenden Personen hat dem WSJ zufolge angegeben, KI-Chatbots für emotional intime Unterhaltungen und Gesellschaft zu nutzen.

Schüler*innen, die angegeben hatten, häufiger KI für vermeintlich freundschaftliche Beziehungen zu nutzen, hätten später auch von mehr Einsamkeit berichtet. Damit haben sie laut den Forscher*innen also genau das Gegenteil dessen erreicht, was eigentlich ihr Ziel war.

Im Wall Street Journal heißt es:

"Die Nutzung künstlicher Intelligenz unter 2.300 Middle School-Schüler*innen steigt rapide an – und KI-Nutzung wird mit mehr sozialen Ängsten und depressiven Symptomen assoziiert. Das besagt ein Paper von Forscher*innen der University of North Carolina in Chapel Hill, das momentan noch in der Review-Phase ist. Je mehr die Schüler*innen KI nutzen, desto ängstlicher und einsamer werden sie."

Dabei ist natürlich Vorsicht geboten: Das Paper ist noch nicht veröffentlicht worden. Im Peer-Review-Prozess könnten sich noch Änderungen ergeben oder andere Schlüsse herausziehen lassen.

Generell wirkt die eindeutige Interpretation des Wall Street Journals etwas voreilig. Ob hier wirklich ein kausaler Zusammenhang vorliegt, oder ob es sich nur um Korrelation handelt, scheint nicht eindeutig geklärt zu sein.

Nichtsdestotrotz erklärt einer der Autoren der Studie Folgendes, was wirklich unheilvoll klingt:

"Wir haben herausgefunden, dass zwei bis vier Kids in jedem Klassenzimmer davon berichten, dass sie Interaktionen mit einem Chatbot denen mit menschlichen Gleichaltrigen vorziehen.

Das ist ein ziemlich existenzielles Problem für diese Generation."

Wenn Kinder in so einem jungen Alter ihre zwischenmenschlichen Interaktionen durch Gespräche mit Chatbots ersetzen, könnte das ziemlich drastische Auswirkungen haben, wie der Autor erklärt. Sie verpassen so Gelegenheiten, zu lernen, zwischenmenschliche Fähigkeiten zu entwickeln. Und genau die dürften ihnen dann im gesamten späteren Verlauf ihres Lebens fehlen.

Habt ihr Kinder und macht ihr euch Sorgen wegen KI? Oder sprecht ihr vielleicht selbst sogar regelmäßig mit Chatbots?


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