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Filmkritik zu Prometheus

Alien: The Beginning of Blade Runner

Ridley Scott macht wieder Sci-Fi und wagt sich ins Alien-Universum. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Prometheus. Aber ähnlich wie in einer antiken Tragödie werden diejenigen bestraft, die die Götter herausfordern.

Von Christian Merkel |

Datum: 16.06.2012


Starttermin: 9. August 2012 - Laufzeit: 126 Minuten - Format: 3D

Zum Thema » Filmkritiken auf GamePro.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen Dreißig Jahre nach Alien und Blade Runner wagt sich der Regisseur Ridley Scott mit Prometheus wieder an einen Science-Fiction-Stoff. Eine Verbeugung vor den Fans? Mit Sicherheit! Ein Produkt kühl kalkulierender Marktforscher, die auf einen weiteren Erfolg à la Avatar hoffen? Mit Sicherheit leider auch. Mit Prometheus wagt Scott eine Rückkehr zu vielen Themen, die ihn erfolgreich gemacht haben. Man begegnet etwa ekligen Aliens. Ein Androide, der über den Sinn des Lebens philosophiert, ist ebenfalls mit von der Partie. Um das Ganze abzurunden, gibt es dann noch eine Prise Entdeckerromantik wie in 1492: Die Eroberung des Paradieses. Fehlt bloß noch Russell Crowe. Der hatte aber wohl gerade keine Zeit.

Übrigens: Während sich amerikanische, britische und französische Kinozuschauer schon seit Anfang Juni eine eigene Meinung über Prometheus bilden können, geht es in Deutschland erst am 9. August los. Schwacher Trost: Italiener müssen sich noch bis Oktober gedulden. Da der Film in 3D gedreht wurde, macht sich der Verleih offensichtlich wenig Gedanken um ungeduldige Fans, die auf weniger legale Bereiche des Internets ausweichen.

Handlung

Erich von Däniken lässt grüßen: Zwei Wissenschaftler finden auf Höhlenmalereien immer wieder die Darstellung desselben Himmelsgestirns, obwohl die alten Erdenkulturen keinen Kontakt zueinander hatten. Die Bedeutung liegt natürlich auf der Hand: Wir Menschen wurden von Aliens geschaffen und die Höhlenmalereien sind eine Einladung an die Menschheit, mal auf einen Kaffee bei den Erschaffern vorbeizuschauen, wenn die Technologie bereit ist.

Gesagt, getan: Die Wissenschaftler sichern sich die Hilfe eines reichen, aber sehr alten Industriellen, um eine Expedition zu der fremden Welt anzuführen. Dort angekommen warten die Aliens aber nicht mit frisch gebackenem Kuchen auf ihre Gäste. Eigentlich lässt sich auf Anhieb kein lebendes Wesen finden, sondern nur Gefahren, die von der fremdartigen Umgebung ausgehen. Die Expedition wird auch dadurch nicht erleichtert, dass ein paar Besatzungsmitglieder eine eigene Vorstellung von der Mission bzw. bei den Rekrutierungsgesprächen nicht so richtig zugehört haben.

Prometheus
Die Geheimnisse der Außerirdischen lassen sich nicht leicht entschlüsseln.

Klingt ein wenig nach Komödie. Ist es aber nicht: Prometheus ist trotz seiner vordergründig eher naiven Handlung verdammt ernst gemeint. Ridley Scott trägt seinen Film mit viel Würde und jeder Menge Symbolik vor. Schon der Name des Streifens, der auch der Name des Expeditionsraumschiffs ist, verweist auf das große Thema: Wie die Prometheus-Saga handelt auch Scotts Werk von der Beziehung der Menschen zu ihren Göttern und vom großen Fehler, die Götter in arroganter Überheblichkeit herausfordern zu wollen.

Der große Fehler

Ein wenig ist die Prometheus-Sage auch ein Sinnbild für das große Problem des Films. Der Regisseur Ridley Scott sowie seine Drehbuchschreiber Jon Spaihts (vorher für das mittelmäßige Darkest Hour verantwortlich) und Damon Lindelof ( Star Trek ) versuchen sich an der Quadratur des Kreises. Einerseits wollen sie große Symbolik, andererseits soll auch der weniger bedarfte Zuschauer alles verstehen. Das resultiert darin, dass viele Anspielungen sehr plakativ vorgetragen werden. So ist das große Vorbild des Androiden David der britische Offizier Thomas Lawrence aus dem Klassiker Lawrence von Arabien. Damit das auch jedermann klar wird, sieht sich David in einer Szene den Film an und studiert währenddessen die Gestik des Darstellers Peter O‘Toole ein.

