Brütal Legend - Tim Schafer über die Fehler bei der Vermarktung

Double Fines Brütal Legend ist ein Action-/Strategie-Hybrid. Laut Tim Schafer wäre diese Tatsache vor dem Release des Spiels aber nie vernünfig kommuniziert worden, weshalb auch die Resonanz schlechter ausviel als erhofft.

von Sebastian Klix,
05.09.2012 17:38 Uhr

Laut Tim Schafer wurde der Spielinhalt von Brütal Legend falsch kommuniziert.Laut Tim Schafer wurde der Spielinhalt von Brütal Legend falsch kommuniziert.

Das Spiel Brütal Legend rund um Roadie Eddie Riggs (das virtuelle Abbild von Musiker und Schauspieler Jack Black) ist eine Mischung aus Action- und Echtzeit-Strategie-Spiel. Davon wussten allerdings viele Spieler nichts als sie das Spiel erworben haben, in dem Glauben, ein reines Actionspiel vor sich zu haben.

Das zumindest sieht Tim Schafer, Chef von Brütal Legend-Entwickler Double Fine, mit als Hauptgrund für den ausgebliebenen Erfolg des Spiels. Gegenüber Eurogamer äußerte sich Schafer nun, drei Jahre nach Release, über die gemachten Fehler bei der Kommunikation über den Spielinhalt und die Vermarktung.

»Es gab definitiv ein Kommunikationsproblem bei diesem Spiel. Das ist ein Beispiel dafür, wie mehr Offenheit diesem Spiel deutlich weitergeholfen hätte. Wir hätten sagen können, dass wir es entwickeln und ihnen vor dem Launch mehr über unser Kampfsystem verraten können. Nicht nur hätten die Leute dann Bescheid gewusst, sie hätten auch Vorschläge äußern, sich damit anfreunden und ein Gefühl dafür bekommen können, dass es ihre Idee war anstatt einen schrecklichen Schock zu bekommen.«, so Schafer.

Sowohl sich selbst und seinem Studio, aber auch Electronic Arts und dem vorherigen Publisher Vivendi (jetzt Teil von Activision Blizzard) macht Schafer dabei Vorwürfe.

»Vivendi sagte in etwa: 'Nein. Auf keinen Fall. Wir sagen niemals RTS dazu, nie. Selbst wenn uns jemand fragt, ob es ein RTS ist, sagen wir Nein.' EA hat es hauptsächlich einfach nicht betont. EA sagte uns nie, dass wir nicht darüber sprechen dürfen. Tatsächlich haben sie sogar ein Presse-Event in einer Bar in San Francisco veranstaltet, bei dem es nur um den Multiplayer ging. Wir haben unseren Multiplayer-Tutorial-Trailer vor dem Spiel veröffentlicht, versuchten also nicht, es irgendwie zu verbergen.«

Auch die Demo hätte die Situation nicht besser gemacht. Diese zeigte praktisch nichts von den später im Spiel auftauchenden, komplexen Echtzeit-Strategie-Mechaniken. Diese Fehler in der Kommunikation nach Außen hätten den Teil von Brütal Legend, den Strategie-Part, der den Entwicklern besonders wichtig war, letztlich in ein schlechtes Bild gerückt.

»Der Part, der am Spiel so besonders war, wurde durch diese schlechte Kommunikation in unfairer Weise diffamiert. Es ist einfach die netteste Sache an diesem Spiel, die sich in einen großen Negativpunkt für die Leute verwandelte. Hätten wir sie früher mit einbezogen, hätte ihnen diese Teile des Spiels wesentlich mehr Spaß gemacht. Aber ich stehe dazu. Ich denke, es macht immer noch eine Menge Spaß. Die Leute, die es online spielten, hatten wirklich Spaß damit.«

Quelle: Eurogamer

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