Destiny - Bestätigt: Story wurde massiv umgeschrieben

Bereits zum verspäteten Release des Multiplayer-Shooters Destiny gab es Hinweise darauf, dass die Story zuvor ganz anders aussehen sollte. Im Rechtsstreit zwischen dem Ex-Komponisten und Entwickler Bungie sind nun weitere Details veröffentlicht worden.

von Stefan Köhler,
08.09.2015 13:53 Uhr

Destiny - Bestätigt: Story wurde massiv umgeschrieben Destiny - Bestätigt: Story wurde massiv umgeschrieben

Die Story des Multiplayer-Shooters Destiny wurde kurz vor Release massiv umgeschrieben und gekürzt. Das bestätigen Informationen, die im Rahmen des jüngst beendeten Rechtsstreits zwischen dem Entwickler Bungie und dem Ex-Komponisten Marty O'Donnell veröffentlicht wurden.

In Sektion 2, Paragraph 10 der Gerichtsdokumente findet sich folgender Absatz:

"Obwohl Destiny für September 2013 geplant war, wurde im August 2013 die Geschichte grundlegend geändert. Damit wurde der Release auf den März 2014 gelegt, viele Änderungen an bereits fertiggestellten Inhalten mussten vorgenommen werden."

Nach einer weiteren Verschiebung wurde Destiny im September 2014 veröffentlicht. Interessanterweise kündigte der Story-Autor Joseph Staten im September 2013, einen Monat nach der Story-Revision. Und das trotz 15-jähriger Firmenzugehörigkeit. Unter welchen Umständen, liegt hier auf der Hand.

Bereits zum Release des Spiels vermuteten Spieler eine massiv geschnittene Story - allein schon, weil die vorhandene Geschichte nur aus Versatzstücken bestand. In unserem Special »Die gestohlene Story« erzählen wir die Geschichte nach, die nur Alpha-Tester zu Gesicht bekamen. Außerdem deuten die im Spiel nicht anschaubaren Grimoir-Karten an, dass die Hintergrundgeschichte eigentlich ganz anders erzählt werden sollte.

Der Rechtsstreit zwischen Komponist Marty O'Donnell und Bungie zeichnet zudem ein düsteres Bild bei der nun herrschenden Unternehmenskultur. Das Bungie-Gründungsmitglied O'Donnell wurde ohne Angabe von Gründen gekündigt, seine Anteile am Unternehmen und ausstehende Gehälter nicht gezahlt. Ein US-Gericht sah darin einen Rechtsbruch, Bungie musste Nachzahlungen tätigen und das Aktienpaket des Komponisten wiederherstellen. Weitere Details zur Klage gibt es in unserer News zum Thema.

Der ehemalige Bungie-Mitarbeiter und Lead Designer von Halo 3, Jaime Griesemer, lies via Twitter folgenden Kommentar zur Situation fallen:

"Was Bungie Marty angetan hat, haben sie mit DUTZENDEN guten Leuten gemacht. Manchmal sogar Schlimmeres. Gut, dass sich endlich einer gewehrt hat. #TheArbiterSpeaks"

Bungies Ex-Senior-Artist Vic DeLeon antworte ebenfalls via Twitter auf Griesemers Kommentar:

"Amen Bruder. So, so viele [gute Leute]."

Jaime Griesemer, Martin O'Donnell und Vic DeLeon haben mittlerweile mit weiteren Ex-Bungie-Profis das Indie-Studio High Wire Games gegründet. Story-Schreiber Joe Staten ist zu Microsoft zurückgekehrt und hilft bei den Stories verschiedener Xbox-Spiele. Er schreibt zudem ein neues Halo-Buch.

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