Auf jede fünfte PS5 kommt eine Xbox: Das Hardware-Problem von Microsoft wird wohl immer größer

Die Verkaufszahlen von Xbox Series S und X sind im Vergleich zur PS5 stark zurückgegangen – das deuten Analysen von einem seriösen Branchen-Insider an.

Die Xbox-Verkäufe haben im Vergleich zur PS5 im vergangenen Jahr nachgelassen. Die Xbox-Verkäufe haben im Vergleich zur PS5 im vergangenen Jahr nachgelassen.

Die Marke Xbox – oder zumindest die Konsole selbst – könnte derzeit in größeren Schwierigkeiten stecken, als wir lange Zeit dachten. Erst im letzten Jahr zeigten die Verkaufszahlen, dass Microsoft für das dritte Quartal 2022 einen um 30 Prozent niedrigeren Umsatz bei den Konsolenverkäufen hinnehmen musste. Ein seriöser Analyst berichtet jetzt, dass der Einbruch noch heftiger sein könnte: Auf jede fünfte PS5, die Sony verkaufen konnte, kommt gerade einmal eine verkaufte Xbox.

Xbox-Verkäufe schwächeln enorm

Darum geht's: Auf X hat der zuverlässige Analyst Daniel Ahmad auf Basis der jüngsten Quartalszahlen von Sony ein paar Einordnungen zur Industrie vorgenommen.

Dabei kam er auch auf das Verhältnis zwischen verkauften PS5- und Xbox Series-Konsolen zu sprechen und das sieht für Microsoft gar nicht mal so prickelnd aus. Er schreibt, dass sich Sonys Current Gen-Plattform aktuell fünfmal so gut verkauft wie die Xbox Series X und S zusammen:

Zwar stellt Ahmad auch klar, dass es sich um Schätzungen handelt, da lediglich Sony die verkauften Einheiten der eigenen Konsole angibt, in der Vergangenheit trafen die Voraussagungen des Analysten jedoch regelmäßig zu.

Und sie würden auch zu den aktuellen Umsatzzahlen passen. Im dritten Quartal des Finanzjahres 2024 sind die Xbox Series-Umsatzzahlen nämlich erneut um 30 Prozent eingebrochen – und das Vorjahr war wie bereits erwähnt schon schwach.

In einem weiteren Tweet stellt Ahmad allerdings auch klar, dass die PS5 insgesamt betrachtet längst nicht so viel Vorsprung hat. In den vergangenen Jahren lag sie im Verhältnis von "nur" 2:1 vorn.

Ist die Xbox in Gefahr?

Ahmads Analyse wirkt erstmal vernichtend, vor allem im Hinblick auf die aktuellen Geschehnisse rund um Xbox. Mehrere Studios wurden geschlossen, darunter auch der japanische Entwickler Tango Gameworks, der mit dem Rhythmus-Brawler Hi-Fi Rush einen der bestbewerteten Xbox-Titel veröffentlicht hat.

Von den Spieler*innen wurde die plötzliche Entscheidung mit viel Unverständnis aufgefasst, vor allem da sich die Xbox-Sparte nach der knapp 70 Milliarden Dollar schweren Akquise von Activision-Blizzard-King dem Vorwurf der reinen Profitgier ausgesetzt sieht.

Wie wichtig jedoch das (derzeit schwer angeknackste) Vertrauen der eigenen Fans ist, hat Kollege Dennis zusammengefasst:

Jedoch dürfen wir auch nicht außer Acht lassen, dass die Microsofts Gaming-Sparte als solche ein dickes Plus verzeichnen kann, wohlgemerkt aber auch mit dem Boost durch den Activision-Blizzard-Einkauf, der im November 2023 abgeschlossen wurde.

Zusätzlich beteuert die Xbox-Führungsriege um Phil Spencer, Sarah Bond und Matt Booty fortwährend, dass für sie mittlerweile eher die Xbox-Spiele (und deren Portierungen auf PC, PlayStation und Switch) sowie Services wie der Xbox Game Pass Vorrang haben.

Die Spiele sollen "so viele Spieler*innen wie möglich" erreichen.

Das passt auch zur allgemeinen Unternehmensstrategie von Microsoft. Der Windows-Schöpfer war abseits der Xbox nie ein großer Hardware-Lieferant, stattdessen stehen Betriebssysteme, Büro-Software und künftig auch KI im Fokus.

Hardware-Verkäufe sind also bereits zweitrangig und Xbox rechnet sogar schon selbst damit, dass die Zahlen in den nächsten Quartalen rückläufig sein werden. Der Plattform könnten also schwere Zeiten bevorstehen, obwohl neue Konsolen noch folgen sollen:

Microsoft könnte tatsächlich wieder zur Multiplattform-Schmiede werden

Schon vor den Studio-Schließungen zog Microsoft den Unmut der eigenen Fans auf sich, indem die Konsolenexklusivität einiger Titel aufgehoben wurde.

Die Strategie scheint aber allem Anschein nach aufzugehen. Das Piratenspiel Sea of Thieves schlug zum Beispiel zum PlayStation-Release ein wie eine Kanonenkugel und liegt auch zwei Wochen nach dem Launch bei den PS-Verkäufen vor Kassenschlagern wie GTA 5, Helldivers 2 oder Stellar Blade.

Und das kann für Online-Titel auch ein richtig gutes Zeichen sein, da sie sich somit länger halten und eine größere Spieler*innenbasis aufbauen können. Bei der Xbox als Hardware-Plattform müssen wir von nun an aber wohl ein ganzes Stück kleiner denken.

Seht ihr das ähnlich? Liegt die Xbox-Zukunft eher in Spielen auf allen Plattformen oder wünscht ihr euch wieder exklusive Xbox-Highlights?

zu den Kommentaren (38)

Kommentare(39)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.