Enlisted - Ein Weltkriegs-Shooter will das Multiplayer-Genre auf den Kopf stellen

Gleich mehrere Multiplayer-Kampagnen, groß angelegte Gefechte und zerstörbare Schlachtfelder will der Weltkriegs-Shooter Enlisted bieten. Aber einen großen Haken gibt es noch.

von Tim Hödl,
14.12.2016 14:00 Uhr

Enlisted will Shooter-Fans mit einem Weltkriegs-Setting und großen Ambitionen begeistern. Enlisted will Shooter-Fans mit einem Weltkriegs-Setting und großen Ambitionen begeistern.

Ob nun Overwatch oder Infinite Warfare – Multiplayer-Shooter inszenieren ihre Schlachten immer wieder als sportliches Ereignis, bei dem zwei Teams auf die Jagd nach den meisten Punkten gehen. Gaijin Entertainment (War Thunder) will zusammen mit dem Entwicklerstudio Darkflow Software eine andere Richtung einschlagen.

Helfen soll ihnen dabei Enlisted. Der squad-basierte MMO-Shooter wartet nicht nur mit dem Zweiten Weltkrieg als Setting auf, sondern will euch auch nachempfinden lassen, was es heißt, ein Soldat zu sein. Und als wäre das noch nicht genug, könnten die zerstörbaren Schlachtfelder sogar Platz für mehr als 100, vielleicht sogar 150 Spieler bieten.

Mehr als nur ein Spiel

Wie die Macher auf der offiziellen Website erklären, versteckt sich hinter Enlisted sogar mehr als nur ein einzelnes Spiel. Der Shooter will einige der bekanntesten Schlachten des Zweiten Weltkriegs abdecken, und jede davon soll eine eigene Multiplayer-Kampagne mit mehreren Schauplätzen und Missionen bekommen. Aktuell arbeitet das Team an einer Kampagne zur Landung in der Normandie und an einer rund um die Schlacht von Moskau.

Zudem legen die Entwickler großen Wert auf Realismus. Die Aufgaben in Enlisted sollen sich daher an den Erlebnissen echter Soldaten orientieren. Wie das im fertigen Spiel aussehen könnte, beschrieben die Macher folgendermaßen:

"Du könntest einer der Verteidiger von Moskau in den Gräben rund um die Stadt sein, während du dich mit vorrückenden, feindlichen Panzern und überlegenen Truppen konfrontiert siehst – und du hast das Ziel, die Feinde aufzuhalten, die näherkommende Armee mit allem, was du hast, aufzuhalten. Deine Aufgabe besteht nicht darin, einfach nur jeden Gegner zu töten; (...)"

Allerdings gibt es im Vergleich zu modernen Militär-Shootern wie Battlefield 1 auch vorerst eine große Einschränkung. Denn Fahrzeuge, die ihr auch steuern könnt, planen die Entwickler derzeit nicht. Bei genug Ressourcen und dem lauten Wunsch der Community könnte sich das aber noch ändern. Ohnehin sollen die Spieler großen Einfluss auf die Entwicklung von Enlisted haben.

Open was?

Enlisted entsteht als Open Development-Projekt. Das bedeutet, dass das Team die Entwicklung möglichst transparent gestalten will. Sie wollen etwa in regelmäßigen Berichten offenlegen, in welche Entwicklungsbereiche sie Geld investieren, oder welche zukünftigen Ziele sie sich setzen.

Enlisted - Screenshots ansehen

Gleichzeitig sollen Fans die Entstehung von Enlisted aktiv mitgestalten. Die Entwickler haben bereits eine dritte Kampagne mit Tunesien als Schauplatz in Aussicht gestellt. Bei einer möglichen vierten Kampagne richten sich die Macher hingegen gezielt nach den Wünschen der Community. Zumindest wenn genug Geld für all das zusammenkommt – wo wir auch schon beim bislang größten Knackpunkt von Enlisted sind.

Early Access trifft auf Mikrotransaktionen

Um Enlisted mit noch mehr Content auszustatten, haben die Entwickler eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Die erinnert mit ihrem Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar für die Tunesien-Kampagne und den diversen Stretch Goals auf den ersten Blick an Kickstarter. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Wollt ihr Enlisted unterstützen, könnt ihr verschiedene "Packs" kaufen. Der Preis variiert dabei aber stark, da sich auch die Inhalte unterscheiden. Exklusive Sammlerwaffen kosten rund 7 bis 12 US-Dollar, wollt ihr zusätzlich noch einen Early Access-Zugang zu jeweils einer der beiden bestätigten Kampagnen, werden zwischen 20 und 25 US-Dollar fällig. Für das "Komplettpaket" müsst ihr hingegen rund 50 US-Dollar zahlen. Allzu viele Spieler konnte Enlisted damit wohl noch nicht überzeugen, aktuell haben die Macher rund 25.000 US-Dollar gesammelt.

GameStar-Umfrage: Freut ihr euch auf den Weltkriegs-Shooter für über 100 Spieler?

Unangenehm fällt zudem die Antwort auf die Frage aus, was denn mit dem Geld passiert, falls Enlisted nicht erscheint. In diesem Fall erhalten Backer zwar ihr Geld zurück, allerdings wird es ihrem jeweiligen Gaijin.Net-Account gutgeschrieben. Backer können ihr Geld dann nur noch in anderen Gaijin-Titeln wie War Thunder oder Star Conflict ausgeben.

Enlisted soll 2017 auf den Markt kommen – vorerst zwar nur für den PC, aber Konsolen-Versionen wollen die Entwickler anbieten, wenn sie bei ihrer Crowdfunding-Aktion mehr als eine Million US-Dollar einnehmen.

Wie gefällt euch der Ansatz von Enlisted?


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