Ähnlich gehen die Filmemacher bei der Handlung vor. Die Struktur des Films läuft von einer unerwarteten Enthüllung zur nächsten. Wie jeder gute Regisseur streut Scott Andeutungen, übertreibt es dabei aber vollends, sodass jede Wendung im Prinzip schon von vorneherein klar ist. Wie zuletzt in Robin Hood nimmt er sich auch jetzt wieder sehr viel Zeit, um seine Handlung zu entwickeln. Wenig Überraschungselemente und eine gediegene Erzählweise führen schlussendlich zu einigen Längen während der 126 Minuten Laufzeit.

Zurück ins Alien-Revier

Eigentlich wurde Prometheus als eine Art Prequel zu Ridley Scotts eigenem Klassiker Alien konzipiert. Im Laufe der langjährigen Entwicklung des Stoffes wurde letztlich viel mehr daraus. Trotzdem lauern gefährliche Außerirdische in dunklen Gängen. Hier entwickelt der Film durchaus einige Spannungsmomente und Schockeffekte. Auch über 30 Jahre nach dem ersten Alien beherrscht Scott das Spiel aus Licht und Schatten sowie das Grauen ungewöhnlicher Geräusche perfekt. Er weiß aber zu genau, dass dieses Genre mittlerweile zu Tode kopiert wurde und er auch nur wenig Neues beisteuern kann, deswegen setzt er diese Szenen auch eher sparsam ein.

Prometheus : Dunkle Gänge lassen in Prometheus Alien-Feeling aufkommen. Dunkle Gänge lassen in Prometheus Alien-Feeling aufkommen.

Genauso sparsam ist allerdings auch die Charakterisierung der Darsteller ausgefallen. 17 Menschen sind an Bord der Prometheus. Da fehlt trotz Überlänge sichtlich die Zeit, ins Detail zu gehen. In der Not greift Ridley Scott zu einem bewährten Mittel: Die Crew besteht aus Leuten mit sehr starken optischen Erkennungsmerkmalen. Wir sehen den raubeinigen farbigen Piloten. Ihm zur Seite gestellt ist der asiatische Nerd. Der Störenfried in der Expedition ist die kühle Blonde, während der Suffkopf mit dem starken britischen Akzent mit der Gesamtsituation überfordert ist. Es fehlt nur noch, dass wie in Bauer sucht Frau Inka Bause die Kandidaten für den Kampf um den frühen Leinwandtod aus dem Off laufend und immer wieder mit ihrer eingängigen Charakterisierung vorstellt.

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Emperor777
#1 | 16. Jun 2012, 20:02
Liebe Gamepro bitte macht Kritiken von Dingen die ihr versteht wie Videospiele und lasst die Finger von Filmkritiken die waren alle bis jetzt unqualifiziert und dämlich und wenn schon einer den gleichen nachnahmen wie unsere Bundeskanzlerin hat.

Überigens hat Roger Ebert der berühmteste US Amerikanische Filmkritiker, so eine Art Marcel Reich Ranicki des Films den Film durchweg positiv bewertet, seine Kritik hat sagen wir mehr credebility als die von der Merkel lol
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EisenmannS
#2 | 16. Jun 2012, 21:39
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Emperor777
#3 | 16. Jun 2012, 23:46
Zitat von EisenmannS:
Emperor777

Da hast du recht, Film Kritiken sind echt nicht die stärke der Gamepro.

Was ich aber nicht begreife, ist der Film nun bestandteil der Alien Streifen,
ein Neuanfang, oder was völlig eigenes?


Ich denke Ridley Scott ist einfach zugut um einfach nur ein prequel zu machen,
also man kann sagen es gehört zum Alien Universum, aber ein Prequel der einfach nur die Enstehungsgeschichte der Aliens erzählt ist es nicht, man kann und das ist voll beabsichtigt ihn nicht als einen klassischen Alien Film sehen, vielmehr ist es ein neuer eigenständiger extrem düsterer sci fi film der vor allem auf Atmosphäre aufbaut, zudem wirft er konkret fragen auf und gibt zum teil nur ansätze von lösungen, was eigentlich positiv zu sehen ist da er dem zuschauer nichts vorkauen will und da ja jeder Mensch individuell ist und jeder sein eigenes glaubenssystem hat will der film auch nicht sowas wie die absolute wahrheit verkünden oder das glaubenssystem des regisseurs aufzwingen.
Jedenfalls ist es kein Film der mit hau drauf action und billigen schock effeckten daherkommt, das scheint für einige ein Problem zu sein, wenn man nur fast food ist ist man gutes nicht mehr gewöhnt wie dem der diese Kritik hier verfasst hat.

Man kann einfach nicht mit Videospiel ästhetik an diesen Film rangehen.

