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Star Wars 7: Das Erwachen der Macht - Ideenlos im All

Kai ging als waschechter Fan in die Mitternachtspremiere von Star Wars: Das Erwachen der Macht – und war von seiner eigenen Reaktion auf den Film schockiert.

Von Kai Schmidt |

Datum: 17.12.2015


Star Wars 7: Das Erwachen der Macht :

Es ist 3 Uhr morgens. Nach der Mitternachtspremiere von Star Wars: Das Erwachen der Macht stelle ich bestürzt fest, dass ich den Film nicht noch einmal sehen muss. Ich bin enttäuscht. Nein, Moment. »Enttäuscht« ist nicht das richtige Wort. »Unterwältigt« trifft es eher.

Habe ich wirklich gerade ein verkapptes Remake des ersten Star Wars gesehen? Denn das ist »Das Erwachen der Macht« im Geiste:

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Da gibt es den Droiden, den es samt eines MacGuffin, hinter dem alle her sind, auf einen Wüstenplaneten verschlägt, wo er einen jungen Helden wider Willen trifft. Und da gibt es eine riesige Kampfstation samt Raumschlacht und Grabenflug während des Countdowns bis zur Schussbereitschaft der Superkanone.

Wo es allerdings im Ursprungs-Star-Wars einen charismatischen und bedrohlichen Bösewicht gab, ist die maskierte Entsprechung Darth Vaders eine schlaksige, weinerliche Lachnummer mit stimmverzerrender Maske um der Stimmverzerrung und des »coolen« Looks Willen. Wirklich, Disney? So wollt ihr die legendäre Filmreihe fortsetzen? Warum habt ihr nicht gleich ein »echtes« Remake draus gemacht?

TV-Serien-Charme

Die wenig imposante Figur des maskierten Bösewichts könnte tatsächlich geradewegs aus einer TV-Serie stammen, in der es aus Budgetgründen nicht ganz für ein wirklich bedrohliches Design reichte.

Und auch der Rest des Films wirkt zu großen Teilen wie der Pilotfilm einer Star-Wars-TV-Serie: das aalglatte Bild, die offensichtlich sehr irdischen Drehorte, die teilweise nicht einmal ein Fantasy-Makeover erhielten, der überraschend »klein« wirkende Horizont des Films mit den beiden erklärungslos gegeneinander kämpfenden Parteien.

Zudem werden Figuren eingeführt, deren Hintergründe und Ausarbeitung offensichtlich für zukünftige Episoden vorgesehen sind. Das sind Mechanismen, die bei einer wöchentlich ausgestrahlten TV-Serie vielleicht funktionieren, doch wenn ich auf weitere »Folgen« (und damit Antworten auf die aufgeworfenen Fragen) jeweils zwei Jahre warten muss, finde ich das nur nervig.

Auf Fortsetzung produziert

Klar, die ersten Star-Wars-Filme waren ebenfalls nicht in sich abgeschlossen, doch George Lucas verstand es im Gegensatz zu J.J. Abrams, selbst in den unterirdischen Prequels den klassischen Kino-Serial-Charakter geschickt in die Struktur der Filme einzubetten, ohne dabei die Story unnötig zu verschachteln und zu verschwurbeln.

Star Wars 7: Das Erwachen der Macht : Captain Phasma: Mächtig gehyped und trotzdem kaum im Film. Captain Phasma: Mächtig gehyped und trotzdem kaum im Film.

Jeder dieser Filme konnte auch für sich alleine stehen, ohne den Zuschauer rätseln zu lassen, was es denn nun mit dieser oder jener Figur auf sich hat. Das Erwachen der Macht ist hingegen einfach nur plump auf Fortsetzung ausgelegt. Sogar inklusive Cliffhanger-Ende. Die Überfrachtung mit »Fanservice« wie kurz ins Bild gehaltenen Requisiten aus den alten Filmen macht es nicht besser.

Wie mies muss wohl die von George Lucas vorgeschlagene Story gewesen sein, dass Disney sich stattdessen für etwas entschied, das in weiten Teilen an Fan-Fiction erinnert? Tatsächlich habe ich die Hälfte des Films schon wieder vergessen, während der Abspann läuft.

