Wer wagt sich an Baldur’s Gate 4 ran? Das ist die große Frage, seit Ausnahme-Entwickler Larian der Hasbro-Marke den Rücken gekehrt hat. Inzwischen sind seit dem Full Release drei Jahre verstrichen und weit und breit ist kein Nachfolge-Studio in Sicht.
Meiner Meinung nach ist das kaum verwunderlich. Schließlich sind die Erwartungshaltungen an den Baldur’s Gate 3-Nachfolger astronomisch – und wer sich dem annimmt, kann fast schon nur verlieren.
Wer in die Fußstapfen von Baldur’s Gate 3 treten will, braucht ziemlich große Stiefel
Mir ging es wie vielen RPG-Fans: Baldur’s Gate 3 hat mich komplett umgehauen. Immer wieder ist mir förmlich die Kinnlade runtergeklappt, wenn ich selbst gespielt oder die spannenden Entdeckungen der Community durchstöbert habe:
“Wie? Ich kann die fiese Feindin ganz einfach killen, indem ich die Brücke unter ihr einstürzen lasse?” “Ich kann dank Tränken mit Tieren komplette Unterhaltungen führen?” “Und es gibt ernsthaft ein geheimes Dino-Land?”
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Baldur's Gate 3 ist DER Standard für RPGs - und wird es noch lange bleiben
Das Rollenspiel ist genauso riesig wie detailverliebt. Und dabei sieht es auch noch verdammt hübsch aus und lässt mich dank zoombarer Kamera richtig tief in die Welt eintauchen. Gerade im CRPG-Genre ist das ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Ein Studio, das ein mindestens ebenbürtiges Spielerlebnis schaffen will, steht vor einer Monsteraufgabe. Selbst wenn die Fortsetzung Baldur’s Gate 3 eins zu eins als Blaupause nutzt, fehlt dann der Novelty-Faktor.
Es dürfte richtig schwierig sein, einen Entwickler zu finden, der sich das einerseits selbst zutraut – und dem das eben auch Hasbro zutraut. Nicht zu vergessen: Der Konzern hat bei der Marke strenge Vorgaben und immer die Finger im Spiel, und darauf müssen sich beide Seiten einlassen.
Einer hat schon „nein“ gesagt, ein anderes Studio wäre immerhin „masochistisch genug“
Hasbros erste Wahl nach Larian war ein ziemlich vielversprechender Kandidat, nämlich James Ohlen, einer der Lead-Entwickler von Baldur’s Gate 2. Der hat aber direkt eine Absage erteilt und gesagt: “Ich würde scheitern”.
Owlcat, der Entwickler der Pathfinder- und Warhammer 40,000-Videospiele, ist mutiger – oder nach eigener Aussage „masochistischer“. Co-Founder Alexander Mishulin könnte sich die Entwicklung von BG4 vorstellen, die Frage war aber rein hypothetisch und kam lediglich von IGN.
Das Team hat natürlich Erfahrung mit massiven und durchaus erfolgreichen Rollenspielen. Owlcats kommendes Spiel, The Expanse, dürfte nach dem ersten Anspiel-Fazit von Kollegin Eleen aber bei Weitem nicht das Format eines BG3 haben, sondern wirkte teilweise etwas angestaubt – auch wenn es insgesamt keinen schlechten Eindruck machte.
Fakt ist: Um BG4 aus dem Boden zu stampfen, müsste Owlcat sich sicher in vielen Bereichen weiterentwickeln und wachsen. Auf der anderen Seite musste Larian das auch und Mishulin hat eine ganz gesunde Sichtweise auf die Mammutaufgabe:
Für ihn entwickelt jedes Studio – ob Larian, BioWare oder der nächste Entwickler – unabhängig sein ganz eigenes Rollenspiel im Baldur’s Gate-Universum.
Wenn es nach euch geht und wir Larian mal außen vor lassen, sollte der Job übrigens an ein ganz anderes Studio gehen:
So oder so wird Larians Meisterwerk aber die Messlatte bleiben. Und in den nächsten Jahren mache ich mir sowieso gar keine Hoffnungen auf einen Nachfolger. Vom Entwicklungsstart bis zum Release von BG3 sind knapp sieben Jahre vergangen, zwischen dem Release von Teil 2 und 3 sogar über 20.
Trotzdem wünsche ich mir natürlich, dass ein Entwickler gefunden wird, der dem immensen Druck standhält – und am Ende vielleicht sogar so ziemlich alles anders macht als Larian. Denn ich glaube, am besten würde ein Nachfolger funktionieren, wenn er uns erneut so richtig überrascht.
Was sind eure Erwartungen an Baldur's Gate 4?
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