CD Projekt RED wird einfach nicht müde, The Witcher 3 zu verbessern – sowohl spielerisch als auch grafisch. Das Remaster krempelt dabei zum ersten Mal deutlich den Look des Mega-RPGs um, also auch auf der PS5 und daran angeschlossen der PS5 Pro.
Letztere fährt sogar die richtig dicken Geschütze auf und behebt eines der bisher größten Pröbleme. Viel mehr noch: Es hebt das Rollenspiel auf eine grafisch völlig neue Stufe.
Am Ray-Tracing-Modus kann ich mich auf der PS5 Pro kaum sattsehen
Ein kurzer Sprung in die Vergangenheit: Vor etwas weniger als 4 Jahren hat The Witcher 3 sein Next Gen-Update für PS5 und Xbox Series X|S erhalten. Neu war dabei unter anderem ein Ray-Tracing-Modus in 30 fps, der zwar eine schicke Beleuchtung und realistischere Schattierungen brachte, allerdings auch ganz schön Performance fraß.
In der Folge wurde das Spiel außerhalb des herkömmlich gerenderten 60 fps-Leistungsmodus ganz schön ruckelig:
Daran hat sich im Remaster auf der Standard-PS5 nichts geändert, hier kommt es immer noch ziemlich häufig zu Rucklern unter 30 fps.
Auf der PS5 Pro sieht das hingegen jetzt eine ganze Spur anders aus, denn hier wurde die Framerate auf bis zu 60 fps erhöht. Die werden auch halbwegs gehalten, wobei es in dichten Wäldern oder Städten wie Novigrad an einigen Stellen ruckeln kann und auch zu Tearing kommt:
An einem 120 Hertz-Fernseher mit VRR werden die Ruckler glücklicherweise sehr gut geglättet und das Tearing beseitigt, weshalb es mir auch richtig viel Spaß gemacht hat, in dem Modus zu zocken. Er spielt sich viel runder als auf der Basis-PS5 und sieht verdammt gut aus.
Gerade im sonnengetränkten Toussaint wirken die feineren Schattenverläufe richtig schön stimmig, während sie im Leistungsmodus ungemein hart und viel zu dunkel wirken:
Solch tiefschwarze Schatten wie im Leistungsmodus liefern zwar viel Kontrast, sind aber auch maximal unrealistisch. Ray-Tracing kriegt das viel feinfühliger hin!
Und auch beim Ritt durch die Landschaft ist mir regelmäßig die Kinnlade runtergeklappt, denn was das über zehn Jahre alte Spiel da noch auf den Bildschirm zaubert, ist nach all der Zeit aller Ehren wert, wie auch die GameStar in ihrem Test festhält:
11:16
The Witcher 3 Remaster: Das steckt im Gratis-Upgrade!
Wobei ich allerdings noch zwei kleine Kritikpunkte habe:
- Innenräume erscheinen ohne direkte Beleuchtung durch Kerzen extrem dunkel, man erkennt im Grunde gar nichts mehr:
Verfügt ein Raum über keine Beleuchtungsquelle, verschwindet Geralt in kompletter Finsternis, obwohl draußen hellichter Tag ist. Der Titel scheint Lichtstrahlen also nur in geringem Umfang zu verfolgen.
- vor beziehungsweise je nach Kameraperspektive hinter Geralt ist eine bröselige Silhouette zu erkennen, die einfach nicht verschwinden möchte:
Das sind aber winzig kleine Makel in einem ansonsten noch immer unheimlich schön anzusehenden Spiel.
Freigeschaltete Framerate im Leistungsmodus
Auf der PS5 Pro kann die Framerate im Leistungsmodus auf über 60 fps freigeschaltet werden. Dabei werden in der Regel etwa 80 bis 100 fps je nach Spielsituation erreicht, was sich wunderbar flüssig anfühlt. Ihr braucht dafür eben nur einen Bildschirm mit VRR und 120 Hz.
