11 berühmte Pokémon-Mythen & die Wahrheit dahinter

Wenige Spiele haben so viele Mythen hervorgebracht wie Pokémon. Einige Geschichten stimmen, andere sind völliger Unsinn. Wir nehmen die größten Mythen der Reihe unter die Lupe.

von Janna Tillmann, Sebastian Zeitz,
18.10.2020 15:00 Uhr

Die gesamte Pokémon-Reihe steckt voller Geheimnisse und Mythen. Die gesamte Pokémon-Reihe steckt voller Geheimnisse und Mythen.

Mythen über Pokémon Rot, Blau und Gelb gibt es seit deren Erscheinen. Das beginnt natürlich bei dem, was die Spiele zu bieten haben und endet bei den Theorien, die die Fans über Ereignisse im Spielverlauf entwickeln. Aber auch darüber hinaus gibt es in den späteren Spielen ebenfalls einige Geheimnisse. Wir haben uns mit den unterschiedlichsten Mythen der Pokémon-Reihe auseinander gesetzt.

Dieser Artikel erschien zuerst am 28. Februar 2016 auf gamespilot.de und wurde 2017 für die Neuveröffentlichung auf GamePro.de angepasst. Jetzt haben wir den Artikel (Stand: 18. Oktober 2020) noch einmal aktualisiert und um weitere Mythen aus den anderen Generationen nach Rot, Blau und Geld erweitert:

Bills Pokémongarten

Nördlich von Azuria City findet sich Bills Haus. Im Verlauf des Spiels kommt ihr dort nur vorbei, um ein Ticket für die MS Anne zu bekommen. Mehr gibt es dort eigentlich nicht zu tun, trotzdem hält sich ein Gerücht hartnäckig: Der Pokémaniac soll nämlich alle Pokémon besitzen - und sogar einige, die nicht im Pokédex stehen. Von einem kannte man sogar Aussehen und Name: Pikablu. All diese Pokémon leben im Garten hinter seinem Haus. Man selbst könnte auch hinein gelangen, wenn man Bill dessen Lieblings-Pokémon zeigt: Evoli und seine drei Evolutionen Blitza, Aquana und Flammara.

Leider hat dieser Mythos keinen wahren Kern: Der Garten existiert nicht und der Code hat auch keinerlei Hinweise darauf, dass etwas in diese Richtung je vorgesehen war. Zumindest das Geheimnis um Pikablu, das blaue Pikachu ist gelöst: Es handelt sich um Marill. Von diesem wurden Bilder im Internet verbreitet und die Fans haben eigene Theorien dazu entwickelt. Als die zweite Generation Pokémon veröffentlicht wurde, klärte sich das aber schnell auf.

Das Lavandia-Syndrom

Die grüne und rote Edition aus Japan hat ein leicht anderes musikalisches Thema für Lavandia als die Version, die im Westen veröffentlicht wurde. Das ist die Grundlage für eines der bekanntesten Gerüchte unter Pokémon-Fans.

Die Stadt Lavandia. Die Stadt Lavandia.

Creepy Pasta: Offenbar sei nämlich die Melodie verändert worden, weil mehrere Kinder dadurch in den Selbstmord getrieben wurden. Die frühere Version nutze Frequenzen, die nur Kinder hören könnten und unabsehbare Folgen hätten. Von Kopfschmerzen über Halluzinationen und Krankheit bis zum Selbstmord reichen die vermeintlichen Symptome.

Die Berichte haben sich natürlich nie bestätigt, halten sich aber hartnäckig. Auch heute gibt es in allen erdenklichen Foren noch Menschen, die mindestens Kopfschmerzen bekommen, wenn sie das Theme hören.

Das Killer-Karpador

Im Pokémon-Center kurz vor dem Steintunnel bei Azuria City kann man ein Karpador kaufen. Der Preis ist für den Zeitpunkt im Spiel ziemlich happig, umso mehr für ein Pokémon wie Karpador. Bis Level 20 ist es mehr als nutzlos, auch wenn es damit eine gewisse Komik hat.

Kein Wunder also, dass sich auch hier ein Gerücht gebildet hat. Offenbar soll gerade dieses Karpador nämlich eine (verschwindend geringe) Chance haben, mit Platscher ein Pokémon mit einem Schlag zu besiegen. Dafür gibt es zwar keinerlei Belege, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Sind wir Mörder?

Wenn man in der ersten Generation den Pokémon-Turm in Lavandia betritt, trifft man dort auf seinen Rivalen. Dieser fragt einen, ob man wisse, wie es sich anfühle, ein totes Pokémon zu haben. Dann ist er verschwunden und das Thema kommt nie wieder auf.

Töten wir Rattikarl? Vorher hat man auf der MS Anne gegen ihn gekämpft. Da hatte er ein Rattikarl im Team. Beim nächsten Kampf gegen den Rivalen und nach diesem Treffen, ist das Rattikarl nicht mehr in seinem Team. Das ist die Grundlage für das Gerücht, dass wir Rattikarl im Kampf töten. Oder zumindest so schwer verletzen, dass es für eine Heilung im Pokécenter zu spät ist.

