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Videospiel-Heldinnen 2015 - Uuuh, ein Mädchen!

2015 strotzte nur so vor Videospiel-Heldinnen. Zwar gab es bereits vorher jede Menge Frauen, allerdings selten so viele, in die man sich tatsächlich hineinversetzen kann. Gut so, findet Ann-Kathrin.

Von Ann-Kathrin Kuhls |

Datum: 13.01.2016


Videospiel-Heldinnen 2015 : Lara ist eine super Mischung aus Gewissen und Kampfgeist. Lara ist eine super Mischung aus Gewissen und Kampfgeist.

Zum Thema » Kolumne zu Star Wars: Battlefront Individuell ist nicht immer gut » Videospiel-Heldinnen 2015 Diese Frauen haben uns beeindruckt Direkt einmal vorneweg: Frauen in Videospielen sind nicht im Jahr 2015 plötzlich aufgetaucht. Mario rettet seit 1981 hübsche Blondinen vor Affen und Riesensauriern. Aber weder Pauline (aus Donkey Kong) noch Prinzessin Peach konnten damals als tatsächliche Heldinnen bezeichnet werden. Das einzige, was sie bewiesen haben, ist unendliche Geduld, als überdurchschnittlich große Tiere sie wieder und wieder entführt haben. In den folgenden Jahren tauchten dann Ms. Pac-Man, Samus Aran (Metroid) und Lara Croft auf, Heldinnen mit ihrer eigenen Geschichte. Und allerspätestens Ellie aus The Last of Us beweist, dass Frauen in Videospielen nicht nur hilflose Häschen sind. Von Unterrepräsentation kann also schon lange keine Rede mehr sein.

Videospiel-Heldinnen 2015 : Die Autorin
Ann-Kathrin Kuhls ist Redakteurin bei der GamePro und der GameStar und spielt eigentlich alles und jeden gern. Ob die Figur dabei ein Mann, eine Frau oder ein Mops ist, ist ihr dabei egal. Trotzdem freut sie sich, wenn sie einen gut ausgearbeiteten weiblichen Charakter spielen kann. Zwar hatte sie mit Kratos genau so viel Spaß wie mit Lara Croft, in Rollenspielen erstellt sie sich aber trotzdem lieber eine Frau.

Was macht also 2015 so besonders? Die Verbindung aus Masse und Qualität. 1981 standen uns genau zwei weibliche Hauptfiguren zur Auswahl. 2015 fallen mir aus dem Stand fünfzehn Heldinnen ein, die ich gerne spiele. Und das schließt die Damen der vorangegangenen Jahre nicht mit ein. Das ist klasse. Durch die reine Masse an verfügbaren Charakteren ist eine Vielfalt entstanden, in der eben nicht nur immer der gleiche Typ vertreten ist. Ich habe nicht mehr nur die superharte Heldin auf der einen und die hilflose Maus auf der anderen Seite, sondern auch alles dazwischen. Lara Croft und Quiet (deren Kleidungs-Unsinn wir hier mal kurz ausklammern) machen in Rise of the Tomb Raider und Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain mit ihren Feinden kurzen Prozess, während Catherine in SOMA die Menschheit rettet, ohne dabei einen einzigen Finger zu rühren.

Mehr UND besser

Dazu kommt die Qualität der Charaktere. Weibliche wie männliche Videospielfiguren sind in den letzten Jahren nicht mehr nur noch muskelbepackte Killermaschinen, sondern Menschen mit Meinungen und Moral. Sicherlich sind die meisten der Helden dabei immer noch muskelbepackt oder übernatürlich begabt. Aber dafür haben sie jetzt ein komplexeres Moralspektrum als einfach nur gut und böse. Ich sage nicht, dass es vor 2015 nur Duke Nukems gab (denn immerhin gab es den ja 13 Jahre lang gar nicht).

Dieses Jahr ist es mir nur besonders aufgefallen, dass viel Mühe in die Ausarbeitung der Charakterzüge gesteckt wurde. Wenn ich für Max Caulfield in Life is Strange eine Entscheidung treffen soll, kann ich ohne Probleme nachvollziehen, in welchem Dilemma sie steckt. Schließlich habe ich zuvor viel Zeit mit ihren Tagebüchern und Notizen verbracht. Mir gefällt, dass ich den Figuren abnehmen kann, warum sie etwas tun.

Das schließt natürlich auch die selbstverliebten, anstrengenden oder grausamen Charaktere mit ein. Michael De Santas Tochter Tracey ist eine der besten Versionen eines verwöhnten reichen Mädchens, die ich bis jetzt in einem Spiel gesehen habe. Durch ihre Posts auf LiveInvader (der Facebook-Persiflage von GTA 5) zu scrollen macht deswegen so viel Spaß, weil sie die perfekte Karikatur der Facebook-, Instagramm-, und Snapchat-Selbstdarstellerin darstellt. Es macht Sinn, dass ich Tracey von einem Boot mit fragwürdigen Produzenten retten muss, weil sie sich auf deren Machenschaften einlassen würde. In ihren Handlungen ist sie genauso nachvollziehbar wie Max.

