Age of Empires: Castle Siege im Test - Nur noch eine Ruine

Age of Empires war der Inbegriff für intelligente Echtzeit-Strategie. Mit Age of Empires: Castle Siege führt Microsoft die große Marke jetzt zur Free2Play-Schlachtbank.

von Markus Schwerdtel,
28.09.2014 10:30 Uhr

Age of Empires, Starcraft, Command & Conquer - die späten 90er sind die große Zeit der Echtzeit-Strategiespiele. Vor allem Age of Empires fesselt an den PC, dank Basisbau, Ressourcen-Management, unterschiedlichen Epochen und ausgefeilten Schlachten um Burgen und Festungen gehört das Spiel zu den komplexesten Vertretern seiner Zunft.

Was also kann beim neuen Age of Empires: Castle Siege (exklusiv für Windows Phone 8 und Windows 8 erhältlich)schon schief gehen? Kurz: alles! Entwickler Smoking Gun (Ensemble Studios - die Erfinder des Originals - wurden 2009 von Microsoft aufgelöst) hat aus dem Strategiespiel ein Free2Play-Aufbauspiel im Stil von Clash of Clans gemacht. Age of Empires hat deshalb mit dem Echtzeit-Stundenfresser von damals nur noch den Namen gemein.

Siedeln auf der Wiese

Zu Beginn sieht Castle Siege dann aber doch fast so aus wie damals das originale Age of Empires: Wir starten mehr oder weniger auf der grünen Wiese mit einem simplen Bergfried und ein paar Gebäuden. Fies: Das Spiel zeigt uns als Motivation eine voll ausgebaute Siedlung mit allen Schikanen, bevor es uns ins Tutorial und damit in den tristen Free2Play-Alltag entlässt.

Denn der eigentliche Spielablauf von Castle Strike ist so vorhersehbar wie langweilig und -wierig: Wir platzieren Gebäude (Sägemühle, Bauernhof etc.), warten bis sie fertig gebaut sind (lässt sich mit Gold beschleunigen). Dann warten wir noch mal, bis sie genug Holz oder Früchte produziert haben, so dass wir uns wiederum Upgrades für die Gebäude leisten können, damit sie noch mehr produzieren. Und so weiter, und so fort. Umherwuselnde Arbeiter o.ä. wie in klassischen Echtzeit-Strategiespielen gibt es dabei aber nicht zu sehen, die Figuren auf dem Bildschirm sind reine Alibi-Männchen.

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Die Wartezeiten sind dabei nicht zu unterschätzen, schon auf das erste Gebäude-Upgrade muss man zwei Minuten warten. Klar, die Zeit lässt sich mit nur einem Goldstück auf null verkürzen und man startet das Spiel mit einem bequemen Goldpolster. Trotzdem ist das schon ein Vorgeschmack auf die typische Free2Play-Wartemechanik, die einem in Age of Empires an allen Ecken und Enden begegnet. Zumal zum Beispiel schon die zweite Stufe der Sägemühle eine Stunde dauert und die Beschleunigung 39 Goldstücke verschlingt.

Gold kostet Geld

Noch mal zum Verständnis: Gebäude und ihre Upgrades kosten Ressourcen (Holz, Nahrung, Stein), das schnellere Fertigstellen Gold. Wer seine Rohstoff-Lager auf die Schnelle auf 100 Prozent füllen möchte, kann das ebenfalls gegen 37 Goldstücke tun. Der Zaster lässt sich natürlich gegen echtes Geld auffüllen, für 500 Goldstücke (also ca. 13 Mal Lager aufstocken) werden zum Beispiel knapp fünf Euro fällig - ganz schön happig. Das größte Goldpaket mit 14.000 Stücken kostet gar satte 99,00 Euro. Ungeduldige Naturen können bei Age of Empires: Castle Siege also richtig Geld lassen.

Nicht ganz billig: Eine volle Goldkiste schlägt mit kann 100 echten Euro zu Buche.Nicht ganz billig: Eine volle Goldkiste schlägt mit kann 100 echten Euro zu Buche.


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