Als eigenständiger düsterer extrem ästhetischer sci fi film das beste seit Jahren
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juicebrother
#4 | 17. Jun 2012, 00:05
Zitat von Emperor777:


Ich denke Ridley Scott ist einfach zugut um einfach nur ein prequel zu machen,
also man kann sagen es gehört zum Alien Universum, aber ein Prequel der einfach nur die Enstehungsgeschichte der Aliens erzählt ist es nicht, man kann und das ist voll beabsichtigt ihn nicht als einen klassischen Alien Film sehen, vielmehr ist es ein neuer eigenständiger extrem düsterer sci fi film der vor allem auf Atmosphäre aufbaut, zudem wirft er konkret fragen auf und gibt zum teil nur ansätze von lösungen, was eigentlich positiv zu sehen ist da er dem zuschauer nichts vorkauen will und da ja jeder Mensch individuell ist und jeder sein eigenes glaubenssystem hat will der film auch nicht sowas wie die absolute wahrheit verkünden oder das glaubenssystem des regisseurs aufzwingen.
Jedenfalls ist es kein Film der mit hau drauf action und billigen schock effeckten daherkommt, das scheint für einige ein Problem zu sein, wenn man nur fast food ist ist man gutes nicht mehr gewöhnt wie dem der diese Kritik hier verfasst hat.

Man kann einfach nicht mit Videospiel ästhetik an diesen Film rangehen.

Als eigenständiger düsterer extrem ästhetischer sci fi film das beste seit Jahren


Danke fuer diese Richtigstellung! Ich kann mich dir hier nur anschliessen; der Film ist halt net so massentauglich, sondern ein Liebhaberstueck : ) Nach "Event Horizon" endlich mal wieder 'ne richtige SciFi Perle. Und dann die ganzen Easter Eggs und Parallelen zum "Alien Universum"; die Erwartungen mit denen ich an den Film herangegangen bin wurden locker uebertroffen.
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Emperor777
#5 | 17. Jun 2012, 00:14
Zitat von juicebrother:


Danke fuer diese Richtigstellung! Ich kann mich dir hier nur anschliessen; der Film ist halt net so massentauglich, sondern richtiges Liebhaberstueck : )


oder sagen wir mal der Film ist nichts für Leute die sich durch Michael Bay verblöden lassen haben, nicht falsch verstehen ich schaue mir auch gerne michael bay filme an, weiss aber wie ichs zu nehmen habe, man kann auch richtig gute unterhaltung machen die den zuschauer nicht für blöde verkauft wie bei the avengers, aber zum glück geht der trend wieder mehr richtung düsterer ernster also richtung prometheus,
ausserdem ist auch positiv das filme wie inception oder dark knight trotz ihrer schwere kommerziell erfolgreich sind, weil die meisten auch keinen bock mehr auf filme haben die wie videospiele sind
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EisenmannS
#6 | 17. Jun 2012, 01:14
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Nohohon
#7 | 17. Jun 2012, 08:26
Das Sommerloch hat wieder zugeschlagen...?

Der FIlm reißt ja durchaus hin und her, aber letztendlich ist er so gut, wie die Erwartung die man an ihn Stellt. Nein, das ist blöd formuliert. Sagen wir: Wer blind in's Kino geht und Tortureport erwartet, wie auch ein ALien-Prequel, der wird enttäuscht.
Wer in's Kino geht und SciFi sehen will, der bekommt das, was er will und auch noch auf einem doch recht hohen Niveau.

Dass hier so einige Frage offen bleiben und die Figuren oft ziellos herumlaufen gehört denke ich auch zum Konzept. Im Grunde geht es ja so ein Bischen um eine Art der Schöpfungsgeschichte und die Menschen sund die kleinen, hilflosen Kinder, die erst verstehen müssen. Ich denke gerade an der Figur von David sieht man das kindliche auch sehr gut daran, dass er immer irgendwie alles anfassen will. Aber interpretieren darf ja jeder selbst.

Die Parallelen zu Alien sind gegeben - was ich ganz clever finde - es ist ein doch recht ruhiger FIlm der zum genau passenden Zeitpunkt etwas grauslig wird und er kann du´rchaus Spaß machen. Einzig eine Sache finde ich wirklich unschön: Wenn das Teil wirklich irgendwie eine Art Prequel ist, dann hätte man die Optik etwas älter halten müssen. Raumanzüge, Raumschiffe, die Technik allgemein - das wirklich zu aufpoliert, zu modern, zu glatt. Okay und manch einen Tod im Film finde ich etwas albern, aber da schimmert dann doch etwas Hollywood druch.
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EisenmannS
#8 | 17. Jun 2012, 09:05
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MileenA2001
#9 | 17. Jun 2012, 13:15
tortureport......... mein lieblingsgenre ^^

hört mal auf zu spoilern !
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Emperor777
#10 | 17. Jun 2012, 15:33
Ich habe mal in einer recht intelligenten Kritik in einem youtube blog gesehen, das der Kritiker Prometheus vergleicht mit einer extremen expeditions story des 18 jahrhunderts wie die endeckung der nord west passage und die erkundung des nordpols etc etc.

Genau das soll ja Prometheus sein eine art sci fi variante einer expeditions story
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