Der Pokémon-Anime hätte eigentlich ganz anders enden sollen und Ash hätte beinahe gegen Pikachu gekämpft

Der Chefautor des frühen Pokémon-Animes Takeshi Shudo hinterließ in seinem Blog zwei Endszenarien für die Geschichte von Ash – beide hätten die Serie auf düstere Weise für immer abgeschlossen.

Ash und Pikachu sind ein unzertrennliches Duo – doch der ursprüngliche Pokémon-Autor wollte genau das aufbrechen. (© The Pokémon Company) Ash und Pikachu sind ein unzertrennliches Duo – doch der ursprüngliche Pokémon-Autor wollte genau das aufbrechen. (© The Pokémon Company)

Takeshi Shudo gilt als eine der prägenden Kräfte hinter der frühen Pokémon-Anime-Serie: Der japanische Drehbuchautor verantwortete das Konzept der ersten Staffeln sowie die Drehbücher der ersten drei Kinofilme. In den Jahren vor seinem Tod im Oktober 2010 führte Shudo einen persönlichen Blog, in dem er gelegentlich auf seine Arbeit zurückblickte.

Zwei Einträge zeigen, welche Enden er für Ash und Pikachu im Sinn hatte – und warum keines davon je umgesetzt wurde. Die englische Übersetzung der betreffenden Blogeinträge wurde vom selbst ernannten Pokémon-Historiker "Dr. Lava" veröffentlicht.

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Ash als alter Mann: das Kinofilm-Ende, das nicht kam

In einem Blogeintrag vom Mai 2009 beschrieb Shudo, wie er "Mewtu kehrt zurück" ursprünglich beenden wollte. Sein Plan: Ash erlebt als alter Mann eine Rückschau auf seine Kindheit – die Freundschaft mit Pikachu, aber (etwas überraschend) auch mit Jessie und James sowie Mewtu.

Er hört die Stimme seiner Mutter, schläft ein und wacht am nächsten Morgen wieder als Kind auf. Das Ziel einer solchen Reise wäre ein anderes gewesen, als das uns bekannte: Statt um Titel und Orden ginge es dann laut Shudo um das Verständnis für die eigene Existenz und das Miteinander mit anderen.

Idee Nummer 2: Pikachu als Revoluzzer

Noch radikaler ist der zweite Plan, den Shudo in einem seiner letzten Blogeinträge vom Mai 2010 skizzierte. In Anlehnung an den antiken Sklavenaufstand unter Spartacus entwarf er eine finale Episode, in der die Pokémon-Welt ihren inneren Widerspruch nicht mehr verbirgt.

  • Shudo stellte sich eine Pokémon-Welt vor, in der der scheinbare Friede zwischen Menschen und Pokémon bricht: Die Tiere erkennen, dass sie trotz aller Freundschaft als Werkzeuge dienen.
  • Angeführt von Pikachu käme es zur Revolte – und schließlich zum direkten Kampf zwischen Pikachu und Ash. Team Rocket hätte vermittelnd eingreifen wollen; Mauzi, der die Sprache der Pokémon übersetzen kann, hätte dabei aber mehr Schaden als Nutzen angerichtet.

Shudo sah den Plan selbst als strukturell unvereinbar mit dem Fortbestand der Serie an – eine Welt, in der Pokémon gegen ihre Trainer aufstehen, könnte keine Fortsetzung mehr haben. Er hielt das Szenario dennoch für das einzige, das er sich als echten Abschluss vorstellen konnte.

Welches der beiden Enden hättet ihr für die Pokémon-Serie bevorzugt?


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