Eine neue Hoffnung

Wirklich schlecht ist der neue Krieg der Sterne dennoch nicht. Ich habe schon unzählige deutlich miesere Filme gesehen, und ich ziehe Das Erwachen der Macht jederzeit den Prequels vor. Aber trotz einer vergossenen Freudenträne über den Anblick der plastisch in die Tiefen des 3D-Alls verschwindenden Anfangsschrift ist es nicht »mein« Star Wars oder das Star Wars, das die Trailer mir versprachen.

Dennoch bin ich mir sicher, dass Disneys Sternenkrieg das Star Wars der jetzigen Generation werden wird, so wie auch schon die Prequels und die Clone Wars eine Generation prägten - und wie die Originalfilme zuvor mich prägten.

Mit ein paar Stunden Abstand zum ernüchternden Filmerlebnis hege ich Hoffnung, dass ich die kommenden Filme trotzdem genießen kann, da ich nun weiß, was ich zu erwarten habe. Denn anschauen werde ich sie mir so oder so. Das gebietet die Fan-Ehre.

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juliankiz
#1 | 17. Dez 2015, 16:06
Was zum Rock Dude?
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Lichtrot
#2 | 17. Dez 2015, 16:40
Alle loben den Film soooo sehr... BAAM... dann kommt Kai Schmidt. Haha. Ich finds gut. Auch ein Star Wars, ist am Ende eben nur ein Film mit Stärken und Schwächen.
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Rogome
#3 | 17. Dez 2015, 17:55
Ich gebe ihm Recht! Es ist bei Gott kein schlechter Film, aber ich war auch "unterwältigt". Irgendwie hatte ich das Gefühl, alles schon gesehen zu haben. Und es gibt noch mehr Parallelen aus Episode 4, die ich nicht Spoilern will.
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Stormtroopa
#4 | 17. Dez 2015, 18:48
Ernsthaft? Könnt ihr mit euren, angeblich seriösen Kinorezessionen nicht ein paar Tagelang warten? Bei anderen Filmen schafft ihr das doch auch?

Ich habe nichts gegen die Meinung, aber muss das gleich mit den Worten beginnen, "Ich bin enttäuscht..."?

Was soll denn der Dreck? Ich habe um 19:30 den Kinobesuch und ihr verderbt es einem, mit euren subjektiven Meinung. Schuster, bleib bei deinen Leisten.
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Troubleman
#5 | 17. Dez 2015, 19:29
In letzter Zeit find ich das Kai eher auf dem Balkon der Muppet Show gehört! Ich lieb dich trotzdem! ;)

Ja es gibt zu viele Parallelen, aber der Film war gut! Mehr möchte ich auch nicht erzählen.
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Graf Desmosedici
#6 | 17. Dez 2015, 20:56
War mein erster Star Wars. Und ich fand ihn super. Vorallem soundtechnisch ein Wahnsinn mit Dolby Atmos.

Aber die neuen hauptcharas sind eher blass geblieben. Allen voran der Bösewicht is ne lachnummer. Vorallem als er die Maske abnahm ^^
Han Solo und chewbacca sind aber mein persönliches Highlight samt dem Druiden. Die drei haben dem Film ein Prise Humor verpasst. Und das immer an guten stellen wo man teilweise nicht damit rechnet. Sindndurcjwegs gute Gags dabei.

Aber ich werde mir jz erstmal alle anderen Teile ansehen
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Julleck
#7 | 17. Dez 2015, 22:24
Sorry für dieses kleine Review, aber ich sehe viele Dinge einfach überhaupt nicht so, wie Kai.

Im Grunde macht der Film fast alles richtig und ist so Star Wars, wie er nur sein kann. Klar, die Erzählstruktur ähnelt der von IV (in der ebenfalls beide Parteien erklärungslos gegeneinander antreten), doch das tut die von VI im Grunde auch, die Figuren sind lediglich im Vorgänger in andere Positionen gebracht worden. Das Erwachen Der Macht hat genügend eigene und neue Ansätze, die anscheinend gern übersehen werden.

