Final Fantasy XIII-2 - Schlägt es XIII?

Schnappt euch einen Chocobo, beschleunigt ihn auf 140 km/h und reist mit uns zurück in die Zukunft von Final Fantasy. In Tokio haben wir die ersten drei Akte von FFXIII-2 angespielt – und sind begeistert.

von Nino Kerl, Christian Ströhl,
05.12.2011 16:18 Uhr

Nein, auffällig ist es nicht, das Gebäude von Square Enix inmitten des Hochhausdschungels von Tokio. Selbst der dicke Schriftzug des Viagra-Herstellers Pfizer, mit dem sich Square ein Gebäude teilt, lässt es nicht imposanter wirken. Macht aber nichts, denn für uns zählen in diesem Fall nur die inneren Werte. Denn als wir die Hallen der Final Fantasy-Schmiede betreten, und wir von Postern, Figuren und Flaggen des japanischen Rollenspiels flankiert an unseren Arbeitsbereich geführt werden, steigt die Vorfreude schnell.

Zwei Tage Final Fantasy XIII-2 liegen vor uns; zwei Tage in denen wir die ersten drei Akte des Rollenspiel-Epos anspielen; zwei Tage in denen wir in die Geschichte des Spiels eintauchen, viele Neuerungen wie den »Historia Crux« (Zeitreise) oder die »Cinematic Action« (Quick-Time-Events) erleben, auf alte Bekannte treffen, Monster für unsere Kampftruppe rekrutieren, Nebenquests erledigen oder einfach nur durch die hübsche Spielwelt springen.

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Final Fantasy XIII-2
Genre: Rollenspiel
Release: 03.02.2012

Spektakulärer, bombastischer, epischer

Einige Monate nach den Ereignissen in Final Fantasy XIII sucht Lightning auf der Oberfläche von Grand Pulse nach einer Möglichkeit, um Vanille und Fang aus deren Kristallschlaf zu erwecken. Allerdings kehrt sie nicht mehr von ihrer Mission zurück, da sie an einem Ort namens Walhalla, in einer Art Zwischendimension, gefangen ist. Als wäre das nicht schlimm genug, muss sich die Heldin dort dem mysteriösen Bösewicht Caius stellen, der ihr ans Leben will. Mit diesem Paukenschlag startet Final Fantasy XIII-2.

Final Fantasy XIII-2 - Intro-Video Final Fantasy XIII-2 - Intro-Video

In der finsteren und futuristischen Stadt Walhalla liefern sich die Kontrahenten einen atemberaubenden Kampf auf Leben und Tod. Mit ihrem Gunblade versucht Lightning dem Widersacher die Stirn zu bieten. Doch ohne unser Zutun hat sie keine Chance. Bereits im ersten Gefecht erscheint am oberen linken Bildschirmrand der Schriftzug Cinematic Action. Wir halten den Controller fest in der Hand, neugierig darauf, was nun kommt: Caius startet einen verheerenden Angriff, fest entschlossen, Lightning zu töten. Final Fantasy XIII-2 zieht uns sofort ins Geschehen und verlangt uns schon jetzt all unser Reaktionsvermögen ab. Eine Anzeige ploppt auf: »Bewege den linken Stick nach rechts«. Schweißgebadet und voller Anspannung führt unser Daumen die Aktion wie von selbst aus.

Ein Kampf auf Leben und Tod: Lightning stellt sich in Walhalla dem mysteriösen Bösewicht Caius. Ein Kampf auf Leben und Tod: Lightning stellt sich in Walhalla dem mysteriösen Bösewicht Caius.

Lightning weicht aus und entkommt ihrem drohenden Tod – vorerst. Denn so schnell gibt Caius nicht auf und die spektakulär inszenierte Verfolgungsjagd durch Walhalla geht weiter. Gut, dass Lightning noch ein Ass im Ärmel hat: einen alten Bekannten, ihre Esper Odin. Dieser eilt in Pferdform herbei; gemeinsam führen sie den Kampf gegen den mysteriösen Fiesling fort – und wir bleiben mittendrin. Immer wieder werden wir aufgefordert, unter Zeitdruck bestimmte Knöpfe zu drücken. So gehen wir in günstiger Situation mit Lightning in die Offensive und verpassen Caius einen heftigen Schwerthieb, ein anderes Mal müssen wir ihm ausweichen oder entlang der Häuserwände fliehen. Auf diese Weise wird die Geschichte von Final Fantasy XIII-2 nicht nur erzählt, sie wird erlebt.

Familienbande

Doch zurück ins Spiel, zurück zu Lightnings Todeskampf. Dieser endet nämlich abrupt. Fragend starren wir auf den Bildschirm: Warum befindet sich Lightning in der Zwischendimension Walhalla und warum kämpft sie dort unter dem Namen "göttliche Kriegerin" gegen den dunklen Ritter Caius, der nicht nur sie vernichten will, sondern obendrein droht ihre Schwester Serah auszulöschen? Wir erhalten keine Antwort, sondern befinden uns nach einer kurzen Ladesequenz plötzlich in einem Haus am Strand. Darin erblicken wir ein zierliches, bildhübsches Mädchen, das aus seinem Traum gerissen wird. Es ist Serah, die wir in Final Fantasy XIII-2 nun zum ersten Mal steuern können.

Dramatik pur in Final Fantasy XIII-2. Der Zeitreisende Noel will den Untergang der Welt verhindern und muss zugleich Serah beschützen.Dramatik pur in Final Fantasy XIII-2. Der Zeitreisende Noel will den Untergang der Welt verhindern und muss zugleich Serah beschützen.

Ein innerer Monolog verrät uns, dass Serah vom Kampf ihrer Schwester gegen Caius geträumt hat. Ein Albtraum, eine Vision, gar ein böses Vorzeichen oder einfach nur eine Standard-Zutat aus Squares großem Buch der Rollenspiele? Wir wollen der Sache auf den Grund gehen und schauen uns erst einmal um. Wie gewohnt drehen wir mit dem rechten Stick die Kamera und steuern Serah mit dem linken durch ihre Wohnung. Kein Hinweis, kein Anhaltspunkt. Wir treten vor die Tür. Dort blicken wir auf einen malerischen Strandabschnitt, der Mondschein und ein sternenklarer Nachthimmel vervollständigen die traumhafte Atmosphäre.

Wir befinden uns in Bodhum oder besser gesagt in Neu-Bodhum, das die überlebenden Menschen zusammen mit Team NORA auf der Oberfläche von Grand Pulse aufbauen. Es ähnelt der alten Küstenstadt optisch sehr, obgleich die dürftig zusammen gezimmerten Häuser und Hütten noch auf die Katastrophe von Final Fantasy XIII hinweisen. Wir stapfen durch den tiefen Sand auf der Suche nach Antworten, nach einem Hinweis, bis plötzlich ein lauter Knall die abendliche Ruhe stört. Die Erde bebt, das Bild verschwimmt und ein gräulicher Nebel hüllt den Strand ein.


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