Gears of War - CliffyB hatte mehr Anspruch für die Reihe geplant, ein »Band of Brothers mit Monstern«

In einem neuen Interview geht Cliff »CliffyB« Bleszinski ungewöhnlich hart mit der von ihm erfundenen Actionreihe Gears of War ins Gericht. Sein Konzept hätte ursprünglich nämlich mehr Tiefgang nach dem Vorbild der Serie Band of Brothers vorgesehen.

von Tobias Münster,
18.02.2014 17:36 Uhr

Cliff Bleszinski hatte Gears als ein »Band of Brothers mit Monstern« konzipiert.Cliff Bleszinski hatte Gears als ein »Band of Brothers mit Monstern« konzipiert.

Im Interview mit Gamasutra gibt der Erfinder von Gears of War an, ursprünglich mehr Tiefgang für die Actionreihe geplant zu haben. Nach eigenen Angaben wollte sich Cliff Bleszinski dafür nämlich an der TV-Serie Band of Brothers orientieren, in der ein vergleichbar komplexes Bild alliierter Soldaten, ihrer Gegner und ihrer Situation im Zweiten Weltkrieg gezeichnet wird.

Laut »CliffyB«, wie Bleszinski in der Branche auch genannt wird, wäre in Gears of War mehr drin gewesen, als »verdammten Echsenmenschen in ihre Fressen zu schießen«. Mit recht harschen Worten geht er kritisch mit der Reihe ins Gericht:

»Was [Gears of War] betrifft, geht es am Ende auch nur darum, verdammten Echsenmenschen in ihre Fressen zu schießen, und das mit einem Kettensägen-Gewehr. Daraus ist nicht das geworden, was ich mir erhofft hatte. Ich hatte mir eher eine Art 'Band of Brothers mit Monstern' vorgestellt. Ihr wisst schon, Band of Brothers ist wirklich gut ausgearbeitet und emotional. […] Aber irgendwie sind wir dann doch bei 'Predator' angekommen.«

Bleszinski bezieht sich auf den Kinofilm Predator von 1987 mit Arnold Schwarzenegger. Statt ausgearbeiteten Figuren würde dieser - genau wie Gears of War - nur so vor »muskelbepackten und männlichen« Typen strotzen. »Das war aber nie meine Absicht«, so Blezinski.

Dass Gears of War trotz dem ursprünglichen Konzept Bleszinskis doch in die Predator-Richtung ging, begründet er damit, dass man bei der Spieleentwicklung schnell die Kontrolle über die Story beziehungsweise die Dialoge verliere:

»Man kann so etwas einfach nicht planen. Bei der Spieleentwicklung ist es wie mit einem Ouijabrett. Bei den Dialogen rutscht man ziemlich schnell in das Schwarzenegger-Niveau herein.«

Überhaupt sieht CliffyB die Gears-of-War-Reihe nicht als sein »größtes Vermächtnis« an.

»Ich will nicht, dass Gears als mein größtes Vermächtnis gilt. Sie ist als eine spaßige und fantastische Reihe bekannt. Aber ich bin der Meinung, dass in mir mehr Kreativität steckt.«

Cliff Bleszinski arbeitete bei Epic Games auch an anderen bekannten Marken wie Unreal, Unreal Tournament oder Jazz Jackrabbit mit. Ende 2012 gab er seinen Posten als Design Director nach über 20 Jahren bei dem Studio auf, um »den nächsten Schritt in seiner Karriere« zu wagen. Erst im Dezember 2013 ließ er die Arbeit an einem »Arena-Shooter« durchblicken.

In dem selben Interview mit Gamasutra gibt Bleszinski auch an, keine Datenträger-basierten Spiele mehr veröffentlichen zu wollen. Die Zukunft der Branche sieht er im digitalen Vertrieb.

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