Wonderbox: Wenn Zelda und Captain Toad sich auf kleinem Raum treffen

Wonderbox verbindet den Diorama-Look von Captain Toad mit den Adventure-Elementen aus Zelda. In dieser “Wunderkiste” steckt viel Charme und ein Abenteuer auf ganz engem Raum.

von Lukas Elstermann,
23.10.2021 10:30 Uhr

Wonderbox in der Spielvorstellung. Wonderbox in der Spielvorstellung.

Das Puzzlespiel Captain Toad: Treasure Tracker war für viele ein echter Geheimtipp im Jahr 2015. Das lag auch an dem besonderen Look. Die Level sind klein und verschachtelt, jeder Kameraschwenk offenbart neue Perspektiven und versteckte Wege. M.C. Escher im Pilzkönigreich, sozusagen.

Die blockartigen Level von Wonderbox erinnern stark an diese “Miniwelten” aus Captain Toad - nur wird in Wonderbox weniger gepuzzelt und eher im Stile eines Legend of Zelda erkundet und gemetzelt!

Was macht Wonderbox so besonders?

Das Apple Arcade-Spiel Wonderbox lässt sich vielleicht am besten als “Miniatur-Abenteuer” bezeichnen. Die Kampagne ist eine klassische Gut gegen Böse-Geschichte, die euch durch 33 Welten führt. Der Clou: Diese Welten sind winzig!

Die Spielfelder sind allesamt wie Dioramen aufgebaut, also wie kleine Modellwelten. Aufgrund ihrer Kompaktheit wirken sie wie liebevolle Miniaturausgaben von klassischen Fantasyszenarien: die Burg, das Mittelalterdorf, die finstere Höhle voller Trolle, es ist alles hier - aber in klein. Diese Begrenztheit macht den Reiz aus. Ihr erkundet eben keine weiten Areale, sondern erforscht jeden Zentimeter eurer kleinen Welt nach Schätzen und Geheimnissen. 

Willkommen in der Diorama-Welt: Die Level in Wonderbox erinnern an Schaukästen. Willkommen in der Diorama-Welt: Die Level in Wonderbox erinnern an Schaukästen.

Auch wenn das Leveldesign an Captain Toad: Treasure Tracker erinnert, spielt sich Wonderbox mehr wie ein Action-Adventure. In Wonderbox könnt ihr nämlich (anders als in Captain Toad) nicht nur vor und zurück gehen, sonder rennt und hüpft ganz frei durch die Level. Viel Bewegungsfreiheit gibt es aufgrund der Kompaktheit natürlich dennoch nicht, daher fühlen sich die Welten oft wie kleine “Action-Adventure-Schaukästen” an.

Dieses Konzept geht im Multiplayer-Modus auch erst richtig auf. Dort könnt ihr nämlich eure eigene kleine Welt aufbauen. Ob Wüstenpalast oder Burgruine - es gibt viele Möglichkeiten zum Personalisieren und Gestalten. Ihr könnt eine Miniatur des Kolosseums in Rom nachbauen oder ein kleines, gemütliches Fachwerkdorf. Anschließend teilt ihr euer Level mit anderen oder hüpft in bester Mario-Maker-Manier in Level (oder “Boxen”, wie sie im Spiel heißen) von anderen Spieler*innen.

Was euch in Wonderbox erwartet, könnt ihr euch auch einmal im Trailer ansehen:

Wonderbox - Launchtrailer zum charmanten Sandbox-Abentuer 1:25 Wonderbox - Launchtrailer zum charmanten Sandbox-Abentuer

Die Aufgaben, die euch in diesen Leveln erwarten, sind oft sehr leicht. “Kämpft euch durch die Höhle” oder “Erreicht den Turm”, beispielsweise. Dennoch entstehen immer wieder zahlreiche Welten mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten aus denselben einfachen Bausteinen. 

Für wen ist Wonderbox interessant?

Ihr mögt den Look von Puzzlespielen wie Captain Toad, Monument Valley und Fez, habt aber gleichzeitig mehr Spaß an kurzweiliger Action und Echtzeit-Kämpfen als an Rätseln und langen Erkundungstouren? Dann solltet ihr euch Wonderbox vielleicht einmal genauer ansehen. Die Welten sehen toll aus und sprühen vor Charme: Wonderbox versteht es, das epische Gefühl eines Action-Adventures auf ganz kleinem Raum entstehen zu lassen. 

Mithilfe des Wonderbox-Baukastens könnt ihr eure eigene kleine Fantasywelt aufbauen. Mithilfe des Wonderbox-Baukastens könnt ihr eure eigene kleine Fantasywelt aufbauen.

Ein Blick in Wonderbox ist wie ein Gang durch eine schöne Miniaturwelt. Videospiele werden immer größer und größer. Bewegungsfreiheit und non-lineare Spielverläufe sind schon fast ein Muss. Aber muss es denn immer gleich ganz New York sein? Oder ganz Griechenland? Oder gleich das ganze Universum? Nein, sagt Wonderbox und beweist mit seiner charmanten Miniaturwelt, dass größer nicht gleich besser ist.

GamePro Einschätzung

Lukas Elstermann
@ThatLukasElster

Ich bin ja großer Fan von Captain Toad: Treasure Tracker und bin daher sehr froh, dass nun auch ein Action-Adventure den hübschen Miniaturlook verwendet. Die Mischung aus Puzzle und Abenteuer funktioniert wunderbar. Mir gefällt besonders gut, wie kurzweilig die einzelnen Abenteuer sind. Da kommt schnell das “Nur noch ein Level!”-Gefühl auf. Die Welten sind wunderschön und haben diesen gewissen Brettspiel-Charme, den ich auch bei Captain Toad so mochte. Überhaupt hat das Design von Wonderbox etwas sehr Physisches, als würde ich echte Spielzeuge durch eine handgebastelte Modellwelt bewegen. Das macht einfach Spaß, und führt mich ein bisschen ins Kinderzimmer zurück, als aus simplen Legosteinen epische Universen entstanden. 

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