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Flashback im Test - Verlorene Identität

Das Remake von Flashback katapultiert den 90er-Jahre-Klassiker definitiv in die Gegenwart. Warum das schlecht fürs Spiel ist, verraten wir im Test.

von Patrick Mittler,
28.08.2013 16:40 Uhr

Das Actionspiel Flashback aus dem Hause Delphine Software war Mitte der 90er Jahre ein echter Hit. Der Titel wurde von Kritikern bejubelt und ging an den Ladentheken weg wie warme Semmeln. Das Spiel sicherte sich damals sogar einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, als meistverkauftes Game aus Frankreich.

Anno 1992 ein Instant-Klassiker

Worum geht’s bei dem Oldie? Das Abenteuer im Stil von Another World erzählt die spannende SciFi-Geschichte von Conrad B. Hart. Nach einer wilden Jetbike-Verfolgungsjagd mit abschließender Bruchlandung erwacht der Protagonist von Flashback im Dschungel des Saturn-Mondes Titan. Sein Gedächtnis ist zwar aus mysteriösen Gründen futsch, dafür findet Conrad eine Nachricht von sich selbst mit beunruhigendem Inhalt: Er sei als galaktischer Geheimagent einer Alien-Verschwörung gegen die Erde auf der Spur, die Extraterrestrischen wollen ihm deshalb an die Gurgel und wenn ihm sein Leben lieb ist, sollte er schleunigst einen alten Freund auf Titan aufsuchen. So beginnt eine Story, die nicht von ungefähr an den bekannten Arnie-Streifen Total Recall erinnert.

Gestern... So sah Flashback 1992 aus

...und heute Eine ähnliche Szene im Remake

In Flashback hüpft, kämpft und rätselt sich Conrad durch einen ansprechenden Verschwörungs-Plot und besucht in Seitenansicht zahlreiche futuristische Schauplätze – vom Dschungel auf Titan, über dessen Metropole New Washington bis hin zum Heimatplaneten besagter Aliens. Typisch für die Spiele der 90er Jahre ist das gar nicht so leicht. Conrad ist kein übermächtiger Actionheld – seine Gegner dafür flink am Abzug, die Levels gespickt mit fiesen Fallen und der Weg durch ebenjene oft nur mit Trial-and-Error zu finden. Gerade dadurch entsteht aber ein intensives Spielerlebnis.

Thriller zum Selberspielen

Erspähen wir beispielsweise einen Gegner auf einer Plattform unter uns, zücken wir zuerst die Pistole, lassen Conrad im richtigen Moment einen Seitenschritt über die Kante machen, landen in der Hocke und erledigen den Wachdroiden, Mutanten oder Weltall-Cop mit wenigen, präzisen Schüssen. Bildschirm für Bildschirm (Scrolling gibt es beim 90er-Flashback noch nicht) müssen wir vorsichtig und kontrolliert agieren. Wer Conrads Repertoire aber einmal gemeistert hat, für den erschließt sich ein ebenso fordernder wie befriedigender und oft kinoreifer Thriller zum selberspielen.

Flashback hat aber nicht nur spielerisch was auf dem Kasten, sondern auch optisch. Besonders die (damals) herausragende und aufwändige Rotoskopie-Technik (bei der Filmaufnahmen Bild für Bild digitalisiert werden) sorgt für butterweiche und realistische Animationen, vor allem für Hauptfigur Conrad.

Flashback - Screenshots ansehen

Anno 2013 eine Enttäuschung

Nun aber zurück in die Gegenwart und zum Remake. Das hat eigentlich alle Voraussetzungen für eine gelungene Neuauflage. Das aktuelleFlashback kommt vom Kernteam des Originals und soll die 20 Jahre alte Vorlage in die Gegenwart katapultieren. Gelingen soll das mit Zugeständnissen an modernes Spieldesign und heutige Gaming-Konventionen. Zum Leidwesen von Flashback sind diese Zugeständnisse fast durchwegs die falschen.

Flashback - Story-Trailer zum Action-Remake 1:35 Flashback - Story-Trailer zum Action-Remake

Inhaltlich hält sich Flashback beispielsweise über weite Strecken an das Original. Wo in den 90er Jahren vor allem durch technische Beschränkungen einiges der Fantasie des Spielers überlassen wurde, setzt das neue Flashback auf neumodische Comic-Zwischensequenzen und baut teilweise sogar neue und oftmals überflüssige Handlungsdetails ein, etwa die eher peinliche als bereichernde Freundin von Conrad oder eine von Fans gewünschte Jetbike-Passage. Letzteres ist zwar nett gemeint, aber auch nicht mehr als eine kurze und mäßig spannende Geschicklichkeitseinlage.

Zugegeben, die neuen Storywendungen und -Abschnitte kann man auch unter »Geschmackssache« verbuchen, doch das neue Design von Hauptcharakter Conrad geht gar nicht. Der Agent ist nun ein Sprüche-klopfender Nathan Drake-Verschnitt, der mit seinem pseudo-lässigen Mundwerk die Atmosphäre von Flashback im Alleingang an die Wand fährt. Zwar plappert Conrad nur auf Englisch, doch wer die hohlen Einzeiler und Ausrufe (»Awesome-sauce!«) versteht, hält das Gewäsch wohl kaum länger aus. Wenn das ein Wink in Richtung eines jüngeren Publikums sein soll, ist das eine Beleidigung für die Intelligenz der Zocker.

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