Guitar Hero Live - Ärger um Mikrotransaktionen: Entwickler beschwichtigen

Insbesondere das Guitar Hero TV genannte Musik-Streaming-Feature in Guitar Hero Live bietet für viele Spieler Anlass zu Kritik. Wer die entsprechende Währung nicht im Spiel freischaltet, muss pro abgespieltem Song 0,15 US-Dollar bezahlen. Die Entwickler relativieren die Vorwürfe.

von Tobias Ritter,
26.10.2015 14:15 Uhr

Guitar Hero Live steht wegen seiner Mikrotransaktionen in der Kritik. Die Entwickler können das nicht nachvollziehen.Guitar Hero Live steht wegen seiner Mikrotransaktionen in der Kritik. Die Entwickler können das nicht nachvollziehen.

Das Mikrotransaktions-System des am 23. Oktober 2015 veröffentlichten Musikspiels Guitar Hero Live hat in den vergangenen Tagen für einige Irritationen und insbesondere auch kontroverse Diskussionen gesorgt. Grund dafür ist zum Einen der im Vergleich doch relativ geringe Umfang von nur 42 Songs - bei einem Kaufpreis von knapp 100 Euro (inklusive Instrumenten). Bei den zahlreichen Vorgängern waren stets zwischen 74 und 93 Songs enthalten.

Zum Anderen stößt einigen Spielern im Zusammenhang damit das Guitar Hero TV genannte Online-Musik-Netzwerk sauer auf.

Über das lassen sich nämlich mehr als 200 weitere Songs im Spiel per Stream aufrufen und nutzen. Dafür allerdings müssen die Nutzer sogenannte Play-Tokens als In-Game-Währung einsetzen. Und die lassen sich nicht nur im Spiel selbst verdienen, sondern auch für Echtgeld kaufen. 2,50 US-Dollar werden so für das Privileg fällig, insgesamt zehn dieser Songs (oder immer wieder denselben Song) abzuspielen. Für 6 US-Dollar gibt es außerdem einen Tagespass mit unbegrenztem Abspielkontingent.

Guitar Hero Live wird damit fast schon eine Art interaktive Spotify-Simulation.

Auf die seit einigen Tagen kursierende Kritik hat das Entwicklerstudio FreeStyle Games nun in einer längeren Stellungnahme reagiert. Darin heißt es, dass man sich vom traditionellen DLC-Song-System verabschiedet habe, um den Bedürfnissen der Spieler besser gerecht werden zu können. Dazu habe man einfach untersucht, wie häufig bestimmte Songs gekauft und anschließend auch genutzt worden seien.

Das Konsumverhalten in Sachen Musik habe sich durch das Internet und Live-Streams einfach verändert, heißt es weiter. Und dieses neue Verhalten der Nutzer wolle man eben mit dem neuen System bedienen.

Außerdem biete Guitar Hero Live doch deutlich mehr Songs als irgendein anderer Ableger der Reihe:

"Wir starten mit mehr Songs als jemals zuvor in Guitar Hero. Wir haben 42 auf dem Datenträger, weitere 200+ bei GHTV und wir werden noch 70 zusätzliche Tracks bis zum Jahresende veröffentlichen. Wir wollen den Leuten einfach mehr Auswahl bieten."

Außerdem müsse man für die Zusatzsongs gar kein zusätzlich Geld in das Spiel investieren. Alles lasse sich im Spiel freischalten.

"Aber wir wollen den Spielern auch die Wahl lassen. Wer also seinen Lieblingssong 20 Mal nacheinander spielen möchte, der kann sich mit GHTV befassen und die entsprechende In-Game-Währung verdienen, um die Play-Tokens dafür zu kaufen. Und wer diese Zeit nicht aufwenden möchte, der kauft sich die Tokens einfach mit echtem Geld. "

Statt in Zukunft also irgendwelche traditionellen DLC-Songs zu veröffentlichen, setzen die Entwickler lieber auf die Implementierung neuer GHTV-Kanäle und vielleicht auch neuer Spielmodi.

Play-Token können neben dem Freispielen durch Gameplay auch mit Coins oder Hero Cash gekauft werden. Hero Cash gibt es allerdings nur gegen echtes Geld. Für ein Play-Token werden 45 Einheiten der In-Game-Währung fällig. Ein Paket von 900 Hero Cash wiederum kostet 2,99 US-Dollar. Bei 6.900 Einheiten sind es 19,99 US-Dollar. Für ein einziges Abspiel-Token werden also rund 0,15 US-Dollar fällig.

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