Auf der Basis-PS5 wird die Funktion hingegen (genau wie im Ray-Tracing-Modus der PS5 Pro) genutzt, um Tearing zu eliminieren und kleinere Ruckler zu kaschieren. Ganz ruckelfrei ist der Leistungsmodus dort aber auch mit VRR nicht.
Das Remaster ändert auf allen Konsolen den Look drastisch
Wie ich auch schon in meinem Switch 2-Test festgehalten habe, gibt es durch das Remaster grundsätzlich ein paar grafische Änderungen, die in jeder Version enthalten sind. Dazu zählen:
- eine hellere und damit realistischere Beleuchtung
- glaubwürdigere Schattenverläufe
- höher aufgelöste Texturen an vielen Stellen
- eine dichtere Vegetation
Die Verbesserungen könnt ihr euch beispielsweise in einem Vergleichsvideo aus der Community anschauen, wobei sich die Änderungen auf der PS5 Pro mit denen der Basis-PS5 decken:
Link zum YouTube-Inhalt
Die Auflösung des Spiels fällt auf der Basis-Konsole jedoch ein wenig niedriger aus, die Bildausgabe erscheint also unschärfer. PSSR 2 erledigt als KI-basierte Skalierung auf der Pro darüber hinaus einen saubereren Job als die mittlerweile in die Jahre gekommene FSR 2-Technik auf der Basis-PS5. Die soll zwar ein scharfes 4K-Bild generieren, zeigt aber recht viele Ghosting-Artefakte und sie flimmert auch stärker an Objektkanten.
HDR im Remaster
CD Projekt RED hat der Neuauflage von The Witcher 3 eine HDR-Unterstützung verpasst, die sich aus den SDR-Daten des Spiels speist (sogenanntes Inverse Tone-mapping). Damit wirkt das Bild dann auch klar knalliger und kontrastreicher.
Der Vorteil der Technik ist, dass der Titel echtes Schwarz darstellen kann, allerdings sind helle Bildelemente auch stark überbelichtet, da lediglich anhand der Farbwerte entschieden wird, mit welchen Helligkeiten sie dargestellt werden.
Im Bild stehe ich beispielsweise auf den warmweißen Stufen des Palastes von Beauclair. Zwar scheint die Sonne, dass der Marmor aber in 400 Nits und mehr leuchtet, ist dann doch eher übertrieben, da das Bild dadurch unausgewogen wirkt. Das Ergebnis ist immer noch solide für ein Spiel, das ursprünglich in SDR entwickelt wurde, ein echtes HDR-Erlebnis dürft ihr aber nicht erwarten.
Darüber hinaus gibt es auch noch ein paar spielerische Neuerungen, die wir in unseren Übersichten behandeln:
Fazit der Redaktion
Chris Werian
FromSoftwerian@BlueSky
Meine größten Erwartungen an das Remaster hatte ich im Bezug auf die PS5 Pro-Version, da mir die Ansätze vom Next Gen-Upgrade mit der Ray-Tracing-Implementierung zwar im Kern gefallen haben, die Basis-PS5 dafür aber einfach nicht gut genug gerüstet war.
Zumindest für Ray-Tracing in 60 fps, die der Titel erst jetzt mit der Remaster-Version auf Sonys Premium-Konsole erzielt. Zwar nicht durchweg, aber im Zusammenspiel mit VRR fallen die paar Ruckler nur sehr selten auf.
Und in 60 fps sieht es einfach atemberaubend aus, auf Plötze durch großartig schattierte Wälder zu reiten, schummrige Burgen zu erkunden und bei Nacht im Mondlicht auf Banshee-Jagd zu gehen.
Auf der Basis-PS5 sind die Änderungen da schon eine Spur kleiner, ihr erhaltet aber dennoch ein solides, visuelles Upgrade. Auch wenn der blassere Look wohl ein wenig eine Geschmacksfrage ist. Mir gefällt er besser als die zuvor stark gesättigten Farben und harten Kontraste, ich mag aber auch generell den realistischeren Ansatz vom Remaster.

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