Die Theorie könnte durchaus zutreffen, allerdings wird sie natürlich im Spielverlauf nicht bestätigt. Immerhin handelt es sich um ein Spiel für Kinder und eine solche Thematik ist da kaum zu erwarten.

Pikachu lernt Surfen!

Das Intro zu Pokémon Gelb hat jeden Spieler von einem surfenden Pikachu träumen lassen. Eine Promo-Aktion hat auch einigen Fans ein Pikachu mit Surfer beschert. Es wurde aber auch gemunkelt, dass man dem Pokémon Surfer auch anders beibringen kann. Es geht auch wirklich. Allerdings braucht ihr dafür Pokémon Stadium und ein Transfer-Pack. Ihr müsst dann mit eurem eigenen Team dem Prima Cup auf Meisterball-Niveau schlagen. Pikachu muss dabei natürlich im Team sein. Als Preis für eure Mühen bekommt Pikachu die Attacke Surfer.

Damit kann man in Pokémon Gelb ein eigenes Minispiel starten, wenn ihr zu Route 19 geht und dort im Haus mit dem Surfer sprecht.

Das surfende Pikachu aus dem Intro der gelben Edition Das surfende Pikachu aus dem Intro der gelben Edition

Gengar ist Pixies Schatten

Gengar ist laut Pokédex das Schatten-Pokémon. Dazu kommt sein Name wohl von genga, was die Kurzform des japanischen Wortes dopperugeng?. Und wo das herkommt? Natürlich vom deutschen Wort Doppelgänger. Die Frage ist nur: Wovon ist es Schatten oder Doppelgänger?

Die Antwort der Fans ist Pixie! Die Körperform beider Pokémon ist identisch, genauso ihre Hände. Pixies Mund ist Gengars, nur kleiner, seine Flügel sind bei Gengar Zacken auf dem Rücken. Dazu ist Pixie das Mond-Pokémon und wann immer es im Mondlicht steht, hat es natürlich auch einen Schatten.

Wenn man aber davon ausgeht, dass eigentlich geplant war, Piepi statt Pikachu zum Maskottchen der Reihe zu machen, könnte es sein, dass auch seine Entwicklung eine größere Geschichte bekommen hat. Und sei es die eines unheimlichen Doppelgängers. Eine offizielle Bestätigung gibt es hingegen nicht.

Mew unter dem Truck

Berühmt-berüchtigt ist der Mythos, dass Mew unter einem Truck nahe der MS Anne versteckt ist. Um dorthin zu gelangen, musste man sich besiegen lassen, um die MS Anne zu verlassen. Sobald man die VMs Surfer und Stärke besitzt, kehrt man zurück und surft im Hafenbecken nach rechts. Dort steht der sagenumwobenen Truck. Bewegt ihn mit Stärke, dann findet ihr darunter einen Pokéball, der Mew enthält. Alternativ liegen die Schlüssel in der Spielhalle von Prismania City mit denen man den Truck bewegen kann.

Der Truck bei der MS Anne Der Truck bei der MS Anne

Im Code gibt es keine Bestätigung für diese Theorie: Es gibt Wege, Mew zu fangen. Mit dem Truck ist da aber nichts zu machen. Ditto und Mew haben ähnliche Farben (normal und shiny) und das gleiche Gewicht. Mew trägt die DNA aller Pokémon in sich, deswegen kann es jede beliebige Form annehmen. Dittos DNA ist so instabil, dass es jedes andere Pokémon werden kann, wenn es dieses sieht. Nur diese beiden Pokémon können Wandler lernen. Ansonsten kann Mew jede Attacke lernen, Ditto zumindest für einen gewissen Zeitraum. Außerdem ist einer der Hauptfundorte von Ditto in Edition 1 gerade das Labor auf der Zinnoberinsel, wo Mew und Mewtu erforscht wurden.

Das wirkt ganz deutlich nach zumindest ähnlichen Konzepten und ist der Grund für die Vermutung, dass Ditto selbst ein verpatzter Klon von Mew ist. Das sind natürlich nur ein paar der vielen Gerüchte, die sich um die Pokémon-Spiele ranken. Auch die neuen Generationen haben ihre eigenen Mythen hervorgebracht, auch wenn diese vielleicht nicht ganz so bekannt geworden sind.

Celebi fangbar in Gold und Silber

Ein ausnahmsweise mal aufgeklärtes Geheimnis findet sich in Pokémon Gold/Silber. Dort gibt es im Steineichenwald einen Schrein, der vermeintlich der Hort von Celebi ist. Das legendäre Pokémon ist der Schutzpatron des Waldes, wenn man nach der Pokémon-Lore geht.

