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Filmkritik zu Dredd 3D

Dümmer als die Polizei erlaubt

Karl Urban stülpt sich für das Comic-Verfilmungs-Remake Dredd 3D von Pete Travis und Alex Garland den Helm des namensgebenden Straßenrichters über – und spart es sich damit auch gleich, überhaupt zu schauspielern.

Von Michael Obermeier |

Datum: 15.11.2012


»Ich habe diese Geschichte gehasst«, ist das vernichtende Urteil von John Wagner, Hauptautor der Judge-Dredd-Comics, über den ersten Versuch von 1995, den wortkargen Gesetzeshüter auf die Leinwand zu bringen. Denn genau wie für viele eingeschworene Fans war Wagner der Plot des Films »Judge Dredd« mit Silvester Stallone in der Hauptrolle zu sehr durch »die typische Hollywood-Cliché-Mühle« gedreht worden.

Der zweite Anlauf, Dredd 3D, hat hingegen vom Meister persönlich schon vorab den Ritterschlag bekommen. So bleibe das Drehbuch von Alex Garland (The Beach, 28 Days Later, Enslaved: Odyssey to the West) laut Wagner der Comic-Vorlage »sehr viel treuer, als der Vorgänger«. Aber reicht das auch für einen guten Film?

Story

Zum Thema » Filmkritiken auf GamePro.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen In der Zukunft sind weite Teile Amerikas zum radioaktiv verstrahlten Ödland verkommen. Nur in gigantischen Städten, den sogenannten Mega Citys, ist das Leben überhaupt noch möglich. In Mega-City One, einer Riesenmetropole mit 800 Millionen Einwohnern, die sich vom heutigen Boston bis Washington D.C. erstreckt, kämpfen die »Street Judges« gegen das Verbrechen. Weil täglich mehr als 17.000 Straftaten innerhalb der Stadtmauern begangen werden, hat man das Justizsystem an die Praxis angeglichen: Street Judges sind Richter, Jury und Henker in Personalunion; Kriminelle werden direkt am Tatort abgefertigt.

Einer dieser Gesetzeshüter ist Judge Dredd (Karl Urban; Der Herr der Ringe, Die Bourne Verschwörung): Jahrelange Berufserfahrung, unerschütterlicher Glaube an Recht und Ordnung und dem Ausspruch »Ich bin das Gesetz« als Markenzeichen. Von der Führung im Justizpalast bekommt Dredd den Auftrag, die junge Rekrutin Cassandra Anderson (Olivia Thirlby; Juno, New York I Love You) zu evaluieren. Die ist zwar eigentlich durch den Judge-Eignungstest gerasselt, kann aber wegen einer strahlenbedingten Mutation Gedanken lesen. Weil sich die Judges davon einen unschätzbaren Vorteil im Kampf gegen das Verbrechen erhoffen, räumt man ihr ein, sich in der Praxis zu beweisen.

Der erste Arbeitstag wird zur Feuertaufe: Dredd und Anderson kommen im gigantischen Wohnkomplex »Peach Trees«, dem Drogenlabor von Bandenchefin Ma-Ma (Lena Headey; 300, Terminator: Sarah Connor Chronicles) auf die Spur. Ma-Ma riegelt den Turm ab – und Dredd und Anderson müssen ohne Verstärkung ums Überleben kämpfen.

Dredd 3D
Daran sollte man sich gewöhnen – Dredd ist den ganzen Film über mies gelaunt.

Dreckiger als Stallone

Sich vom 95er-Dredd abzuheben, gelingt der Produktion von Regisseur Pete Travis (8 Blickwinkel) bereits in den ersten Einstellungen.

Dredd 3D : Geschmackssache: Das neue Lawmaster-Motorrad ist rundum mit Plastik verkleidet und kann nicht mehr fliegen. Geschmackssache: Das neue Lawmaster-Motorrad ist rundum mit Plastik verkleidet und kann nicht mehr fliegen. Denn während das Stadtbild der damaligen Mega City One durch pompöse Statuen, bunt beleuchtete Straßenzüge und fliegende Autos bestimmt wurde, bleibt Dredd 3D im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Boden: So ragen zwischen den »Ruinen der alten Welt« einige kilometerhohe Zukunfts-Wohnkomplexe in die Höhe; Lightshows, Roboter und fliegende Autos spart sich der Regisseur. Das wirkt zwar einerseits glaubhafter, kostet den Film aber auch Staun-Momente. Denn wo Silvester Stallone in schwindelerregender Höhe Bösewichte auf seinem schwebenden Lawmaster-Motorrad jagt, verfolgt Karl Urban auf einem unförmigen Plastikbock einen VW-Bus durch den Berufsverkehr – unnötigerweise in 3D .

