GTA: San Andreas im Test - Handy-Gangster mit Berührungsängsten

Bandenkrieger Carl Johnson ist nicht nur in Los Santos immer unterwegs, sondern auch in echt. Rockstars Gangster-Epos von 2004 macht jetzt iOS/Android-Smartphones und -Tablets unsicher – trotz wackeliger Steuerung.

von Markus Schwerdtel,
17.12.2013 10:55 Uhr

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Ah, Los Santos! Perle am Pazifik, sonnenverwöhntes Juwel der Westküste! Kein Wunder, dass sich Michael, Trevor und Franklin aus Grand Theft Auto 5genau hier niedergelassen haben. Aber Moment, schon lange vor dem Chaos-Trio haben wir doch schon einen GTA-Helden durch die Straßen von Los Santos begleitet. Carl Johnson, kurz CJ, kurvt in GTA: San Andreas von 2004 als Mitglied der Grove Street Gang durch die Westküsten-Metropole.

Das PlayStation 2-Spiel begeistert damals vor allem durch die riesige Spielwelt, neben der an Los Angeles angelehnten Stadt Los Santos gibt es nämlich auch noch San Fierro (San Francisco) und Las Venturas (Las Vegas) sowie eine riesige Landschaft zwischendrin zu erkunden. Der Preis dieser Größe: Die gute alte PS2 wird von GTA: San Andreas hart an ihre Leistungsgrenzen gebracht, Ruckler und Fernsicht-Nebelwände sind an der Tagesordnung. Moderne Smartphones und Tablets kommen locker an die Rechenleistung der PlayStation 2 ran, da müsste doch eine Mobil-Version von GTA: San Andreas viel besser sein als die Konsolen-Vorlage, oder?

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GTA: San Andreas
Genre: Action
Release: 11.12.2013

In the Ghetto

Die Geschichte von Grand Theft Auto: San Andreas in aller Kürze: CJ kehrt nach Jahren an der Ostküste wieder nach Los Santos und damit in den Schoß seiner Gang zurück. Seine Mutter - die gute Seele der Grove Street Family - ist gestorben, gemeinsam mit seinem Bruder Sweet und den anderen Mitgliedern will Carl die Bande jetzt wieder auf Vordermann bringen. Das bewerkstelligt er in typischer GTA-Manier in unzähligen Haupt- und Nebenmissionen, in denen gefahren, geballert und geprügelt wird.

Die konkurrierenden Gangs machen CJ dabei genauso zu schaffen wie der korrupte Polizist Tenpenny. Wer sich jetzt an Filme wie Menace 2 Society, Training Day oder Boyz N the Hood erinnert fühlt, liegt goldrichtig. GTA: San Andreas fängt die Atmosphäre dieser Gangster-Filme perfekt ein und spielt ebenfalls in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Die Zwischensequenzen sind von gewohnt hoher GTA-Qualität, hier beraten sich gerade die Gang-Mitlieder der Grove Street Family. (iPhone)Die Zwischensequenzen sind von gewohnt hoher GTA-Qualität, hier beraten sich gerade die Gang-Mitlieder der Grove Street Family. (iPhone)

Aus dem letzten Jahrzehnt stammen einige spielerische Elemente, die den Titel nach heutigen Maßstäben etwas alt aussehen lassen. Da sind zum Beispiel die repetitiven Besuche im Fitness-Studio, damit CJ ein paar Muckis auf die Arme bekommt. Oder die langen Fahrten nach Hause am Ende mancher Aufträge, die man in einem modernen Spiel einfach weglassen würde. Und dann natürlich das antiquierte Speichersystem, Spielstände darf man nur beim Save-Symbol (einer 3,5"-Diskette) in CJs Haus anlegen.

Zwar hat Rockstar innerhalb der Missionen zusätzliche Checkpoints eingebaut, wirklich komfortabel ist die Speicherei dadurch aber noch lange nicht. Immerhin: Wer mag, lagert seinen Spielstand in die Cloud aus und kann so auf jedem beliebigen Gerät weiter spielen - ideal, wenn daheim ein Tablet liegt, man aber unterwegs lieber das Smartphone nutzt.

Welcome to the Jungle

Für die einzigartige Atmosphäre des Titels ist - wie so oft in GTA-Titeln - die Musik im Spiel mit verantwortlich. GTA: San Andreas bietet elf Radiosender, von Hiphop bis zum reinen Wortprogramm. Während auf Bounce FM Funk-Größen wie George Clinton zu hören sind, gibt's im Alternative-Sender Radio X Soundgarden, Faith No More oder Danzig aufs Trommelfell. Und natürlich fehlt mit Radio Los Santos auch ein Rap-Sender nicht, der entsprechend 2Pac, Cypress Hill oder N.W.A. spielt. Wem das alles nicht gefällt, der legt sich via iTunes eine Playlist mit eigenen Titeln an und benennt sie als »GTASA«. Im Spiel taucht diese Liste dann als Mixtape auf.

Mindestens genauso wichtig für die Atmosphäre wie die Musik sind die Dialoge. Die sind - wie eigentlich immer bei GTA - in Englisch gehalten und werden lediglich deutsch untertitelt. Gut so, denn so gehen die, äh, schillernden und ausdrucksstarken Slang-Ausdrücke von CJ und seinen Gang-Kollegen nicht im Übersetzungs-Häcksler verloren. Auf jeden Fall ist es empfehlenswert, GTA: San Andreas mit einem Kopfhörer zu spielen. Wer sein Gerät auf stumm stellt, verliert viel vom Flair und damit Spielspaß.

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