Videospiel-Heldinnen 2015 : Max wirkt deswegen so echt, weil jede ihrer Handlungsmöglichkeiten nachvollziehbar ist. Max wirkt deswegen so echt, weil jede ihrer Handlungsmöglichkeiten nachvollziehbar ist.

Die Mischung machts

Was nicht heißt, dass es nicht genauso viel Spaß macht, einfach mit coolen Waffen Bösewichte niederzumähen. Ich bin nicht der Meinung, dass wir alle Shooter durch Gesprächskreise ersetzen sollten. Genauso gerne wie eine Max Caulfield spiele ich in Battlefront einen Sturmtruppler, der nur dazu da ist, das Imperium zu verteidigen, indem er auf Rebellen schießt. Aber wenn mir nach etwas Feinsinnigerem zumute ist, habe ich im letzten Jahr mehr Möglichkeiten gehabt als noch vor ein paar Jahren. Und weil ich nunmal eine Frau bin, gefällt mir besonders, wie viele von diesen Möglichkeiten Frauen beinhalten.

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Tulkos
#1 | 13. Jan 2016, 13:15
Kann diese Thematik nicht nachvollziehen. Genauso wie überall anders (vielleicht den Sicherheitsbereich ausgenommen) sollte das Geschlecht keine Rolle spielen, weder in einem Videospiel, noch in einem Film oder auch (ganz was anderes) in der Politik.

Wenn's passt, nur her damit.
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Death anchor
#2 | 13. Jan 2016, 13:16
Also ich bin keine Frau und ich habe noch nicht einmal bei einem Spiel gedacht, dass ich mich besser hineinversetzen könnte, weil ich einen Mann spiele. Gerade Alien Isolation gespielt und über die komplette Spielzeit war es völlig Banane, dass ich gerade ne Frau spiele, es wäre nicht besser und nicht schlechter gewesen, wenn Amanda Ripley ein Amadeus Ripley gewesen wäre. Von daher bin ich kein Freund dieser Hervorhebungen, wenn man ne Frau spielt. Es ist egal, aber je mehr man betont "Da spielt man ne Frau, geil. Das ist was besonderes", desto eher hält man ein derartiges Thema am Leben. Ich würde mir wünschen, dass solche Artikel nicht nötig wären und ehrlich gesagt finde ich auch nicht, dass man sowas braucht.
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Nohohon
#3 | 13. Jan 2016, 13:37
Also wenn es immer so "gefeiert wird", dann trägt es auch nicht gerade zur Gleichstellung bei - irgendwie. Das finde ich einfach ebenso verkehrt. Es bekommt einen Sonderstatus, was von Prinzip genau das andere Extrem ist. Sollte man es dann nicht einfach auch "normal" behandeln? Spricht natürlich aber nicht gegen die Meinung von Frau Kuhls . immerhin ist es ja auch ein Kolumne und so. Eine Sache möchte ich aber dann trotzdem noch dazu sagen: Muskelbepackte Männer, die halbnackt rumrennen sind ja auch reine Fleischbeschau und basieren auf dummen Klischees. Wo sind also die Berichte dazu, dass es eben auch Spiele mit "ganz normalen Typen" gibt? Müsste das nicht auch so hochgelobt werden?

Wie dem auch sei: In der ganzen Hinsicht hat mich so nur ein Spiel 2015 überrascht: Steamworld Heist. Es ist erstaunlich wie viele von den Figuren weiblich sind - nicht nur die Hauptfigur, sondern auch in deren Gruppe und im Umfeld der NPCs.
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Threezay89
#4 | 13. Jan 2016, 13:59
"Und allerspätestens Ellie aus The Last of Us beweist, dass Frauen in Videospielen nicht nur hilflose Häschen sind."

Samus Aran war also ein hilfloses Häschen ... aha.

Ganz ehrlich, mit dieser Thematik wird maßlos übertrieben. Wen juckt schon das Geschlecht des Protagonisten. Gut geschrieben muss das ganze sein. Alles andere sind belanglose Details.

Generell ist es doch zum Aufregen, wie immer mehr auf Biegen und Brechen versucht wird, "starke" Frauen in Videospiele einzubauen, nur wegen der "political corectness" der Amerikaner. Das alles wirkt so aufgesetzt, dass es letztendlich nicht den gewünschten Effekt bringt.

