Laut Psychologie ist "Post-Game-Depression" echt und vor allem RPG-Fans sind davon betroffen

Wer nach dem Abschluss eines Spiels eine gewisse Leere verspürt, ist damit nicht alleine.

Manche Spiele bleiben auch lange nach dem Ende noch im Gedächtnis. Manche Spiele bleiben auch lange nach dem Ende noch im Gedächtnis.

Dass Videospiele mitunter starke Emotionen auslösen können, dürfte weitgehend bekannt sein. Eine Studie hat sich jetzt allerdings mit dem Phänomen der "Post Game Depression", also einer Traurigkeit, die nach dem Beenden eines Spiels auftritt, auseinandergesetzt.

Vor allem Rollenspiel-Fans erleben Post Game Depression

Der Begriff "Post Game Depression" wird online schon länger genutzt, um eine gewisse Leere zu beschreiben, die manche Spieler*innen erleben, wenn sie gerade ein besonders tolles Spiel abgeschlossen haben. Wissenschaftler*innen haben dieses Phänomen jetzt untersucht.

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In ihrer Studie "Post-game depression scale - a new measure to capture players' experiences after finishing video games" versuchen die beiden Psychologen Kamil Janowicz und Piotr Klimczyk eine Skala, mit der das Phänomen gemessen werden können soll.

Diese "Post-Game Depression Scale" (P-GDS) wurde mithilfe von fast 400 Spieler*innen erstellt, die über Social-Media, Reddit, Mailinglisten und Discord rekrutiert wurden. Die meisten Teilnehmer*innen spielten dabei täglich oder fast täglich. Bei den Genres war alles vertreten, wobei Singleplayerspiele die Mehrheit bildeten.

Vier Aspekte wurden dabei ermittelt, die zu einer "Post Game Depression" gehören. Dazu gehören das Grübeln über das Spiel, emotional herausfordernde Erlebnisse zum Abschluss eines Spiels, der Wunsch, noch einmal neu zu starten, und ein sinkendes Interesse an anderen Medien.

Laut den Autoren ließ sich mit dieser Skala das Phänomen der "Post Game Depression" durchaus treffend beschreiben. Demnach führt es etwa zu einem geringeren Wohlbefinden und einer starken Neigung zum Grübeln über das Erlebte.

Im Gespräch mit News Medical erzählt Janowicz, dass ein Genre ganz besonders anfällig für diese Phänomene ist:

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass Spieler, die Rollenspiele (RPGs) spielen, am anfälligsten für Depressionen nach dem Spielende sind. Gerade in diesen Spielen haben die Spieler durch ihre Entscheidungen den größten Einfluss auf die Entwicklung ihrer Charaktere und bauen die stärksten Bindungen zu ihnen auf. Und je fesselnder die Spielwelt und je enger die Beziehung zum Charakter ist, desto schwieriger ist es, nach Spielende in die Realität zurückzukehren."

Ein wichtiger Hinweis ist allerdings, dass die psychische Gesundheit der Spieler*innen ebenfalls miteinbezogen werden muss. Wer schon vor dem Spielen mit schwierigen Emotionen zu kämpfen hat oder Symptome einer Depression aufweist, ist auch anfälliger, diese nach dem Ende eines Spiels zu erleben.

Habt ihr so ein Erlebnis selbst schon gemacht?


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