Ich weiß aus dem Kopf gar nicht, wie oft ich die drei Spider-Man-Spiele von Insomniac gezockt habe, aber am Ende zählt nur eines: Ich liebe sie alle. Es ist also kaum verwunderlich, dass ich mich seit der Ankündigung riesig auf das Abenteuer von Marvel-Kumpel Wolverine freue.
Letzte Woche konnte ich das Action-Adventure, das am 15. September exklusiv für die PS5 erscheint, rund drei Stunden antesten – und endlich ein Gefühl dafür bekommen, was uns Mitte September erwartet.
Und obwohl mir klar war, dass Marvel’s Wolverine andere Wege geht als Spider-Man, war ich nach der Anspiel-Session überrascht, wie unterschiedlich sich die beiden Titel tatsächlich anfühlen.
Das durfte ich zocken: Die Demo war in zwei Abschnitte unterteilt. Zuerst lernte ich in einer frühen Mission die Grundlagen von Logans Kampfkünsten. Danach ging es direkt in ein späteres Kapitel, um weitere Skills und Mechaniken auszuprobieren.
Keine Open World – kein Problem
Der erste große Unterschied ist die Spielwelt: Statt als Spidey durch New York zu schwingen, erkunde ich mit Logan geradlinige Level. Die verfrachten mich an ganz unterschiedliche Orte wie Kanada, Japan oder den fiktiven Marvel-Inselstaat Madripoor.
Das bringt ordentlich Abwechslung rein: Statt nur durch Häuserschluchten zu streifen, kämpfe ich mich mit Logan auch durch grüne Dschungel und das verschneite Nordamerika.
Obwohl ich die Open World in Spider-Man geliebt habe, begrüße ich diese Entscheidung. Nicht nur, weil sich bei mir eine leichte Open-World-Müdigkeit breitmacht, sondern weil schlauchigere Spiele Inszenierung und Story oft viel fokussierter transportieren – genau das war in der Demo auch der Fall.
Es geht Schlag auf Schlag, ohne dass ich ständig Abstecher mache, um etwa ein paar alte Rücksäcke einzusammeln. Collectibles gibt es zwar auch hier und gelegentlich gönnt das Spiel Logan in Hub-Arealen eine Verschnaufpause mit Erkundung – das Abenteuer wirkt dennoch wesentlich fokussierter.
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Wolverine ist ein Mittelfinger gegen alle Service Game-Trends
Logan schwingt nicht, haut aber richtig rein
Auch spielerisch unterscheiden sich die beiden Recken gewaltig. Logan lässt die Adamantium-Krallen sprechen und setzt weniger auf Ausweichen als auf perfekt getimte Paraden. Die Gefechte fühlen sich eine ganze Ecke brachialer, aber auch chaotischer an als bei Peter Parker.
Das liegt vor allem am fehlenden Spinnensinn: Es gibt keine Frühwarnung vor herannahenden Hieben. Zwar nutzt auch Wolverine visuelle und akustische Signale, diese fallen aber dezenter aus und gehen im Getümmel schneller unter. Außerdem verlangen sie wesentlich schnellere Reflexe.
Ganze Feindeshorden ballern auf mich ein, sodass ich anfangs leicht die Übersicht verliere – auch, weil Logan nicht so flink wie die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft ist. Er kann zwar hochspringen, an Wänden entlanglaufen und an Gegner heranhechten, seine Reichweite ist jedoch deutlich geringer.
Statt Fokus sammelt der Mutant im Kampf Wut und schaltet so bis zu drei Rage-Stufen frei. Je höher die Stufe, desto fieser die Boni. Auf dem Höhepunkt seiner Rage räumt Logan etwa Feinde mit blitzschnellen Finishern ab. Um den Wutpegel oben zu halten, muss ich pausenlos attackieren oder Paraden aneinanderreihen.
Bleibe ich kurz trefferfrei, setzt Logans automatische Selbstheilung ein. Zusätzlich gibt es neben vielen aktiven Angriffsskills, von denen ich stets vier ausrüsten kann, auch mindestens eine Fähigkeit, die die Heilung beschleunigen. Beim ersten Ablegen kann sich Logan über die "Letzte Chance" zudem einmal wiederbeleben. Das hat – genau wie die aktiven Fertigkeiten – allerdings natürlich einen Cooldown.
Ich brauchte eine Weile, um mich im Getümmel zurechtzufinden. Doch als es einmal ‚klick‘ machte, fühlte sich das krallenbewehrte Durchsäbeln der Feindesreihen absolut fantastisch an. Wie ein wildes Tier metzele ich mich mit Logan durch die Feinde und reihe dabei eine brutale Attacke an die nächste.
Du heilige Makkaroni, ist das brutal!
Apropos brutale Attacken: Davon hat das Spiel wirklich viele und es gab kaum ein Körperteil, das ich in den Kämpfen nicht aufgespießt, abgetrennt oder zerhackt habe, während das Blut literweiße floß.
Dabei steckt Logan aber auch mächtig ein: Mal fängt er eine Schrotladungs-Salve ab, mal durchsiebt ihn ein Helikopter-MG – oder eine Druckwelle schält ihm das Fleisch buchstäblich vom Adamantium-Skelett.
Das kommt nicht unerwartet – die Comic-Vorlagen sind schließlich alles andere als jugendfrei –, dennoch hat mich das krasse Kontrastprogramm zum familienfreundlichen Netzschwinger überrascht. Insomniac nutzt das M-Rating wirklich voll aus, um sich nach Herzenslust auszutoben.
Auch die Atmo ist völlig neu: Statt im Obdachlosenheim zu helfen, hängt Logan in verrauchten Bars bei einem Whiskey ab und während Peter Parker in den Kämpfen ununterbrochen Witze reißt, gibt sich Logan dort als wütender Brüll- und Grummeltyp.
Das heißt aber nicht, dass es ihm und den anderen Figuren an Tiefe fehlt. Zwar lässt sich nach der Demo noch kein finales Urteil über die Story fällen, der Ersteindruck macht aber richtig Lust auf mehr und ich bin extrem gespannt, was Insomniac hier noch in petto hat.
Nach dieser Anspiel-Session kann ich es in jedem Fall kaum noch erwarten, endlich in die Vollversion reinzuspielen. Lange müssen wir zum Glück ja nicht mehr warten!
Habt ihr noch spezielle Fragen zu Marvel’s Wolverine? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, damit wir sie pünktlich zum Test beantworten können! Freut ihr euch auf den klauenbewehrten Mutanten oder wartet ihr lieber auf das nächste Spider-Man-Abenteuer?
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