Naja. Meine Meinung.
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megakay
#5 | 13. Jan 2016, 14:23
Ich kann das Thema nicht mehr hören. Wie viele Artikel, die sich auf das fokussieren was Videospielfiguren zwischen die Beine haben, wollt ihr noch rausbringen?
Als wären weibliche Figuren mal was ganz neues.
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Master Chief 1978
#6 | 13. Jan 2016, 14:24
Zitat von Threezay89:
"Und allerspätestens Ellie aus The Last of Us beweist, dass Frauen in Videospielen nicht nur hilflose Häschen sind."

Samus Aran war also ein hilfloses Häschen ... aha.


Oder Thyra(Gauntlet 1985), Thyris Flare (Golden Axe 1989), Blaze Fielding (Streets of Rage 1991)und es gibt sicher noch ein paar andere!

Zitat von megakay:
Ich kann das Thema nicht mehr hören. Wie viele Artikel, die sich auf das fokussieren was Videospielfiguren zwischen die Beine haben, wollt ihr noch rausbringen?


Geht mir ähnlich.
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Ann-Kathrin Kuhls
#7 | 13. Jan 2016, 14:35
Hallo ihr Lieben :)
Zur Frage, warum man das hervorheben muss, dass es Frauen in Spielen gibt: Ich würde nicht hervorheben sagen. Mir ist einfach aufgefallen, dass die Figuren in letzter Zeit komplexer geworden sind, und das gefällt mir gut. Und weil ich weiblich bin, freue ich mich, dass es in den vergangenen Jahren gleichzeitig auch mehr Frauen geworden sind. Beziehungsweise, dass mehr Geschichten erzählt werden, in denen Frauen vorkommen. Ich stimme euch vollkommen zu, wenn ihr sagt, dass eine weibliche Hauptfigur in einem bestimmten Kontext keinen Sinn macht. Beispielsweise als Ritter auf einem Kreuzzug. Niemand würde eine Frau Ritter werden lassen, es sei denn, sie macht es wie Mulan und verkleidet sich.
Tatsächlich spiele ich, wie bereits geschrieben, jede Art Charakter gern, wenn er irgendetwas hat, das mich fesselt. Michael de Santa aus GTA 5 hab ich genau so gern gespielt wie beispielsweise Lara Croft. Da hat mir die Ausarbeitung des Charakters von Michael sogar noch besser gefallen als Laras.
Ich finde es generell gut, dass alle Figuren, Frauen wie Männer, vielseitiger werden. Hab ich ja auch geschrieben.
Meiner Meinung nach hängt es von der Geschichte ab, ob das Geschlecht eine Rolle spielt. Lara Croft und Nathan Drake könnten theoretisch ohne Probleme die Abenteuer des jeweils anderen bestehen.
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Ann-Kathrin Kuhls
#8 | 13. Jan 2016, 14:38
Zitat von Threezay89:
"Und allerspätestens Ellie aus The Last of Us beweist, dass Frauen in Videospielen nicht nur hilflose Häschen sind."

Samus Aran war also ein hilfloses Häschen ... aha.


Naja. Meine Meinung.


Hallo :)
Ich fürchte, da hast du mich missverstanden. Einen Absatz weiter oben schreibe ich, dass Samus Aran eine Heldin mit ihrer eigenen Geschichte ist. Und "allerspätestens" soll andeuten, dass dem schon viele andere vorhergegangen sind. Das also Ellie das Sahnehäubchen war :)

Im Rest stimem ich dir zu: Abgesehen von Sotries, in denen das Geschlecht für den Plot eine Rolle spielt, sollte egal sein, ob man Männlein oder Weiblein ist. Funktionieer bei Rollenspielen wie Skyrim oder Fallout ja wunderbar :)
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Master Chief 1978
#9 | 13. Jan 2016, 14:46
Zitat von Ann-Kathrin Kuhls:
Hallo ihr Lieben :)
Zur Frage, warum man das hervorheben muss, dass es Frauen in Spielen gibt: Ich würde nicht hervorheben sagen. Mir ist einfach aufgefallen, dass die Figuren in letzter Zeit komplexer geworden sind, und das gefällt mir gut. Und weil ich weiblich bin, freue ich mich, dass es in den vergangenen Jahren gleichzeitig auch mehr Frauen geworden sind. Beziehungsweise, dass mehr Geschichten erzählt werden, in denen Frauen vorkommen.


Was mit Sicherheit daran liegt das man bei den Publishern und Entwicklern gemerkt hat das Frauen/Mädchen sich mittlerweile auch gerne mit Videospielen beschäftigen. Gewinn, Gewinn und nochmal Gewinn. Was anderes interessiert die Meisten ja leider nicht mehr.

Schlecht ist der Trend aber deswegen natürlich nicht und du sollst dich natürlich auch darüber Freuen dürfen! Und ein GTA mir einer Weiblichen Protagonistin würde ich übrigens auch begrüßen!
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Kinta
#10 | 13. Jan 2016, 15:03
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