Die Entwicklung großer Spiele dauert immer länger und wird auch sonst stetig teurer – nicht zuletzt durch die Inflation und steigende Hardware-Preise. Offenbar würden die meisten Studios und Publisher dazu passend auch gern ihre eigenen Preise anheben, trauen sich aber noch nicht so richtig. Was GTA 6 nachhaltig ändern könnte.
GTA 6 kostet 80 bis 100 Euro und das könnte bald zum Standard werden, hofft der Warhorse-Mitgründer
Die Preisdebatte rund um GTA 6 begleitet uns nun schon eine ganze Weile, mittlerweile wissen wir aber zumindest, was uns genau erwartet, wenn Rockstars Open World-Blockbuster auf den Markt kommt. Die Standardversion schlägt mit satten 80 Euro zu Buche und die Ultimate-Edition kostet 100.
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Naturkatastrophen, Stadtteile & Tierwelt: So LEBENDIG wird die Open World von GTA 6!
Beide Versionen sind allerdings rein digitale Angebote, es gibt keinerlei physische Goodies und noch nicht einmal eine Disc. Dementsprechend wird schon ordentlich gespart seitens Take-Two und Rockstar und auch die noch relativ sanfte Preiserhöhung auf 80 Euro hätte sehr viel schlimmer ausfallen können.
Worauf der Mitgründer des Kingdom Come: Deliverance-Studios Martin Klíma wohl gehofft hatte. Ihm zufolge könnte die ganze, von Krisen gebeutelte Industrie davon profitieren, wenn Spiele teurer gemacht würden. Und GTA 6 nehme da eine hoffentlich erfolgreiche Vorreiter-Position ein, die dafür den Weg ebnet.
In einem PC Gamer-Interview plaudert der Co-Gründer von Warhorse erfreulich offen aus dem Nähkästchen. Er zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen Situation: Die Produktionskosten steigen immens, die Zielgruppe scheint ihren Zenit aber erreicht zu haben und die digitalen Marktplattformen pressen schon das Maximum an Einnahmen aus jeder verkauften Einheit heraus:
"Wir haben den Einzelhandel zerstört und sein ganzes Geld genommen."
Die Covid 19-Pandemie habe dann auch noch eine "künstliche Nachfrage" geschaffen, die nicht nachhaltig war. Nach deren Rückgang mussten die aufgeblähten Unternehmen kürzen und entlassen. Jetzt steht die Industrie laut Martín denkbar schlecht da.
"Die letzte Sache, die man machen kann, ist den Einheiten-Preis zu erhöhen. Das würde wirklich helfen, aber alle haben Todesangst davor. Jetzt wird GTA 6 hoffentlich den Weg ebnen und es wird uns allen erlauben, die Kosten zu erhöhen."
Die GTA 6-Unternehmen Rockstar und Take-Two seien die Einzigen, die es sich leisten könnten und es überhaupt auch wagen würden, den Preis zu erhöhen, sagt Klíma. Der Schritt sei allerdings eigentlich schon lange überfällig und außerdem einfach notwendig für das Überleben der gesamten Branche. Also wünsche er GTA 6 alles Glück der Welt.
Damit steht Martin Klíma von Warhorse natürlich nicht alleine da. In dieselbe Kerbe haben auch schon der Marketing-Experte des Baldur's Gate 3-Studios Larian geschlagen. Auch der Game Director der früher größten GTA-Alternative hat schon zu Protokoll gegeben, dass GTA 6 es schlicht und ergreifend verdient hätte, 100 Euro zu kosten.
Ganz allein ist Rockstar mit seinem Preis von 80 Euro natürlich nicht. Auch Nintendo hat beispielsweise schon Spiele wie Mario Kart World zum Standardpreis von 79,99 Euro verkauft. Bisher handelt es sich dabei aber eben eher immer noch um die Ausnahme und nicht die Regel. Wir sind gespannt, ob sich das in naher Zukunft ändert.
Habt ihr 80 oder 100 Euro für GTA 6 bezahlt (oder gar nichts) und was haltet ihr von den Aussagen?
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