Soziale Medien werden aus verschiedensten Gründen immer mehr zum gesellschaftlichen Problem. In Japan ist die Lage inzwischen so angespannt, dass die Tokio Polizei zu ungewöhnlichen Mitteln greift.
Mit einer Reihe Videos im Manga-Look warnt sie Jugendliche vor den Schattenseiten der Plattformen – besonders vor dubiosen Nebenjobs, die mit schnellem, leichtem Geld locken.
"Lass dich darauf ein und dein Leben ist vorbei"
Insgesamt fünf Videos hat die Tokio Polizei bereits als Warnung vor den zwielichtigen Nebenjob-Angeboten veröffentlicht.
Jedes Video zeigt ein anderes Szenario, in dem ein Jugendlicher oder eine Jugendliche durch das verlockende Versprechen vom schnellen einfachen Geld zu kriminellen Aktivitäten manipuliert oder gezwungen wird.
Link zum YouTube-Inhalt
Das neueste und letzte Video der Kampagne zeigt eine junge Frau, die sich für einen Job in einem Urlaubsresort im Ausland bewirbt, für den ihr das schnelle Geld auf bequeme Arbeitsweise versprochen wird.
Als sie jedoch ins Ausland zu ihrem neuen Arbeitsort reist, muss sie feststellen, dass sie nun für eine kriminelle Organisation arbeiten muss. Ihr Job ist es jetzt hilflose Menschen tagein und tagaus zu betrügen. Sie kann auch nicht fliehen, da sie dort von ihren “Arbeitsgeber*innen” gefangen gehalten wird.
Ein anderes Video erzählt beispielsweise die Geschichte eines jungen Mannes, der zu viel Geld für Spiele am Handy ausgegeben hat und sich daraufhin in einer finanziellen Zwickmühle befindet.
Er stolpert in den sozialen Medien auf ein verlockendes Online-Jobangebot, das ihm direkt 50.000 Yen (umgerechnet 282 Euro) und schnelle, einfache Arbeit verspricht. Dafür muss er nur ein Bankkonto eröffnen und seinem oder seiner “Arbeitgeber*in” die Bankdaten übermitteln.
Einige Tage später wurde der junge Mann von der Polizei festgenommen, da sein Bankkonto für kriminelle Aktivitäten genutzt wurde. Daraufhin trifft auch noch eine Schadensersatzforderung bei seiner Familie ein und ihr ganzes Vermögen wird beschlagnahmt.
Das Video endet mit dem jungen Mann hinter Gittern und seinen Worten, dass er dem Untergang geweiht ist.
Nehmt euch in Acht vor den zunehmenden “Yami Baito”
Diese zwielichtigen Nebenjobs tragen den Namen Yami Baito, was auf Deutsch so viel wie “dunkler Nebenjob“ bedeutet. Damit sind vor allem Stellenangebote gemeint, die auf Social-Media-Plattformen zunehmend auftreten und hinter denen sich kriminelle Machenschaften verbergen.
Die Masche ist fast immer dieselbe: Für extrem einfache Tätigkeiten wird ein unrealistisch hohes Gehalt versprochen. Im Laufe des Prozesses verlangen die “Arbeitgeber*innen” jedoch sensible Daten, Fotos oder sogar offizielle Ausweisdokumente. Mit diesem Material können sie später gezielt Druck aufbauen, um ihre neuen “Arbeitskräfte“ einzuschüchtern und am Ausstieg zu hindern.
Wie gewaltig das Ausmaß mittlerweile ist, zeigen aktuelle Zahlen in Japan: Alleine im Jahr 2025 hat die japanische Polizei über 70.000 Warnungen vor solchen Yami-Baito-Angeboten direkt auf X veröffentlicht.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut offiziellen Berichten der National Police Agency (NPA) bereits mehr als 50.000 solcher Jobanzeigen aufgedeckt.
Was lässt bei euch bei einem Jobangebot die Alarmglocken läuten und hattet ihr Erfahrungen mit zwielichtigen Jobangeboten?
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.