PS5: Entdecktes Sony-Patent könnte Grafik-Revolution bedeuten

Ein neues Sony-Patent deutet darauf hin, dass die PS5 eine Antwort auf DLSS 2.0 nutzen könnte, wenn es um Technik zur Bild-Rekonstruktion geht.

von David Molke,
29.07.2020 13:29 Uhr

Control ist eines der besten Beispiele für die Power von Bild-Rekonstruktions-Techniken wie DLSS 2.0 (ihr braucht dafür allerdings einen PC mit Raytracing-Grafikkarte). Control ist eines der besten Beispiele für die Power von Bild-Rekonstruktions-Techniken wie DLSS 2.0 (ihr braucht dafür allerdings einen PC mit Raytracing-Grafikkarte).

Sony arbeitet offenbar an einer neuen Bild-Rekonstruktions-Technik. Das legt ein neu aufgetauchtes Patent nahe, bei dem es sich um eine Grafik-Technologie handeln könnte, die womöglich für die PS5 entwickelt wird.

Das Patent klingt stark nach einer Sony-Antwort auf Nvidias DLSS 2.0 oder nach einer Weiterentwicklung der Checkerboard-Technik, wie sie zum Beispiel in Horizon Zero Dawn zum Einsatz kommt. Kurz gesagt: PS5-Spiele könnten durch diese kleine Revolution schöner aussehen und gleichzeitig auch noch besser laufen.

Wie DLSS 2.0? Sony arbeitet anscheinend an einer eigenen Lösung

Das steckt drin: In dem neuen Sony-Patent geht es um eine Technologie, bei der "vorher erlernte Daten" genutzt werden, um ein "reproduziertes Bild" zu generieren. Das klingt etwas komplizierter, als es ist und ziemlich eindeutig nach einer neuen "Image Reconstruction"-Technologie wie DLSS 2.0 oder Checkerboarding.

Was ist das? Stark vereinfacht formuliert: Eine KI wird mit massenhaft Daten gefüttert, anhand derer Bilder rekonstruiert oder Löcher gefüllt werden können. Sie müssen dann nicht mehr klassisch berechnet werden, was Ressourcen sparen kann. Sonys PS4 Pro setzt zum Beispiel auf Checkerboard-Rendering, um ein 4K-Bild ausgeben zu können und gleichzeitig Ressourcen zu sparen.

Sowohl Checkerboard-Rendering als auch DLSS (Deep Learning Super Sampling) haben bis vor Kurzem noch eher mäßig funktioniert. Aber DLSS 2.0 hat nun tatsächlich das ursprüngliche Versprechen eingelöst und wirkt wahre Wunder. Ihr braucht dafür zwar aktuell noch einen PC mit Raytracing-fähiger Grafikkarte, aber damit ist dann zum Beispiel so etwas in Death Stranding möglich:

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DLSS 2.0 macht den Traum wahr: Es handelt sich dabei im Endeffekt um genau die Bild-Verbesserungs-Technik, die jahrelang in Filmen und Serien zum Einsatz kam, aber in Spielen schlicht unrealistisch war. Jetzt lassen sich tatsächlich aus einem herangezoomten, pixeligen Bild ein scharfes, gut erkennbares zaubern. Das verdanken wir Maschinellem Lernen.

Schneller & schöner: Aber nicht nur die Bildqualität steigt, sondern gleichzeitig auch die Performance. Was daran liegt, dass die Spielszenen intern eigentlich in einer geringeren Auflösung gerendert, aber rekonstruiert, verbessert und anschließend in 4K ausgegeben werden. Oft kommt dabei am Schluss sogar ein schärferes, klareres Bild heraus, als das bei nativem 4K der Fall wäre.

Wie das alles ganz genau funktioniert und was die Unterschiede zwischen Checkerboard-Rendering und DLSS 2.0 sind, könnt ihr euch in diesem Digital Foundry-Video zu Gemüte führen:

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Sonys Antwort? Sonys Patent könnte dasselbe ermöglichen, wie es aktuell mit Hilfe von DLSS 2.0 auf dem PC funktioniert. Eine entsprechende Lösung als Antwort auf diese Technologie wäre nicht weniger als eine Grafik-Revolution für die PlayStation-Familie. Allerdings sind Patente natürlich immer mit Vorsicht zu genießen: Ob jemals etwas daraus wird, steht nicht fest.

Beeindrucken euch solche Grafik-Fortschritte oder lässt euch das kalt? Habt ihr schon Erfahrungen mit DLSS 2.0 gemacht und wenn ja, in welchen Spielen? Was erhofft ihr euch noch von so einer Art Technologie?

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