RAM und SSDs sind nicht nur wegen KI so teuer: Hersteller werden jetzt wegen vermeintlich illegaler Methoden verklagt

Den drei großen Speicherherstellern wird vorgeworfen, ihre Produktion bewusst verknappt zu haben, um noch mehr Profit zu schlagen.

RAM können wir nicht mehr im Überfluss kaufen. RAM können wir nicht mehr im Überfluss kaufen.

Speicher ist teuer. Und die meisten von euch werden sicherlich auch schon mitbekommen haben, dass der große Bedarf der KI-Firmen einen großen Anteil daran hat. Nun geraten aber auch die RAM-Hersteller selbst ins Visier. In Kalifornien müssen sie sich einer Klage stellen, die ihnen die Bildung eines illegalen Kartells vorwirft.

Samsung, SK Hynix und Micron sollen widerrechtlich gehandelt haben

In den USA haben mehrere Kläger*innen – darunter auch kleinere Tech-Unternehmen – eine Sammelklage (Class- Action Lawsuit) gegen Samsung, SK Hynix und Micron eingereicht, sprich die drei größten Hersteller von DRAM-Speicher. Zusammengenommen kontrollieren die drei amerikanischen und südkoreanischen Unternehmen fast 90 Prozent des weltweiten RAM-Markts.

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Die Kläger*innen werfen vor, dass die Speicheranbieter gleichzeitig ihre Produktion gekürzt hätten, um auf den für KI wichtigen High-Bandwidth-Speicher (kurz HBM) umzustellen. Die Herstellung von DDR3- und DDR4-RAM sei währenddessen größtenteils eingeschränkt und sämtliche anderen Speicherarten stark eingeschränkt worden, während die Preise in einem unheimlich schnellen Tempo in die Höhe schossen.

HBM verspricht laut den Klagenden jedoch weniger Gewinn, weshalb sich nicht logisch erklären ließe, weshalb Samsung, SK Hynix und Micron die Produktion des profitableren DDR-Speichers vermeintlich verknappt haben.

Ähnliches wurde Samsung und SK Hynix auch schon in der Vergangenheit vorgeworfen: Samsung hatte 2024 fünf Prozent und SK Hynix 10 Prozent der für SSDs wichtigen NAND-Produktion zurückgefahren – mit dem angeblichen Ziel, höhere Profite abzuschöpfen. Samsung soll sogar innerhalb des eigenen Unternehmens Produktionshilfen abgelehnt haben, um Profitmargen zu steigern.

Im Jahr 2023, als die Preise für Speicher auf einem niedrigen Preisniveau lagen, haben zudem alle drei Hersteller vermeintlich gleichzeitig ihre Produktion reduziert, ohne dass einer von ihnen mit günstigen Preisen und gesteigertem Angebot um Kunden buhlen wollte. Laut der Klageschrift sollte das aber eigentlich der Fall sein, Zitat:

„In einem wettbewerbsfähigen Markt ziehen steigende Preise bei Waren eigentlich ein gesteigertes Angebot nach sich. Das ist nicht passiert.”

via law360

Die angeblich zwischen den Unternehmen getroffenen Absprachen zur Preissteigerung und Angebotsverknappung sollen Millionen von Konsument*innen viel Geld gekostet haben – vor allem indirekt über Elektronikkäufe wie PCs, Handys oder Konsolen.

Dabei wird auch angemerkt, dass kaum noch Entfaltungsspielraum für neue Wettbewerber gegeben sei, da es bis zu 20 Milliarden Dollar kostet, um eine RAM-Fabrik innerhalb vieler Jahre hochzuziehen. Das stärke laut Klage die Oligopolstellung der drei Unternehmen deutlich.

Samsung, Hynix und Micron wurden in der Vergangenheit wegen Korruption verurteilt

Neu wäre die Bildung eines RAM-Kartells nicht. Bereits im Jahr 2002 wurden Micron, Samsung und damals Hynix neben weiteren Herstellern wie Infineon und Elpida wegen Verschwörung zu unlauteren Preisabsprachen verurteilt.

Die Preise schossen damals in schwindelerregende Höhen, da sich die RAM-Hersteller gemeinsam auf hohe Grundpreise festlegten. Als Strafe mussten sie sowohl in den USA als auch der EU Bußgelder in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar beziehungsweise Euro zahlen. Einzig Micron kam als Kronzeuge straffrei davon.

Der Tech-Kanal GamersNexus hat das Thema in aller Tiefe aufbereitet, falls ihr euch einmal durch die Historie der Speicherhersteller graben wollt:

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Besonders interessant ist dabei, dass viele der ehemaligen Akteure noch lange in ihren jeweiligen Unternehmen aktiv waren oder sogar noch sind, nur eben in neuen Positionen. Ob sie einen Einfluss auf heutige Preisstrategien haben, lässt sich aber nicht sagen.

Auch nicht, ob die Klage erfolgversprechend ist. Denn alle drei Hersteller haben angekündigt, neue Fabriken in den USA zu errichten und weiter in Speicher zu investieren. Zudem lässt sich eben auch mit dem hohen Bedarf vonseiten der KI-Industrie argumentieren, dass Produktionskapazitäten nicht böswillig umgelegt wurden.

Die Anschuldigungen könnten von den Richtern daher auch als nichtig erklärt werden, hier müssen wir abwarten.


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