DeathSpank im Test - Test für XBLA

Diablo zum Mitlachen: Monkey Island-Schöpfer Ron Gilbert liefert das Hack and Slay mit Gag-Garantie.

von Patrick Mittler,
15.07.2010 10:10 Uhr

Wo Monkey Island-Schöpfer Ron Gilbert als Designer fungiert, kann schräger Humor nicht weit sein. Für DeathSpank für Xbox 360 wird wieder die ganz große Gag-Keule ausgepackt und saust mit Karacho auf das Genre Hack and Slay. Statt strahlender Helden tummeln sich in dem Titel pensionierte Abenteurer wie Eubrick (vormals »Sally das Stallmädchen«). Ihr findet statt Brustbein-brechender Armbrüste eine alberne Hühnerkanone (trifft gleich mehr Gegner) oder überlegt, wie ihr Waisenkindern einen Vaterersatz sucht (»Ich könnte einen Betrunkenen bezahlen…«). Wer schon die Späße der Monkey Island-Serie klasse fand, wird auch DeathSpank dafür lieben. Wer aber die Rätsel der Affeninsel schätzte, wird enttäuscht.

In der Haut des gleichnamigen Helden DeathSpank lauft ihr durch eine recht lineare Welt, schnetzelt Unmengen an (kreativ gestalteten) Monstern und sackt so viel Beute wie möglich ein. Immer wieder stattet ihr den braven Recken mit besseren Waffen und Ausrüstungen aus und erledigt Quests am Wegesrand. Typischerweise sind die zwar meist bekannt-öde Sammelaufgaben, trotzdem sind die launig präsentiert, etwa wenn euch ein Waisenkind um ein Handy fragt (Wozu? Na um Blogs zu schreiben natürlich!). Die Grafik wirkt zwar arg klobig, doch der Charme stimmt: Wie in Animal Crossing lauft ihr mit DeathSpank wie auf einer riesigen Rolle und alle Umgebungsobjekte sind zweidimensionale Aufsteller wie aus Papier. Das verleiht DeathSpank einen einzigartigen Stil.

Und jetzt kommt der Hacken, denn DeathSpank ist darüber hinaus oft auch so flach aus wie die 2D-Objekte im Spiel. Der Held kann nicht wirklich angepasst werden, sondern bleibt im Grunde ein Krieger. Lediglich eine Hero-Card könnt ihr pro Levelaufstieg auswählen, die dann eine von sechs Fähigkeiten stärkt, etwa wie Geschwindigkeit oder Stärke. Am Ende von DeathSpanks Reise habt ihr alles gesehen und das Kerlchen bis zum Anschlag aufgepowert, einen wirklichen Anreiz für einen zweiten Durchlauf gibt es nicht. Auch der Coop-Modus enttäuscht, denn statt eines vollwertigen Kameraden, steuert der zweite Spieler einen unterstützenden Zauberer, ohne eigenes Inventar oder eigene Meinung. Der Sidekick folgt einfach Held DeathSpank und teilt sogar dessen Energieleiste. Diese Punkte vermiesen klar den Langzeitspaß, aber für einen Downloadtitel stecken in DeathSpank so viel Lacher, wie sonst selten (Monkey Island-Remakes natürlich ausgenommen).

DeathSpank

Preis:

ca. 15 Euro (1200 Punkte)

Spieler:

1 bis 2

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

1.000 MB

Entwickler:

HotHead

Hersteller:

HotHead

USK:

ab 12 Jahren

Wertung:

* * * *


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