Laut Psychologie sind Erwachsene, die ihre Aufgaben lieber in Papierkalendern als am Handy eintragen nicht altmodisch, sondern damit erfolgreicher

Wer gut planen will, sollte vielleicht lieber zum Planer aus Papier statt zum Smartphone greifen. Eine Studie zeigt, dass viele Menschen damit mehr Aufgaben rechtzeitig abschließen.

Notizen per Hand oder doch lieber am Handy? (Bild: pixabayuserssterna_is) Notizen per Hand oder doch lieber am Handy? (Bild: pixabay/users/sterna_is)

Müssen wir schnell mal etwas notieren – sei es der Einkaufzettel oder der Cheatcode beim GTA-Zocken – ist meistens das Smartphone am schnellsten zur Hand. Aber es gibt auch Menschen, die bis heute auf handschriftliche Notizen schwören. Und tatsächlich haben die gleich mehrere Vorteile.

Viele Menschen sind mit einem physischen Kalender viel produktiver

Eine Studie der Columbia Business School mit dem Titel "How using a paper versus mobile calendar influences everyday planning and plan fulfillment" hat sich mit der Frage beschäftigt, wie gut Menschen ihre Pläne umsetzen, wenn sie auf Papier oder digital planen.

Dabei haben die Professor*innen drei Experimente durchgeführt, die ziemlich deutlich zugunsten des guten alten Papiers ausfallen.

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Das erste Experiment hat 129 Student*innen zufällig für physische Planer oder mobile Kalender eingeteilt und über einen Zeitraum von zwei Wochen überprüft, wie häufig sie ihre Pläne fristgerecht umgesetzt haben. Der Papierkalender fällt hier mit einer Erfolgsrate von 53 Prozent deutlich höher aus als die mobile Variante mit gerade einmal 33 Prozent.

Das zweite Experiment sollte dann die Qualität der Pläne überprüfen. 450 Teilnehmende, die ein Heimwerker-Projekt in den nächsten drei Wochen beenden wollten, wurden wieder zufällig zugeteilt. Die Pläne selbst wurden dann von außenstehenden Begutachtern beurteilt und auch hier war das Ergebnis: Wer einen physischen Planer nutzt, baut in der Regel detailiertere Pläne mit besserer Qualität.

Das dritte Experiment ließ 500 Teilnehmende dann noch ein zweiwöchiges Projekt ihrer Wahl abschließen und auch hier haben die physischen Planer ihre Aufgaben mit einer höheren Prozentzahl erfolgreich abgeschlossen.

Dass Papier für viele so viel besser funktioniert, hat laut der an der Studie beteiligten Professorin Vicki Morwitz einen simplen Grund. Die physische Präsenz macht nämlich einen Unterschied (via business.columbia.edu):

"Mobile-Kalender scheinen die bequemste Option zu sein, aber wer sie benutzt ist in der Regel weniger gut darin, seine Pläne umzusetzen als Leute, die Papierkalender nutzen. Denn bei Papierkalendern kann man mehr Details seines Terminplans auf einen Blick erfassen, ohne auf irgendetwas klicken zu müssen."

Analoges Schreiben macht auch etwas mit dem Gehirn

Das passt auch zu einer Studie der University of Tokyo, die sich damit auseinandergesetzt hat, wie digitales und physisches Schreiben von Notizen das Gehirn beansprucht.

48 Freiwillige haben hier Notizen zu einem fiktiven Gespräch von zwei Charakteren über ihre Pläne gemacht. Später sollten sie Fragen zu diesem Gespräch beantworten, während sie einen MRI-Scan erhalten haben.

Die Studie fand dabei heraus, dass Leute, die auf Papier geschrieben haben, dabei höhere Hirnaktivitäten im Hippokampus und Bereichen, die für Sprache und Visualisierung zuständig sind, hatten.

Zwar hat sich das nur bedingt auf die Antworten selbst ausgewirkt – nur bei simplen Fragen haben Papier-Nutzer*innen besser abgeschnitten –, aber die physischen Notizen hatten noch einen weiteren Vorteil. Wer auf Papier geschrieben hat, war nämlich auch ohne Zeitdruck im Schnitt 25 Prozent schneller mit den Notizen fertig.

Auch wenn das Handy also schnell zur Hand ist, kann es sich offensichtlich durchaus lohnen, stattdessen zum guten alten Stift und Papier zu greifen.


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