Destiny 2 - Ohne ein besseres Loot-System komme ich nicht zurück

Ich habe viele Wochen mit Destiny verbracht und mich mit schickem Gear hübsch angezogen. Doch um bei Destiny 2 noch einmal von vorn zu beginnen, brauche ich unbedingt ein besseres Loot-System.

Gunplay und Story sind wichtig, aber ohne den richtigen Loot bleibe ich nicht lang dabei. Gunplay und Story sind wichtig, aber ohne den richtigen Loot bleibe ich nicht lang dabei.

Destiny hat so einige Probleme, das dürfte in den letzten zweieinhalb Jahren klar geworden sein. Egal ob es nun um die dünne Story, das dürftige Endgame oder das fehlende Matchmaking geht, wenn Destiny 2 das Franchise fit für die Zukunft machen soll, braucht es viel Mut, die Altlasten aus dem ersten Destiny über Bord zu werfen. Mir persönlich wäre hier vor allem ein Element wichtig, das Bungie für den Nachfolger grundlegend überarbeiten sollte: das Loot-System.

Fette Beute

Damit wir auch noch nach dem Ende der Hauptstory mit unseren Hütern durch Destiny 2 flattern, braucht es zugegebenermaßen eine Vielzahl von Mechanismen, die uns am Ball halten. Doch Destiny ist in meinen Augen in erster Linie ein Shooter-RPG, das von der Motivation lebt, immer bessere Ausrüstung zu finden und unseren Hüter somit noch ein bisschen weiter auszureizen. Und damit der Loot-Jagd nichts im Wege steht, fordere ich fünf wichtige Änderungen.

1. Weg mit den Engrammen

Dass sich der Loot in Destiny hinter sogenannten Engrammen versteckt, die erst vom Kryptarchen entschlüsselt werden müssen, ist sinnbildlich für das verkopfte Design des gesamten Spiels. Jedes Mal, wenn wir eine handvoll an (vielleicht) spannenden Items vom Boden aufgeklaubt haben, müssen wir das aktuelle Spiel beenden, lange Wartezeiten in Kauf nehmen, zurück in die Stadt reisen, um dann erst zu erfahren, was wir eigentlich gefunden haben. Vor enttäuschenden Offenbarungen sind wir dann auch nicht geschützt, was diesen Umweg noch nerviger macht.

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Ja, auch andere Action-RPGs haben Gegenstände, die erst identifiziert werden müssen. Aber das ist die Ausnahme, nur bei hochwertigem Loot der Fall und außerdem können wir dann schon ungefähr einsehen, welcher Gegenstand uns erwartet. In Destiny kann sich selbst hinter violetten Engrammen wertloser Schnickschnack verstecken. Daher bitte ich darum, dass wir in Destiny 2 einfach Loot finden, von dem wir sofort wissen, ob wir etwas damit anfangen können.

2. Item-Upgrades nicht mehr über Ressourcen

Im Grunde mag ich die Idee, aufregende Waffen oder Rüstungsteile noch weiter verbessern zu können und dadurch vielleicht sogar neue Eigenschaften freizuschalten. Doch das darf bitte nicht nur dann möglich sein, wenn ich ausreichend Ressourcen im Spiel gesammelt habe. Die Suche nach den Zutaten für das Upgrade der legendären Schrotflinte, die mir gerade vor die Füße gefallen ist, wird in Destiny von sterbenslangweiligen Ausflügen auf unterklassige Planeten begleitet, die ich nach Ressourcen und Containern absuchen muss.

Diese Sammel-Mechanik ist ungelenk ins Spiel integriert und abseits der Item-Upgrades nahezu unnütz. Warum kann ich legendäre und exotische Waffen denn nicht auch einfach über das konstante Nutzen der Ausrüstung aufwerten, sondern muss die Upgrades noch zusätzlich mit Ressourcen aktivieren? Der Loot-Grind kann schon zermürbend genug sein, da brauche ich keine Wandertage auf der Erde, um Drehmetall zu pflücken.

Den stilsichere Look darf Destiny 2 aber gern behalten. Den stilsichere Look darf Destiny 2 aber gern behalten.

3. Mehr Attribute & Möglichkeiten beim Character-Build

Zu Beginn von Destiny muss ich mir zunächst einmal eine Klasse aussuchen, die ich dann im weiteren Spielverlauf zumindest ein bisschen spezialisieren kann. Viel interessanter fände ich es allerdings, wenn ich die detaillierte Personalisierung meiner Fähigkeiten über den Loot vornehmen könnte, der mir auf meinen Abenteuern unterkommt. In meinen letzten Wochen mit Destiny habe ich meine Ausrüstung ausschließlich zum Zweck der Lichtlevel-Steigerung gefarmt und das möchte ich nicht noch einmal mitmachen müssen.

Mit einem umfangreicheren Attributsystem, das über meine Super-Attacke und meine Granaten hinausgeht, könnte ich je nach Ausrüstung dafür sorgen, meinen Hüter an meinen Spielstil anzupassen. Mit Set-Gegenständen, die einen zusätzlichen Bonus verleihen und bestimmte Spielweisen fördern, sowie unlimitiertes Anlegen von exotischer Ausrüstung, bleibt die Loot-Jagd hoffentlich etwas länger spannend und kommt nicht zu einem abrupten Ende, sobald ich das Lichtlevel-Cap erreicht habe.

4. Schluss mit den Fraktions-Grinds

Wer in Destiny alle Möglichkeiten ausloten will, um an gute Ausrüstung zu kommen, darf sich nicht nur auf das Schlachtfeld konzentrieren, sondern muss sich auch darum kümmern, seinen Ruf bei Händlern und Fraktionen zu steigern. Ich kann damit leben, wenn diese Rufsteigerung passiv durch das Abschließen von Quests oder Achievements passiert, doch allzu oft sind hier in Destiny auch Ingame-Währungen und Materialien gefragt.

Man muss es ja mit dem Loot auch nicht übertreiben. Man muss es ja mit dem Loot auch nicht übertreiben.

Immer wieder fühlte ich mich dazu gedrängt, tägliche Missionen oder Strikes nur deswegen zu absolvieren, um mich mit den legendären Marken irgendwann beim Kriegskult der Zukunft beliebt zu machen und hochwertige Engramme einzustreichen. Warum gibt es diese tolle Ausrüstung nicht gleich in den Strikes zu finden?

5. Mehr, besserer & häufigerer Loot

Der allerwichtigste Punkt jedoch, der bei Destiny 2 hoffentlich kein Problem mehr darstellen wird, ist die Häufigkeit und die Menge des Loots, den wir im normalen Gameplay finden können. Ich habe unzählige Abende verbracht, an denen ich drei Stunden oder länger durch Strike-Playlisten gehuscht bin, ohne am Ende zumindest ein Item in der Hand halten zu können, das ich tatsächlich gebrauchen kann.

Normalerweise bin ich immer der Meinung, dass Qualität über Quantität geht, doch im Bezug auf Loot sehe ich das etwas anders. Borderlands und Diablo haben gezeigt, dass regelmäßige sowie häufige Loot-Drops nicht den Spaß am Spiel verwässern, sondern vielmehr die Motivation schaffen, doch noch eine halbe Stunde länger über die Venus zu spazieren, da sich die investierte Zeit wirklich lohnen kann.

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