God of War: Ascension im Test - Kratos lässt das Wüten nicht

Hurra, Kratos ist wieder da – doch obwohl God of War: Ascension vor dem ersten Teil spielt, fühlt sich der Kriegsgott etwas eingerostet an. Lest hier, wie der antike Krieger sich im Test schlägt.

von Kai Schmidt,
07.03.2013 19:00 Uhr

God of War: Ascension - Test-Video zur Metzel-Fortsetzung für PS3 God of War: Ascension - Test-Video zur Metzel-Fortsetzung für PS3

Grrr! Dass Kratos, der Held von God of War: Ascension für die PlayStation 3, mal wieder grimmig dreinschaut, liegt vermutlich nicht an akutem Stuhldrang, sondern eher daran, dass er angestrengt nachdenkt: Selbst er, der Geist von Sparta persönlich, hat sicher nicht den vollen Durchblick, wann genau welches seiner Abenteuer eigentlich spielt.

Wenn man das 2D-Handyspiel God of War: Betrayal wohlwollend ausklammert, ist God of War: Ascension der mittlerweile sechste Teil der PlayStation-exklusiven Reihe. Doch statt dort anzusetzen, wo God of War 3 endete, erzählt der Entwickler Sony Santa Monica lieber eine olle Kamelle aus den Anfängen der Blutfehde zwischen Kratos und den griechischen Göttern.

Ascension spielt also vor sämtlichen bereits erschienenen Spielen der Serie und lässt uns miterleben, wie sich Kratos damals aus dem Deal mit Kriegsgott Ares herauswand, der ihn zum mächtigsten Feldherrn Spartas machte. Warum er da überhaupt wieder rauswollte? Nun ja, Macht und Stärke sind zwar toll, doch wenn man vom vermaledeiten Kriegsgott dazu gebracht wird, in einem Anfall von Wahnsinn die eigene Familie abzuschlachten, hört der Spaß wohl für jeden auf.

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Story: Kratos im Knast

Ascension beginnt für Kratos nicht sehr rosig: Er ist der angekettete Gefangene der drei Erinyen (oder Furien) Megaira, Tisiphone und Alekto, die dafür Sorge tragen, dass all diejenigen, die so doof sind, einen göttlichen Blutschwur zu brechen, bis in alle Ewigkeit weggesperrt bleiben. Da es im alten Griechenland wohl ziemlich viele solcher Burschen gab, haben die Götter ein spezielles Gefängnis errichtet, in dem die Sünder vor sich hin vegetieren. Antike Käfighaltung sozusagen.

Kratos will seinen Blutschwur mit Ares brechen.Kratos will seinen Blutschwur mit Ares brechen.

Und weil ein normales Gefängnis wohl nicht standesgemäß für das Götterpantheon wäre, hat man zu diesem Zweck kurzerhand den riesenhaften Hekantoncheiren (»Hundertarmigen«) Aigaion ausgehöhlt und bebaut. Der Titanensohn war der Erste, der einen Blutschwur mit den Göttern brach, und soll nun als versteinertes Mahnmal Typen wie Kratos davon abhalten, dieselbe Dummheit zu begehen.

Nun gut, primär hat man den Hekatoncheiren wohl zum Gefängnisfundament vermörtelt, weil Sony Santa Monica ein spektakuläres Setting für Beginn und Finale des Spiels brauchte – in der griechischen Mythologie ist Aigaion jedenfalls kein so grauenhaftes Schicksal zuteil geworden. Und schon gar nicht wurde sein toter Körper von Käfern wiederbelebt, wie es in Ascension geschieht.

Dort reißt er sich zum Beispiel effekthascherisch ein ganzes Gebäude samt Kratos drin vom eigenen Körper und dreht es dann hin und her, während der Geist Spartas sich mit Gegnerwelle um Gegnerwelle herumprügelt. Aber den lockeren Umgang mit den mythologischen Figuren sind wir von der Reihe ja mittlerweile gewohnt – und Zombie-Aigaion macht ganz schön was her als riesenhafter Bossgegner, den man über mehrere Abschnitte hinweg bekämpft und Stück für Stück auseinandernimmt.

Deutsche Version

Die deutsche Version von God of War: Ascension ist ungeschnitten und hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten. Neben der deutschen Tonspur finden sich auf der Disk auch die englische, sowie viele weitere europäische Sprachen. Charmant: Beim ersten Spielstart fragt das System, ob man die Dialoge stilecht auf Griechisch anhören möchte.

Bombast-Optik: Das lebendige Gefängnis

Entsorgte Kratos in den Vorgängern als Einstiegshappen die Hydra oder klopfte Meeresgott Poseidon zu Brei, verfolgt er in Ascension die Furien durch das weitläufige Hekatoncheiren-Gefängnis, das – den Wiederbelebungskräften der Damen sei Dank – schon bald wortwörtlich ins Spielgeschehen eingreift.

Dabei gibt es imposante Kameraeinstellungen zu bewundern, die stellenweise das angenehm epische Gefühl zurückbringen, das man als Spieler hatte, als man im allerersten God of War auf dem Titanen Kronos herumkletterte. Beziehungsweise wenn man auf ihm herumklettern wird? Ach, immer diese Prequel-Probleme!

Beeindruckend: Der Gefängniskomplex wurde auf und in dem Körper eines toten Riesen errichtet.Beeindruckend: Der Gefängniskomplex wurde auf und in dem Körper eines toten Riesen errichtet.

Serientypisch schwenkt die Kamera dabei immer wieder ein Stück zurück, um dem Spieler den ganzen Bombast und Produktionsaufwand in all seiner Dramatik zu präsentieren. Das ist meist beeindruckend, ab und zu aber auch ziemlich verwirrend: Wenn die Kamera aus dem aktuellen Bildausschnitt herauszoomt, der Kampf mit den ständig aus den Tiefen des Hades nachwachsenden Kreaturen aber weitergeht, verliert man den stecknadelkopfgroßen Kratos im Getümmel schnell aus den Augen und muss Prügel einstecken. Zum Glück passiert das aber nicht sehr oft und beschränkt sich auf die Kämpfe mit dem reanimierten Hekatoncheiren.

The Last of Us-Demo

Wer sich auf die Demo zu The Last of Us freut, die God of War: Ascension beiliegt, wird mit großen Augen auf den Bildschirm starren, wenn er den Menüpunkt anwählt: Es erscheint lediglich ein Countdown, der die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden herunterzählt, bis man die Demo aus dem PlayStation Store herunterladen kann. Als Käufer von God of War: Ascension kann man das zwar etwas früher tun als der Otto-Normal-Verbraucher, doch enttäuschend ist diese Aktion von Sony auf jeden Fall.


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