Die neuen Charaktere sind der Knaller, allen voran Rey und auch besagter "Jammerlappen" Kylo Ren hat mich mehr als einmal in den Sitz gedrückt. Und nein, seine Maske ist nicht nur für den Coolness Faktor da. Der Grund dafür, dass er eine Maske trägt, ist eng mit dem Charakter verwoben, aber darauf gehe ich gleich noch ein.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Streifen. Trotzdem fühle ich mich etwas unterwältigt und kann gar nicht sagen, woran es hängt. Das Feeling ist da, alte Freunde sind da, die neuen Freunde sind super, alles wirkt echt, authentisch und endlich wieder dem Geiste der Originalfilme treu (Das muss das offensichtlich irdische sein). Normalerweise heule ich alle paar Minuten beim SW gucken, was hier nicht ganz der Fall gewesen ist. Vielleicht muss der Film sich noch etwas setzen. Ich bin heiß, wie es weitergeht, denn jetzt sind die Figuren in Stellung gebracht - Die Prämisse für VIII scheint demnach sehr spannend.

Und was diese zynische "danke Disney" Attitüde immer soll... VII ist vielleicht der mit Abstand düsterste Eintrag ins SW Universum.

Von mir eine 9 / 10 für einen nicht ganz perfekten Star Wars Film.


SPOILER - NUR WEITERLESEN, WENN IHR DEN FILM GESEHEN HABT
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Kylo Ren als Jammerlappen zu bezeichnen, zeigt mir, dass offenbar eine Menge falsch verstanden worden ist. Ich fand ihn als Bösewicht GRANDIOS. Seine unsicherheit und innere Zerrissenheit war in jeder Szene spürbar. Die daraus resultierende Unberechenbarkeit empfand ich als derart bedrohlich, dass er es auf seine Weise mit Vader aufnehmen kann (bzw. im Film niemals wird aufnehmen können, was den besonderen Reiz an ihm ausmacht). Vader war eine kalte Maschine, Ren hingegen ist nicht kalt, sondern ein fühlendes Wesen, welches sich für die aufkeimende Zuneigung seinem Vater gegenüber schämt. Das sind Abgründe, die sich für mich bei Vader nicht aufgetan haben. Er ist schlicht verrückt und ein Möchtegern... wenn eins gefährlich ist, dann ein verrückter Möchtegern mit Macht. Ich glaube, mein negatives Gefühl hängt tatsächlich mit dem Abschied eines Geliebten Charakters zusammen... Das hat mich so hart getroffen, dass ich mich heute morgen fühlte, als wäre tatsächlich jemand gestorben.
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SPOILER ENDE
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Stormtroopa
#8 | 17. Dez 2015, 22:44
Zitat von Julleck:
Sorry für dieses kleine Review, aber ich sehe viele Dinge einfach überhaupt nicht so, wie Kai.

Im Grunde macht der Film fast alles richtig und ist so Star Wars, wie er nur sein kann. Klar, die Erzählstruktur ähnelt der von IV (in der ebenfalls beide Parteien erklärungslos gegeneinander antreten), doch das tut die von VI im Grunde auch, die Figuren sind lediglich im Vorgänger in andere Positionen gebracht worden. Das Erwachen Der Macht hat genügend eigene und neue Ansätze, die anscheinend gern übersehen werden.

Die neuen Charaktere sind der Knaller, allen voran Rey und auch besagter "Jammerlappen" Kylo Ren hat mich mehr als einmal in den Sitz gedrückt. Und nein, seine Maske ist nicht nur für den Coolness Faktor da. Der Grund dafür, dass er eine Maske trägt, ist eng mit dem Charakter verwoben, aber darauf gehe ich gleich noch ein.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Streifen. Trotzdem fühle ich mich etwas unterwältigt und kann gar nicht sagen, woran es hängt. Das Feeling ist da, alte Freunde sind da, die neuen Freunde sind super, alles wirkt echt, authentisch und endlich wieder dem Geiste der Originalfilme treu (Das muss das offensichtlich irdische sein). Normalerweise heule ich alle paar Minuten beim SW gucken, was hier nicht ganz der Fall gewesen ist. Vielleicht muss der Film sich noch etwas setzen. Ich bin heiß, wie es weitergeht, denn jetzt sind die Figuren in Stellung gebracht - Die Prämisse für VIII scheint demnach sehr spannend.

Und was diese zynische "danke Disney" Attitüde immer soll... VII ist vielleicht der mit Abstand düsterste Eintrag ins SW Universum.

Von mir eine 9 / 10 für einen nicht ganz perfekten Star Wars Film.


