Zweieinhalb Jahre nach Release habe ich es endlich geschafft die erste Staffel von Delicious in Dungeon (Dungeon Meshi im japanischen Original) nachzuholen. Und was soll ich sagen? Ich habe mein Herz direkt an die schrullige Abenteurertruppe verloren, die sich durch einen Dungeon schlägt und dort einfach alles auffuttert.
Gleichzeitig denke ich ständig: Ich will das nicht nur schauen, sondern auch zocken! Mein Traum-Videospiel zum Anime wäre der perfekte Mix aus zwei der besten Spielereihen überhaupt: Monster Hunter und Baldur’s Gate.
Dungeon Meshi ist die perfekte Vorlage für ein RPG
Bei den Regeln ihrer Fantasywelt hat sich Mangaka und Delicious in Dungeon-Erfinderin Ryōko Kui an allen Ecken von D&D inspirieren lassen. Die Story folgt einer vierköpfigen Gruppe, zusammengewürfelt aus unterschiedlichen Völkern und Klassen.
Da wäre beispielsweise die Elfen-Magierin Marcille oder Halbling Chilchuck, der sich als Schurke um Fallen und Schlösser kümmert. Gemeinsam kämpft sich die Truppe in einem gefährlichen Dungeon immer weiter nach unten.
Ihr Ziel ist es, die Schwester von Anführer Laios zu retten, die von einem gierigen Drachen verschlungen wurde. Das ist nur noch möglich, solange sie nicht verdaut wurde. Bei dieser Mission “schaltet die Truppe immer tiefere Etagen frei” und killt Monster – um sie anschließend zu frittieren, kochen oder zu grillen.
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Beim Trailer zum Netflix-Anime Delicious in Dungeon läuft uns das Wasser im Mund zusammen
Ich muss mir ständig vorstellen, wie ich die Charaktere taktisch in Rundenkämpfen einsetze – gerade, da alle feindseligen Kreaturen Schwachpunkte haben und auch Aspekte wie Marcilles verbleibendes Mana thematisiert werden. Das würde sich leicht in Aktionspunkte/Aktionen übersetzen lassen.
Außerdem sind Abenteurer*innen, die im Dungeon ins Gras beißen, nicht unbedingt gleich für immer tot. Folglich gäbe es sogar für das mehrfache Sterben in einem Spiel eine im Worldbuilding verankerte Anleitung.
Was mich aber neben der D&D- und Videospiel-Parallelen ganz speziell an Baldur’s Gate erinnert: Die Figuren ergänzen sich genauso gut wie sie sich zoffen und sind dabei alle eigenartig, stur und liebenswert; genau wie Astarion, Karlach und Co..
Muss eine Herausforderung bewältigt werden, gibt es in der Regel vier unterschiedliche Meinungen: Zwerg Senshi ist zum Beispiel grundsätzlich immer gegen Magie, während Marcille alles mit Feuerbällen grillen will. Das wäre die Steilvorlage für ein Dialog- und Zustimmungssystem.
“Marcille gefällt das” und “Senshi missbilligt das” würde da stehen, wenn ich das Magie-Inferno entfessle. Ein Skill-Check nach einem D&D-inspirierten System, beispielsweise durch Auswürfeln, perfekt obendraufpassen.
Das Thema des Animes hat aber auch einiges mit Monster Hunter zu tun
Wenn Laios und Senshi Monster studieren und die Zubereitung diskutieren, denke ich aber auch ständig an das ganz besondere Monster Hunter-Feeling. Kreaturen wie Basilisken und fleischfressende Pflanzen werden in Dungeon Meshi erforscht, in Einzelteile zerlegt, sachgemäß zubereitet und verspeist.
In Monster Hunter jage ich Riesenviechern im “Dienste der Wisschenschaft” nach, aber auch gleichzeitig, weil ich ihre Bestandteile haben will. Bei den großen Hauptjagden allerdings nicht, um die Biester zu futtern, sondern, um schicke Ausrüstung herzustellen.
Aber auch ausgewogene Mahlzeiten sind für eine erfolgreiche Hunt enorm wichtig. Je nach verputztem Gericht, bekomme ich nützliche Boni. Und dabei landet durchaus auch das Fleisch “kleinerer” Neben-Monster in der Pfanne.
Mit geschmolzenem Käse, Kräutern und Gemüse sehen die Menüs dann genauso unverschämt köstlich aus wie in Dungeon Meshi. Ein Koch-Feature und das Erforschen und Erlegen unterschiedlicher Monster wäre für ein Delicious in Dungeon-RPG ein absolutes Muss!
Ein Rollenspiel zum Anime, beziehungsweise Manga, stelle ich mir daher vor, wie wenn Baldur’s Gate und Monster Hunter ein wunderhübsches Kind hätten. Und Mann – würde ich das jetzt gerne zocken!
Kennt ihr den Anime oder Manga und könntet euch solch ein RPG auch richtig gut vorstellen?
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