Mafia 3 - Disclaimer im Spiel begründet die Darstellung von Rassismus

Mafia 3 erzählt die Geschichte des schwarzen Kriegsheimkehrerers Lincoln Clay, der sich in einer fiktiven Version von New Orleans unter anderem mit rassistischen Beleidigungen konfrontiert sieht. Ein Statement der Entwickler hierzu befindet sich direkt im Spiel.

von Dom Schott,
08.10.2016 09:45 Uhr

Mafia 3 - Trailer zeigt explosiven Rachefeldzug Mafia 3 - Trailer zeigt explosiven Rachefeldzug

Wer Mafia 3 bereits angespielt oder einen der zahlreichen Trailer gesehen hat, wird es bereits bemerkt haben: Die Spielwelt reagiert immer wieder auf das Erscheinen von Lincoln, der entweder freundlich begrüßt, gemieden oder von vornehmlich weißen Bewohnern der Stadt rassistisch beleidigt wird. Eine große Bandbreite an Schmähungen oder Beleidigungen prasseln auf den Kriegsheimkehrer heim, während er Straßen überquert oder an Polizeistationen vorbeiläuft.

Um ihre Haltung gegenüber rassistischen Beleidigungen und der Darstellung von Rassismus unmissverständlich klar zu machen, haben die Entwickler direkt zu Spielbeginn prominent einen Disclaimer platziert, der zudem auch begründet, warum die Beleidigungen überhaupt ihren Weg ins Spiel gefunden haben.

Mit deutlichen Worten distanziert sich Hangar 13 von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, betont aber gleichzeitig, dass diese Darstellungen wichtig sind, um die Lebenswelt von Lincoln Clay korrekt darzustellen. Jede andere Entscheidung wäre zudem ein schamloses Übergehen und Ausklammern des real existierenden Rassismus gewesen, mit dem sich noch heute täglich unzählige Menschen konfrontiert sehen. Eine schöne, gut durchdachte Geste des Entwicklerteams, das sich der Tatsache bewusst ist, dass Spiele nicht in einem politischen Vakuum entstehen.

Ein erstes Fazit zu Mafia 3 findet ihr auf dem Schreibtisch von Tim. Nächste Woche folgt dann der finale Test.


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