Viele sind deshalb davon ausgegangen, dass Celebi sich an jenem Schrein irgendwie fangen lässt oder dieser Ort irgendwas mit dem Pokémon zu tun hat. Eine oft verbreitete Theorie war, dass das Monster erscheint, wenn man mit dem Schrein interagiert, wenn man die besonderen Items Buntschwinge und Silberflügel von Ho-Oh respektive Lugia dabei hat.

Doch was steckte dahinter? Laut einem ehemaligen Teammitglied, der sich auch nicht mehr genau an den Grund erinnern konnte, hat eine plausible Erklärung. Demnach wurde der Schrein einfach nur als Deko benutzt, um den Bereich des Steineichenwalds etwas lebendiger zu gestalten.

Wie ihr Celebi aber trotzdem fangen könnt, könnt ihr hier nachlesen:

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Der Pokérus ist die beste Krankheit für eure Pokémon

In fast allen Pokémon-Editionen gibt es ein System, das nie erklärt wird. Die Pokémon können auf einmal in der Anzeige im Team einen schwarzen Punkt haben, der auch auf andere Monster übertragen wird. Das sorgte damals auf dem Schulhof aber auch heute im Internet immer noch für Diskussionen. Ist mein Pokémon krank und könnte es womöglich sterben?!

Ganz so schlimm ist es nicht, eigentlich ist der Punkt sogar etwas gutes. Diese Krankheit nennt sich liebevoll der "Pokérus" und ist ein ansteckender Virus, der aber positive Auswirkungen hat. Ist ein Monster damit infiziert, erhält es nämlich einen Boost beim Training und dessen Status-Werte unerwartete Höhen erreichen.

Wie der Pokérus genau funktioniert und warum ihr euch darüber freuen solltet, haben wir für euch am Beispiel von Schwert & Schild herausgefunden:

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Das Geister-Mädchen

In Pokémon X/Y gibt es völlig aus dem Nichts ein gruseliges Geister-Mädchen. Sie befindet sich in einem Bürogebäude auf dem zweiten Stockwerk in Illumina City. Aus dem Aufzug ausgestiegen, blitzt auf einmal der Bildschirm auf und hinter der Spielfigur steht ein Mädchen. Danach schwebt sie in einer merkwürdigen Animation über den Boden und sagt dabei folgendes:

"Nein, du bist nicht derjenige/diejenige"

Bis heute hat sich nicht aufgeklärt, was es genau mit dem Mädchen auf sich hat. Einige Spieler*innen gehen davon aus, dass sie vielleicht nach einer ganz bestimmten Trainer-ID sucht. Für andere wäre sie auch als Host für ein Halloween-Event passend gewesen, aber auch das hat sich nicht bewahrheitet.

Wie gruselig das Geister-Mädchen ist, zeigt dieses Video:

Link zum YouTube-Inhalt

Zweiter Auftritt: Das Geister-Mädchen wurde aber ein Spiel später wieder gefunden. In Alpha Saphir und Omega Rubin hat sie ebenfalls einen Auftritt, der sogar noch gruseliger ist, als zuvor. Anstatt in einem Bürogebäude findet ihr sie am Pyroberg. Genauer steht sie inmitten eines Friedhofs für Pokémon, die von ihren Trainern dort begraben werden. Ihr Charaktermodell ist jedoch leicht angepasst und sie bewegt sich auch nicht mehr, aber wenn ihr sie anspricht, sagt sie weiterhin "Nein, du bist nicht derjenige/diejenige".

Bis heute ist das Mysterium nicht aufgeklärt und sie kam auch in keinem anderen Teil mehr vor. Ob sie jemals die richtige Person finden wird?

Ein verfluchtes Apartment

Ebenfalls in Pokémon Alpha Saphir und Omega Rubin findet sich dieser gruselige Ort. In Malvenfroh City gibt es einen Gebäudekomplex, in dem über die Klingel mit den Bewohnern gesprochen werden kann. Wenn keiner da ist, dann wird der Text "... Es gibt keine Antwort" eingeblendet. Nur bei einem Apartment kommen lediglich drei Punkte.

Das ist erst einmal gar nicht so komisch, wenn auch ein bisschen auffällig. Jedoch befinden sich neben der Klingel noch die Namensschilder und wenn eine Wohnung frei ist, steht dort "Diese Einheit ist frei. - Malvenfroh City Immobilien Management". Nur bei der einen Wohnung lässt sich folgendes lesen: "Diese Einheit ist frei. Auf die Miete gibt es einen großartigen Deal."

Irgendwas ist nicht richtig: Man könnte das Apartment auch einfach als merkwürdiges Unikat abtun aber irgendwas scheint damit nicht zu stimmen. Manche NPCs sprechen auch davon, dass es in der Stadt eine verfluchte Wohnung gibt. Was auch immer dort geschehen ist, wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Aber auch in der Pokémon-Welt ist nicht immer alles gut, wie man zunächst angenommen hat.

Welche Gerüchte und Mythen kennt ihr noch aus den Pokémon-Spielen?

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