A World of Keflings im Test - Test für XBLA

Da hat wohl jemand gern Gullivers Reisen gelesen: Als Avatar-Riese im Zwergenreich spielt ihr den Baumeister für kleine Keflings.

von Patrick Mittler,
23.12.2010 16:10 Uhr

In A World of Keflings fühlt man sich unwillkürlich in die eigene Kindheit zurück versetzt. Zumindest wenn man damals kleine Städte ins eigene Zimmer gebaut hat. Da konnte man sich als Herrscher über sein kleines Spielzeugreich fühlen, als Riese unter all seinen Bewohnern und auch als Chef über das Schicksal seines Reiches. A World of Keflings setzt ganz auf dieses spielerische Gefühl und präsentiert euch wie der Vorgänger dazu die putzigen und leicht durchgeknallten Keflings als Spielzeuge. Für die kleinen Wichtel ackert ihr euch durch eine vereinfachte Aufbausimulation, in der ihr beinah alles selber macht. Und das ist wörtlich gemeint.

In A World of Keflings seid ihr als euer Xbox-Avatar unterwegs und baut als Riese unter den Zwergen-Keflings Dörfer, Städte und vor allem Warenkreisläufe für die kleinen Kerlchen. Dabei erledigt ihr die meisten Arbeiten direkt: Mit eurem Avatar latscht ihr durch die Gegend, baut Rohstoffe ab, gebt Bauaufträge, platziert Gebäude in der Landschaft, verarbeitet die Rohstoffe darin zu weiteren Produkten (etwa Sand zu Glas) um wieder neue und größere Häuser zu bauen. Zu eurer Unterstützung habt ihr eine wachsende Zahl von Sklav… äh, Keflings, denen ihr Aufgaben zuweist. Grabscht euch einfach einen der Wichte und platziert ihn neben einem Baum, schon fällt er Holz. Setzt einen Kefling auf einen Ressourcenstapel und dann in die Bauhütte, schon trägt der brave Untertan den Kram fortan automatisch hin.

Mit den Baumaterialien und gefundenen Blaupausen macht ihr euch daran, immer neue und bessere Gebäude aus dem Boden zu stampfen. Dazu gebt ihr Bauaufträge für Gebäudeteile, tragt die dann an ihren Bestimmungsort und ordnet sie im richtigen Muster an. Euer Reich wird größer, eure Keflings steigen im Level und machen ihren jeweiligen Job dann besser und ihr verbessert die Fähigkeiten eures Avatars. Praktisch: Euch folgt auch eine Kohorte an Builder-Keflings, die größer sind als ihre Artgenossen. Die Wichtel sind nicht nur treue Speichellecker, sondern tragen euch fertige Bauteile von selbst hinterher. Das erspart im Gegensatz zum Vorgänger eine Unmenge an lästiger Laufarbeit.

Im zentralen Waldreich erledigt ihr die Hauptaufgabe des Spiels, nämlich einem Wichtelkönig sein Schloss zu bauen. War der Wald im Vorgänger (A Kingdom for Keflings) noch die einzige Landschaft, so macht ihr in A World of Keflings auch Ausflüge in Eisgebiete und Wüsten, was angenehm kurzweilige Abwechslung ins Spiel bringt, zumal nach dem Schlossbau keine weiteren Aufgaben anstehen. Die große Stärke des Spiels sind eindeutig die lustigen Keflings. Mit witzigen Kommentaren, dem leicht dümmlichen Aussehen und den Quietschestimmen wachsen einem die Winzlinge sehr ans Herz. Das müssen sie auch, denn eure Bautätigkeit hat besonders später im Spiel leicht frustige Momente, etwa wenn Rohstoffe im falschen Gebäude liegen und ihr sie mühsam umschichten müsst. Manchmal geht in dem ganzen Gewusel außerdem die Übersicht vollkommen flöten. Fitzelige Kleinarbeit ist also vorprogrammiert.

Nichtsdestotrotz bietet A World of Keflings viel Aufbauspaß zum relativ fairen Preis. Zumal ihr auch gemeinsam ans Werk gehen könnt, entweder zu zweit im Splitscreen oder mit bis zu drei Kumpels online. A World of Keflings spricht Zocker an, die einfach gern bauen, sich eine kleine Welt zusammenbasteln und eine Freude daran haben, wenn durch ihrer Hände Arbeit alles schön wächst und gedeiht. Kein Krieg, keine Zerstörung, aber dafür viel Mikromanagement in einer farbenfrohen Umgebung: Passt doch perfekt für die besinnliche Weihnachtszeit.

A World of Keflings

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

1 bis 4

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

160,21 MB

Entwickler:

NinjaBee

Hersteller:

Microsoft

USK:

ohne Altersbeschränkung

Wertung:

86 %


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