Die Entscheidung für »schmutzige« Schauplätze behält Dredd 3D auch den Rest des Films bei. Statt aufwendige Kulissen mit gigantischen Gold-Adlern oder futuristischen Gen-Labors betritt das Helden-Duo in der Neuauflage nur triste Flure des Peach-Tree-Komplexes.

Das muss nicht schlecht sein; immerhin hatte zuletzt die indonesisch-britische Produktion The Raid: Redemption eindrucksvoll bewiesen, dass ein dreckiges Wohnhaus als Schauplatz für einen tollen Action-Film durchaus geeignet ist. Doch an dessen Kampf-Choreographie reicht Dredd 3D zu keiner Zeit heran. Dredd und Anderson kommen in einer Etage an, ballern dutzende Gangster routinemäßig über den Haufen, steigen ins nächste Stockwerk und erschießen die gleichen Gangster in den gleichen tristen Gängen. Dabei weiß Dredd 3D selbst am besten, dass es auch anders geht.

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Untertaker
#1 | 15. Nov 2012, 19:43
Viele sagen das das Original einfach nur schlecht war und das Remak klar im Vorteil ist in allen Punkten (was auch meine Meinung ist).
Auser GamePro!
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Kai Schmidt
#2 | 15. Nov 2012, 20:44
Bin ja gespannt, ob mir der Film gefällt. Hab ihn leider noch nicht gesehen und freue mich schon seit Monaten drauf.
Außerdem wollte ich mal anmerken, dass es sich nicht um ein Remake handelt, sondern eine völlig von der Story des letzten Films losgelöste Neuverfilmung der Comicvorlage.
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28cm
#3 | 15. Nov 2012, 22:29
ach, gamepro hat doch keinen plan!
die haben hier auch behauptet das inception müll ist :)
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Kurare79
#4 | 16. Nov 2012, 06:52
Schade, ich hatte mir mehr von "Judge Dredd" erhofft, da mir schon das Original mit Sylvester Stallone damals gut gefallen hatte und es zu unterhalten wusste. Auch die Vorschau sieht bereits etwas blass aus, sodaß ich ebenfalls von einem Kinobesuch absehen und abwarten werde, bis ich es mir einmal in der Online-Videothek ausleihen kann.
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NazGooL
#5 | 16. Nov 2012, 08:19
Also ich muss ganz ehrlich sagen das ich den ersten Film besser umgesetzt fans, wenn man mal die Möglichkeiten von 95 mit den möglichkeiten von heute vergleicht.
Mir hat der erste besser gefallen, ist natürlich Geschmackssache, was viele hier für Trash-Müll halten ist für mich nen Klassiker, hab den ersten sogar auf Blue-Ray zuhause.
Der zweite ist kein schlechter Film, aber es fehlt einfach an allen Enden ein bisschen.
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loctutus13a
#6 | 16. Nov 2012, 13:46
Mir wäre es lieber die Gamepro bleibt bei Kritiken zu Videospielen.
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Atain
#7 | 16. Nov 2012, 22:24
Also der film ist allemal unterhaltsam - darüber, ob 3D wirklich nötig war kann man streiten. Jedoch gibt es einige Szenen mit Slo-Mo die einem gerade auf Grund des 3D effekts im gedächtnis bleiben. So schlecht, wie dieser Film ( und auch viele anderen Film Reviews hier) hier dargestllt wird ist er mMn sicher nicht.
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Leon-1982
#8 | 17. Nov 2012, 09:43
Zitat von 28cm:
ach, gamepro hat doch keinen plan!
die haben hier auch behauptet das inception müll ist :)


Ich fand Inception ziemlich mies.
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Dorument
#9 | 18. Nov 2012, 17:30
Fand das Original mit Sly Stallone nicht schlecht, von Dredd 3D hörte ich bis vor kurzem nichts, werde den also ersmal nicht zereissen und mir ein Urteil bilden wenn ich ihn gesehen habe.
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