Far Cry 3 - Die Insel des Wahnsinns

Ubisoft stellte Far Cry 3 auf der E3 vor und klassifizierte das Spiel als First Person Adventure. Wir sagen weiterhin Ego-Shooter und spekulieren in unserer Preview darüber, warum uns die Entwickler wieder auf die Tropeninsel schicken.

von Petra Schmitz,
10.06.2011 15:00 Uhr

Jason Brody heißt er also, der Bruder im Geiste von Jack Carver, seines Zeichens Held des ersten Far Cry . Bruder im Geiste? Exakt! Auf der E3 hat Ubisoft erstmals den Ego-Shooter Far Cry 3 gezeigt. In dem sollen wir wie im Original von 2004 auf eine Tropeninsel ziehen, um dort blaue Bohnen zu verteilen. Klar, Ubisoft will nach dem zwar guten, aber längst nicht brillanten Far Cry 2 an die Qualität des ersten Teils anknüpfen. Eine Insel ist dabei schon mal ein guter Anfang. Und Brody finden wir schon jetzt besser als den namenlosen Typen aus Far Cry 2 . Einfacher Grund: Er redet und kommentiert, was er erlebt. Ein dickes Atmosphäre-Plus!

Alle Halunken tragen rote Kopfbedeckungen. Warum nur? Makaberes Detail: Auf den Holzbohlen sehen wir die Schatten von Gehängten.Alle Halunken tragen rote Kopfbedeckungen. Warum nur? Makaberes Detail: Auf den Holzbohlen sehen wir die Schatten von Gehängten.

Far Cry 3
Genre: Action
Release: 29.11.2012

Die Hölle im Paradies

Dass Jason redet, ist mehr als nachvollziehbar. Denn er muss das, was er auf der Insel sieht, irgendwie verarbeiten, auch stellvertretend für den Spieler. Ubisoft zeigte auf der E3 Szenen, die uns ratlos, fast schon entsetzt zurückgelassen haben.

Oberschurke Vaas erklärt Jason das Prinzip Wahnsinn, während im Hintergrund ein Unterschurke einen Inselbewohner in den Abgrund stürzt.Oberschurke Vaas erklärt Jason das Prinzip Wahnsinn, während im Hintergrund ein Unterschurke einen Inselbewohner in den Abgrund stürzt.

Denn Far Cry 3 kontrastiert das bildschöne Fleckchen Erde mit expliziten Gräueltaten. Eine Gruppe Männer, schwer bewaffnet, bringt systematisch die Zivilbevölkerung um. Eine auf dem Boden kauernde Frau wird vor Jasons und unseren Augen erschossen. Die unbekannten Angreifer stürzen Menschen in Abgründe, Leichen baumeln an provisorischen Galgen. Wo liegt der Grund für diesen Schrecken? Handelt es sich bei den Männern um Söldner? Oder ist hier reiner Irrsinn am Werk?

Der Eindruck drängt sich auf, als wir einer Ansprache des Anführers der Gruppe lauschen. Er will uns den Wahnsinn der Menschen erklären, entlarvt sich bei dem Versuch aber selbst als jemand, der offenbar fernab jeglicher Normalität existiert. Wir fühlen uns nach den Szenen an Far Cry 2 erinnert, das uns -- wenn auch mit zweifelhaftem Ergebnis -- den Irrsinn des Krieges vor Augen führen wollte. Far Cry 3 scheint dieses Thema weiterzuführen.

Die Bande mit den roten Kopftüchern

Was es mit dem gezielten Abschlachten der Inselbevölkerung auf sich hat und wer diese Schurken sind, die allesamt rote Kopftücher tragen, dazu hielt sich Ubisoft auf der E3 bedeckt.

Die Entwickler sprachen aber immerhin von einem finsteren Geheimnis der Insel, dem wir im Laufe des Spiels auf den Grund gehen. Wir hätten zumindest schon eine wilde Theorie: Der psychopatische Anführer Vaas ist der einzige, den wir bisher ohne Kopfbedeckung sahen: Seinen Schädel ziert eine riesige Narbe. Hat da jemand rumgeschnippelt? Finden wir auf der Insel in irgendeinem trutzburgartigen Bau einen verrückten Wissenschaftler, der an Hirnen von Menschen doktort? Haben sich deswegen alle anderen Halunken auf der Insel rote Tücher um die Köpfe gewickelt?

Oder ist es am Ende nur ein Bandenzeichen, und wir treffen im Laufe der Handlung noch die Gruppierung mit den blauen Lappen und anschließend die mit den gelben? Die Chirurgie-Theorie wäre eine Art Rückbesinnung aufs erste Far Cry, in dem ein gewisser Doktor Krieger durch Gen-Experimente Mutanten auf der Insel heranzüchtete.


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