Gran Turismo 5 im Test - Test für PlayStation 3

Nach ewig langer Entwicklungszeit steht der Flitzer für die PlayStation 3 nun endlich in den Läden. Hat sich das Warten gelohnt?

von Tobias Veltin,
24.11.2010 09:00 Uhr

Manchmal gibt es in der Videospielwelt Dinge, die unglaublich erscheinen -- irreal. Die Ankündigung von Duke Nukem Forever ist so ein Beispiel. Jahrelang hieß es »Ach, das erscheint doch sowieso nicht mehr.« Irrtum. Es kommt doch. Und was der Duke für die Shooterwelt ist, ist Gran Turismo 5 für das Rennspielgenre und die PlayStation 3. Seit knapp sechs Jahren in Entwicklung, gab es immer wieder Verschiebungen -- verbunden mit Enttäuschungen und spöttischen Artikeln in der Fachpresse. Nach einer finalen Verschiebung im Oktober steht Gran Turismo 5 jetzt aber wirklich im Laden. Mit dem Anspruch, das beste Rennspiel dieser Generation zu sein. Macht sich die lange Entwicklungszeit in außergewöhnlicher Qualität bemerkbar oder ist der Titel letztendlich vielleicht sogar eine große Enttäuschung?

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GT 5
Genre: Sport
Release: 03.11.2010

Der GT-Modus

In den schicken Wiederholungen schaut ihr euch die Rennen noch einmal an. [PS3]In den schicken Wiederholungen schaut ihr euch die Rennen noch einmal an. [PS3]

Wer bereits einen Teil der Rennspielserie gespielt hat, weiß es: Das Herzstück eines jeden Gran Turismo ist der GT-Modus -- so auch bei Teil 5. Hier versucht ihr, als aufstrebender Rennfahrer euren Rang zu steigern und so viele Goldpokale wie möglich einzusacken. Für absolvierte Rennen bekommt ihr Erfahrungspunkte. Schafft ihr zusätzlich noch eine gute Platzierung, gibt es haufenweise Credit Points (Geldeinheit), die ihr im späteren Verlauf für neue Wagen und Autoteile ausgebt. So arbeitet ihr euch nach und nach durch zahlreiche Meisterschaften, von denen ihr manche erst ab einem bestimmten Rang in Angriff nehmen dürft. Neu bei Gran Turismo 5 sind die Spezial-Events. Das sind besondere Rennherausforderungen, in denen ihr mehrere Gebiete des Motorsports kennenlernt. Zum Beispiel heizt ihr mit einem Go-Kart über spezielle Kart-Strecken oder bekommt von NASCAR-Fahrer Jeff Gordon Tipps für das Windschattenfahren. Die Spezial-Events sind eine nette Abwechslung zu den „klassischen“ Rennveranstaltungen und bringen vor allem haufenweise Kohle auf euer virtuelles Konto. Einige Aufgaben ziehen sich jedoch in die Länge. Mit einem VW-Bulli zwei Runden über ein riesiges Flugfeld zu gurken, dauert eben seine Zeit, wenn man mit maximal 80 km/h unterwegs ist.

1000 automobile Träume

In der Cockpitperspektive steuern sich die zahlreichen Boliden am intensivsten. [PS3]In der Cockpitperspektive steuern sich die zahlreichen Boliden am intensivsten. [PS3]

1000 Autos. Eine stolze Zahl, und tatsächlich bietet der Fuhrpark von Gran Turismo 5 sogar noch mehr Flitzer. Und die Variation ist groß: Neben »normalen« Straßenfahrzeugen stehen auch Supersportwagen, Formel-Flitzer, Rallye-Wagen oder sogar VW-Kübelautos in der GT-Garage -- Abwechslung ist Trumpf. Allerdings lehrt uns das Spiel: Es gibt Autos, die gleicher sind als andere. Es gibt Premium-Fahrzeuge und Standardkarren. Letztere sind hauptsächlich grafisch aufpolierte Versionen von Gran Turismo 5 Prologue oder gar Gran Turismo 4. Die 200 Premium-Fahrzeuge bieten dagegen wesentlich mehr Details, eine voll animierte Cockpitansicht und ein Schadensmodell. Das war im Vorfeld groß angekündigt worden, enttäuscht im Spiel aber massiv. Mehr als kleinere Dellen im Lack oder hängende Spoiler konnten wir beim Test selbst nach den übelsten Unfällen nicht sehen. Und auch die Geräusche bei den Crashs erinnern eher an dumpfes Billardkugel-Geklacker als an markerschütternde Zusammenstöße. Ebenfalls doof: Ihr erhaltet lediglich Premiumautos beim örtlichen Autohändler. Standardkarossen gibt es nur im Gebrauchwagenmarkt oder als Belohnung für gewonnene Rennen.


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