SPOILER - NUR WEITERLESEN, WENN IHR DEN FILM GESEHEN HABT
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Kylo Ren als Jammerlappen zu bezeichnen, zeigt mir, dass offenbar eine Menge falsch verstanden worden ist. Ich fand ihn als Bösewicht GRANDIOS. Seine unsicherheit und innere Zerrissenheit war in jeder Szene spürbar. Die daraus resultierende Unberechenbarkeit empfand ich als derart bedrohlich, dass er es auf seine Weise mit Vader aufnehmen kann (bzw. im Film niemals wird aufnehmen können, was den besonderen Reiz an ihm ausmacht). Vader war eine kalte Maschine, Ren hingegen ist nicht kalt, sondern ein fühlendes Wesen, welches sich für die aufkeimende Zuneigung seinem Vater gegenüber schämt. Das sind Abgründe, die sich für mich bei Vader nicht aufgetan haben. Er ist schlicht verrückt und ein Möchtegern... wenn eins gefährlich ist, dann ein verrückter Möchtegern mit Macht. Ich glaube, mein negatives Gefühl hängt tatsächlich mit dem Abschied eines Geliebten Charakters zusammen... Das hat mich so hart getroffen, dass ich mich heute morgen fühlte, als wäre tatsächlich jemand gestorben.
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SPOILER ENDE


Hab nun den Film gesehen. WOW!

Bin einfach restlos begeistert. Ich kenne alle Teile, habe sie mir Abertausende Male angesehen. Für mich einer der besten Star Wars Filme. Abrams hat das Vermächtnis sehr gut bewahrt und weitergetragen, so gut er konnte. Hoffen wir mal, dass die Spin-Offs uns das nicht zu Nichte machen und dieser Charm gewahrt wird.

In diesem Sinne, viel Spaß mit dem Film.
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kroenen05
#9 | 18. Dez 2015, 01:56
Ach Kai...hättest du den Film mal lieber etwas früher und in 2D geschaut.Ev.wäre dir dann auch aufgefallen wie gut er wirklich ist.Ich finde gerade Kylo Ren sehr interessant..da er ein psychisch gestörter Wahnsinniger ist.

Spoiler-Spoiler-Spoiler

Er tötet sogar seinen eigenen Vater.Krasser geht es glaube ich nicht mehr.
Mir ging an dem Film eher auf den Keks,dass Rey nach 10 Minuten rumprobieren schon Kräfte wie ein fertiger Jedi hatte.Noch nie ein Lichtschwert in der Hand gehabt,aber Kylo Ren im Zweikampf besiegen?Einmal den Mindtrick beim Stormtrooper ausprobiert und sie kann es...ganz ohne Unterweisung durch einen Jedimeister!Das war echt overpowered und einfach nur lächerlich.;-)
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Nohohon
#10 | 18. Dez 2015, 09:19
Ich find's mutig und auch nur gerecht, wenn man sagt "das ist doch nur ein Remake", weil es sich von dem was ich bisher gelesen habe so verhält wie mit Jurassic World: Das Original wird zu oft zitiert, dass es etwas an Eigenständigkeit fehlt. Das macht Jurassic World für mich nicht schlecht, aber nicht gut. ich bin gespannt wie es mir dann hier ergehen wird.

Zitat von Stormtroopa:
Ernsthaft? Könnt ihr mit euren, angeblich seriösen Kinorezessionen nicht ein paar Tagelang warten? Bei anderen Filmen schafft ihr das doch auch?

Ich habe nichts gegen die Meinung, aber muss das gleich mit den Worten beginnen, "Ich bin enttäuscht..."?

Was soll denn der Dreck? Ich habe um 19:30 den Kinobesuch und ihr verderbt es einem, mit euren subjektiven Meinung. Schuster, bleib bei deinen Leisten.


Wenn du es dir dadurch verderben lässt, dann solltest du die "Schuld" mal bei dir suchen.

Zitat von diversen Leuten:
Ich finde gerade Kylo Ren... Ich finde gerade Kylo Ren...


Merkt ihr was? "ICH FINDE..." - deshalb muss nicht jeder es so finden. Dafür sind Meinungen da und eine Kolumne ist nunmal NUR eigene Meinung, KEIN Review!
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