Greed Corp im Test - Test für PSN und XBLA

Sie ist nicht nur das übersteigerte Streben nach materiellem Besitz sondern auch eine der sieben Todsünden (Avaritia) im katholischen Glauben: die Habgier. In dem Strategiespiel Greed Corp für Xbox 360 und PlayStation3 bekommt die Gier aber eine Imagepolitur, denn ohne sie werdet ihr bald kein Land mehr sehen. Und das ist wörtlich gemeint!

von Patrick Mittler,
14.04.2010 14:25 Uhr

Das rundenbasierte Taktikspiel schickt euch nämlich auf einen beispiellosen Raubbau von kleinen, sechseckigen (Hex-Felder) Inselchen. Diese Felder hängen hoch über den Wolken und sind in Greed Corp das Objekt kriegerischer Reibereien. Als eine von vier Parteien kämpft ihr auf PlayStation 3 oder Xbox 360 um die begehrten Inseln und das geht so: Auf den Sechsecken baut ihr Produktionsgebäude, kampfstarke Roboter und nützliche Kanonen. Runde für Runde erobert ihr mit euren mechanischen Kriegsmaschinen mehr Felder und schnappt sie im besten Falle dem Gegner unter der Nase weg. So weit so konventionell.

Der Clou an der Sache sind aber die besagten Inseln, denn die brechen euch durch bestimmte Aktionen unter den Füßen weg. Wollt ihr beispielsweise schnellen Zaster für die Kasse, baut ihr einen so genannten „Harvester“ auf ein Feld. Der stampft dann jede Runde mächtig auf und bringt ordentlich Geld, verringert so aber auch die Höhe aller umliegenden Felder, bis diese bröckelig werden und schlussendlich einstürzen. Auch alle Einheiten und Gebäude, die noch auf den Inseln stehen purzeln in die Tiefe. Also müsst ihr besonders offensiv und taktisch vorgehen, damit ihr möglichst hohe Positionen erobert und so mit den „Harvestern“ jede Menge Kohle scheffelt. Damit baut ihr wiederum neue Einheiten oder fiese Kanonen, mit denen ihr sogar Landstriche eures Gegners wegsprengt. Sieger ist, wer als Letzter noch handlungsfähig bleibt, also wer überhaupt noch Inseln hat, auf denen Gebäude oder Kampfmaschinen stehen.

Durch den Kniff mit dem Inselsprengen zählt in Greed Corp, wie schon gesagt, die Gier nach neuem und möglichst hoch gelegenem Land. Wer sich das schnell genug sichert, ist klar im Vorteil. Da sich die Ausstattung aller vier Parteien aber nur durch die Farbe und das Design unterscheidet, ist die Handlung in der Kampagne nicht der Rede wert. Dennoch hält euch der knackige Anspruch in späteren Levels ziemlich auf Trab. Zur Höchstform läuft das muntere Landschaftsplätten aber im Online-Match mit bis zu vier Mitspielern auf. In den schnellen Gefechten spürt man sowohl die titelgebende Gier, als auch die maßlose Enttäuschung, wenn mal wieder jemand ganze Inselblöcke mitsamt gegnerischen Armeen in die Luft jagt.

Greed Corp glänzt aber nicht nur mit einer tadellosen Spielmechanik, sondern auch mit feiner Musikuntermalung. Im Gefecht sorgt pfiffiger Jazz für Unterhaltung, die Effekte sind stimmig und für den Gewinner ertönt am Ende der Partie eine befriedigende Trompeten-Fanfare. Und weil auch die Grafik mit dem netten Design der Einheiten und den krachigen Explosionen einen guten Eindruck hinterlässt, ist Greed Corp auf alle Fälle einen Download wert.

Greed Corp

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

1-4

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

211,67 MB

Entwickler:

W! Games

Hersteller:

W! Games

USK:

ab 12 Jahren

Wertung:

* * * * *


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