Hall of Fame: The Need For Speed - Interstate '96

Der erste Teil der erfolgreichsten Rennspiel-Serie überholte 1996 den bisherigen Spitzenreiter Test Drive mit actiongeladenen Rennen und High-End-Grafik. Wir blicken zurück.

von Daniel Matschijewsky,
05.11.2012 17:07 Uhr

Wie könnte sich ein Streit zwischen Rennspielfans Mitte der 90er Jahre nach dem Erscheinen von Need for Speed angehört haben? Da gibt es auf der einen Seite den NfS-Hasser: »Was für ein dreister Klon! Das hatten wir doch alles schon vor acht Jahren, damals, 1987. Test Drive hieß das und kam von Accolade.« Es kontert der NfS-Fan: »Klar, aber schau dir das Tempo in The Need for Speed an, die Grafik, die Abwechslung, die Rennmodi...«

Und während die beiden auch nach Stunden noch über das Für und Wider streiten, steht Jahre später fest: Das erste Need for Speed von Electronic Arts hat zwar viele Ideen vom Konkurrenten Test Drive entliehen, schuf aber trotzdem eine bis heute erfolgreich weiter entwickelte Generation an actionorientierten Rennspielen.

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Hübsches Sightseeing

Für heutige Verhältnisse eher mäßig, galt die Auswahl der acht Fahrzeuge damals als ziemlich groß. Zumal Sie mit dem Ferrari Testarossa 250, der Dodge Viper RT/10 oder dem Porsche 911 Carrera superschnelle und superteure Schlitten fahren können, die jedem Autonarren die Freudentränen ins Gesicht treiben. Zu allen Fahrzeugen gibt’s im Hauptmenü technische Informationen, Fotos sowie diverse Videoclips. Und auf der Strecke wirkten die Boliden durch viele Details zumindest optisch so realistisch wie in keinem Rennspiel zuvor.

Die Verfolgungsjagden mit der Polizei im Duell-Modus sind besonders spannend.Die Verfolgungsjagden mit der Polizei im Duell-Modus sind besonders spannend.

Ebenso aufwändig wie die Autos sind die sechs Fantasie-Kurse. Anstatt wie in Test Drive nur an einem braunen Berg entlang zu fahren, rast ihr in Need for Speed durch die Wüste und malerische Dörfer, über Berge oder durch Industriegebiete einer eindrucksvollen Metropole.

Die Detailverliebtheit der Designer kennt dabei keine Grenzen: Auf der Strecke »Vertigo Ridge« etwa kommt ihr an einer Burg, einer Kirche und einem Wasserfall vorbei und fahrt über eine große Holzbrücke. Allerdings stören die etwas zu eng gesetzten unsichtbaren Streckenbegrenzungen, weshalb der Spieler oft merkwürdige Unfälle baut, wenn er dem Straßenrand zu nahe kommt.

Sie sind verhaftet!

Vier Rennmodi sorgen in Need for Speed für Abwechslung. Der spannendste ist mit Sicherheit das Duell. Hier fahren Sie gegen einen KI-gesteuerten Kontrahenten um den ersten Platz. Der Clou: Die Polizei sitzt Ihnen ständig im Nacken. Wer von den Beamten erwischt wird, kassiert einen empfindlichen Zeitverlust. Den Gesetzeshütern davon zu kommen, ist allerdings recht knifflig, denn unbeteiligte Autos bevölkern die engen Straßen. Wer hingegen das Tournament für sich entscheidet, schaltet ein Bonusfahrzeug und eine Bonusstrecke frei. Und das ist gar nicht so einfach.

The Need for Speed

Publisher: Electronic Arts, Entwickler: EA Canada, Originalrelease: 1996, Sprache: Englisch, USK: Ohne Beschränkung

Darum legendär:

- Für damalige Verhältnisse extrem aufwändige Fantasie-Strecken und detaillierte Fahrzeuge mitsamt Lizenz
- Spannender Duell-Modus: Verfolgungsjagden mit der Polizei
- Stimmungsvolle Rennen bei Nacht
- Jedes Fahrzeug steuert sich anders, es gibt sogar Fahrhilfen wie ABS
- Fast fernsehtaugliche Replays


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