Final Fantasy III im Test - Ein Update vom DS-Remake

Final Fantasy - eine Videospielmarke, deren Alter sich in nicht allzu ferner Zukunft auf drei Jahrzehnte beläuft. Nach den Teilen I und II ist nun auch Teil III im AppStore erhältlich. Ob das Spiel noch gefällt, lest ihr im Test.

von Thomas Ruhk,
20.05.2011 16:30 Uhr

In den ersten Spielstunden gilt es, den Fluch eines Dschinns zu brechen.In den ersten Spielstunden gilt es, den Fluch eines Dschinns zu brechen.

Im Jahr 2007 veröffentlichte Square Enix bei uns ein sehr populäres Spiel als Neuauflage auf dem Nintendo DS. Final Fantasy III bot zum Originalrelease 1990 auf dem NES erstmalig ein Jobsystem, das dem Spieler mehr Möglichkeiten in der Gestaltung seiner Party in die Hände legte – damals eine echte Neuerung. Das 3D-Remake kam auf dem DS gut an und verkaufte fast doppelt so viele Spiele im Vergleich zur Originalfassung, die seinerzeit nur auf dem japanischen Markt veröffentlicht worden war.

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Auf dem iPad ist das Spiel deutlich schärfer...Auf dem iPad ist das Spiel deutlich schärfer...

Da auch schon Final Fantasy I und II in einer überarbeiteten Version den Weg in den AppStore fanden, war es nur eine Frage der Zeit, bis das DS-Remake der dritten Episode ebenfalls zum Verkauf bereit stehen würde. Anders als bei den vorangegangenen Titeln ist diesmal aber auch eine deutsche Textfassung enthalten. Auf dem iPhone erhalten Spieler eine grafisch leicht aufgebohrte Version der DS-Fassung, deren Steuerschema gut auf den Touchscreen angepasst wurde. Auf dem iPad unterscheidet sich FF III nur in wenigen Punkten vom kleinen iPhone-Bruder. Die Grafik ist natürlich schärfer und flimmert weniger. Beim Button-Layout hat man dem großen Display Tribut gezollt und die eine oder andere Schaltfläche in eine günstigere Position verschoben.

...als zum Vergleich hier die iPhone-Version....als zum Vergleich hier die iPhone-Version.

Obwohl dies nur wenige Unterschiede sind, hat Square Enix trotzdem zwei voneinander unabhängige Versionen in den AppStore gestellt. Das iPad kann das iPhone-Programm nur unter Qualitätsverlust nutzen – die Grafik wird sehr pixelig und flimmert zudem stark. Umgekehrt läuft das iPad-Final-Fantasy-III auf dem iPhone überhaupt nicht. Das ist in Zeiten immer häufiger werdender Dual-Versionen (also Programme, die sowohl für iPhone als auch iPad in einer Version optimiert wurden) nicht wirklich kundenfreundlich. Wir würden nicht so explizit darauf hinweisen, wenn Final Fantasy III nicht so teuer wäre: auf dem iPhone müssen Spieler dreizehn Euro hinlegen, die iPad-Fassung kostet sogar noch einen Euro mehr. Damit avanciert Final Fantasy III mit Chaos Rings (ebenfalls von Square Enix) zum teuersten AppStore-Spiel. Besitzer beider Geräte müssen schlappe siebenundzwanzig Euro auf den virtuellen Tisch legen, wenn sie das Spiel für beide Geräte bestmöglich nutzen wollen. Die Käuferschicht dürfte sich damit ausschließlich auf Kenner des Genres beschränken, Gelegenheitsspieler schrecken wahrscheinlich ob des hohen Preises ab, trotz der deutschen Texte und des Spielumfangs. Square Enix begibt sich auf diese Weise erneut ins Feuer der Kritik, denn das Unternehmen fällt nicht zum ersten Mal mit seiner Preispolitik negativ auf.

Auf der Weltkarte sollte man möglichst oft speichern.Auf der Weltkarte sollte man möglichst oft speichern.

Unabhängig von diesem Aspekt ist das Remake von Final Fantasy III ein Leckerbissen für Rollenspieler. Die Geschichte um vier Recken, die zu Kriegern des Lichts werden und böse Mächte aus dem Land vertreiben sollen, ist nicht neu. Die optische und akustische Neuinterpretation ist aber ungemein charmant geraten. Die Steuerung ist ebenfalls gelungen – die Kontrolle in den Menüs funktioniert mit Fingertipps ganz ausgezeichnet. In den Kämpfen kann der Spieler sein Angriffsziel mit dem Finger sogar direkt anwählen. In Siedlungen, Dungeons und der Weltkarte wird die Gruppe mit einem virtuellen Stick gesteuert, der keinen festen Platz hat, sondern erst sichtbar wird, wenn der Spielerfinger den Touchscreen berührt. Das lässt sich nach kurzer Einarbeitung sehr gut handhaben. Der Zoom vom DS fand seinen Weg auf iPad und iPhone mit dem Zwei-Finger-Spreizen. Damit lassen sich Geheimnisse entdecken.
Das Speichersystem verlangt Aufmerksamkeit, denn nur auf der Weltkarte kann gesichert werden. Square Enix hat dem Spiel zusätzlich eine Schnellspeicherfunktion spendiert, die aber nur für einen einzigen Speichervorgang Bestand hat. Wer also auf diese Weise sein Spiel fortsetzt, muss darauf achten, zum Beispiel in einem Dungeons erneut zu sichern, sonst geht der Fortschritt verloren und man fängt am letzten regulären Save-Punkt auf der Weltkarte wieder an.

Im Magieshop können Zaubersprüche gekauft werden.Im Magieshop können Zaubersprüche gekauft werden.

Das Kampfsystem läuft ganz klassisch in Runden ab. Es empfiehlt sich, die Figuren immer wieder in Zufallskämpfe zu schicken, um schneller aufzusteigen. Neben den eigentlichen Stufen hat jede Figur noch einen ausgeübten Beruf, der ebenfalls Levelanstiegen unterworfen ist. Dadurch verstärken sich Zauber oder Angriffe. Die unterschiedlichen Berufe, die nach etwa zwei Spielstunden verfügbar werden, halten auch Beschränkungen in der Auswahl der Waffen parat. So kann das Schwert "Schlächter“", eine mächtige Waffe gegen Untote, nicht von Kriegern, wohl aber von Rotmagiern oder Freiberuflern benutzt werden. Wie es früher üblich war, können bei Levelanstiegen keine Punkte nach eigenem Gutdünken verteilt werden, die Werte verändern sich automatisch.

Technisch ist das Spiel auf dem iPhone wie erwähnt eine etwas hübschere Version der DS-Fassung. Auf dem iPad macht Final Fantasy III am meisten her: Trotz immer noch leicht pixeliger Grafik ist es deutlich schärfer und hat wenig Kantenflimmern. So hübsch war noch keines der alten Final-Fantasy-Spiele. Der Soundtrack ist natürlich klasse – das versteht sich bei einem Titel dieser Reihe eigentlich von selbst. Sprachausgabe gibt es keine.


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