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Auf geht's

Seite 3: Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain im Test - Schlange + Sandkasten = Riesenspaß!

Hühnerhaube für Schleichlegastheniker

Bei den ganzen Open-World-Möglichkeiten bleibt das Spielgefühl aber nicht auf der Strecke. Im Gegenteil: Immer noch stehen uns die Schweißtropfen auf der Stirn, wenn wir uns in ein gegnerisches Lager einschleichen müssen - denn die vorsichtige Variante ist in The Phantom Pain meistens die bessere.

Das liegt vor allem an der sehr guten KI. Wenn Gegner ein verdächtiges Geräusch hören, suchen sie die Umgebung ab; entdecken sie uns, rückt sofort Verstärkung an. Dabei ist es ganz entscheidend, ob wir unseren Vorstoß bei Tag oder bei Nacht wagen. In der Dunkelheit sind die Wachen gefühlt etwas aufmerksamer, können uns aber nicht so leicht entdecken. Am Tag haben wir dagegen zwar eine bessere Übersicht, die Gegner allerdings auch.

Auf Wunsch lässt sich mit den Waffen auch über Kimme und Korn zielen – speziell für präzise Schüsse eine willkommene Option. Auf Wunsch lässt sich mit den Waffen auch über Kimme und Korn zielen – speziell für präzise Schüsse eine willkommene Option.

Später rücken dann auch gepanzerte Einheiten an, die mit schwerer Rüstung und Schilden besondere Taktiken erfordern. An wenigen Stellen ärgerten wir uns beim Test über Feinde, die uns aus hundert Metern in geduckter Haltung sehen konnten, unfair wird The Phantom Pain aber nie.

Das liegt insbesondere am Reflex-Modus, der das Spielgeschehen für einige Sekunden verlangsamt, wenn wir entdeckt werden. Schaffen wir es in dieser Zeit, den aufmerksamen Bösewicht auszuschalten, entgehen wir der Alarmsirene und einem anstürmenden Großaufgebot der Feinde. Für alle Schleichlegastheniker gibt es zudem noch die optionale Hühnerhaube, die wir entweder direkt nach einem Neustart einer Mission oder nach ein paar Ableben übergestülpt bekommen können.

Damit entdecken uns die Feinde für einige Minuten überhaupt nicht und wir können problemlos knifflige Stellen passieren. Routinierte Spieler werden die Haube aber nicht brauchen, der Schwierigkeitsgrad ist sehr ausgewogen, beim Test fiel lediglich eine Mission mit einem Fahrzeugkonvoi sehr schwer und teilweise schon fast frustig aus.

Motivation für 100 Stunden

Zur spielerischen Abwechslung gesellt sich der enorme Umfang. Die knapp 50 Hauptmissionen haben einen hohen Wiederspielwert, denn nach dem ersten Durchlauf werden wie in Ground Zeroes zusätzliche Missionsunterziele freigeschaltet (darunter etwa »Rette alle Gefangene« oder »Werde nicht entdeckt«) - für alle, die auf der Jagd nach einem guten Missionsranking sind, ein absolutes Muss.

Neben den knapp 50 Hauptmissionen können wir in den Gebieten jederzeit über 150 Nebenmissionen aktivieren, die teils storyrelevant sind oder auf andere Weise geschickt ins Gameplaykonstrukt eingewoben wurden. Beispielsweise können wir anfangs die Gegner nicht verstehen, wenn wir sie von hinten packen und verhören.

Wenn sich Snake vorsichtig anschleicht, kann er Gegner packen und verhören – vorausgesetzt, die Dolmetscher-Nebenmission wurde erledigt.Wenn sich Snake vorsichtig anschleicht, kann er Gegner packen und verhören – vorausgesetzt, die Dolmetscher-Nebenmission wurde erledigt.

Erst mit der Entführung eines Dolmetschers aus einer Nebenmission bekommen wir verständliche Informationen von den Feinden. An anderer Stelle können wir einen legendären Waffenschmied finden und exfiltrieren. Ist das geschafft, kann Snake von da an seine Waffen modifizieren.

Überhaupt gibt es etliche Individualisierungsfunktionen: Seien es Farbmuster der Mother Base, ein eigenes Logo für die Söldnertruppe, die Farbe der Helikopter und Fahrzeuge, Anzüge von Begleitern, die Auswahl der Tageszeit vor einem Einsatz und vieles mehr. Und wer mit allen Missionen durch ist, kann sich beispielsweise noch auf die Jagd nach der Tierwelt machen, oder Luftabwehrstellungen zerstören, um neue Landeplätze für den Helikopter freizuschalten.

The Phantom Pain steckt voller liebenswerter Details (Fotos im Helikopter) und pfiffigen Ideen (Schnellreisesystem per Karton), von denen wir etliche erst nach dem Durchspielen entdeckten. Dazu kommt der Kojima-typische Humor. Allein die Schreigeräusche der armen Tröpfe am Fulton-Ballon sind spitze - oder natürlich der legendäre Pappkarton, der sich jetzt auch mit Postern halbnackter Frauen bekleben lässt. Realistisch ist das nicht, witzig schon.

Online-Modi
Neben der Einzelspieler-Offline-Kampagne bietet The Phantom Pain auch zwei Online-Modi. Beim ersten - dem FOB-Modus - kann man seine Basis auch online »zur Verfügung stellen«. Andere Spieler können dann unseren Stützpunkt angreifen und Materialien oder Gegenstände klauen. Wir selbst werden benachrichtigt und müssen dann in direkten Duellen den Angriff abwehren. Der zweite Modus (Metal Gear Online) ist dagegen vergleichsweise klassisch und teambasiert. Zwei Spielergruppen treten in Matchvarianten wie Team Deathmatch und Capture the Flag gegeneinander an. Beide Modi konnten wir beim Test allerdings noch nicht ausprobieren.

Mit a-ha im Helikopter

Auf der technischen Seite gibt es von Snakes Open-World-Ausflug (fast) nur Positives zu vermelden. Die beiden Open-World-Gebiete sind dank der Fox-Engine sehr groß und detailliert, können sich allerdings nicht annähernd mit der optischen Opulenz und Variation der Spielwelt von The Witcher 3: Wild Hunt messen. Dazu sind beide Areale trotz Feindbesiedlung und wilder Tiere schlicht zu leblos und eintönig.

Außerdem merkt man dem Titel an, dass es auch für die letzte Konsolengeneration entwickelt wurde, einige Texturen wirken grob, vor allem in der Entfernung nimmt die Detailzeichnung der Landschaften deutlich ab. Dafür läuft der Titel auf der PlayStation 4 mit zumeist 60 Bildern in der Sekunde, nur in vereinzelten Szenen kam es bei unserem Test zu minimalen Slowdowns. Die Xbox One-Version liefert eine etwas geringere Auflösung (900p), läuft aber ebenfalls die meiste Zeit ziemlich geschmeidig, weil ebenfalls 60 Bilder in der Sekunde erreicht werden.

Die Lichteffekte sind klasse. In der Nacht durchschneiden Lichtkegel von Taschenlampen und Scheinwerfern die Dunkelheit.Die Lichteffekte sind klasse. In der Nacht durchschneiden Lichtkegel von Taschenlampen und Scheinwerfern die Dunkelheit.

Die Charaktermodelle sind mit geschmeidigen Animationen und etlichen Details auf Anzügen und Rüstungen genau wie die Zwischensequenzen eine Klasse für sich, ebenso wie die fantastischen Licht- und Schatteneffekte bei den Nachteinsätzen. Auch die Wettereffekte finden wir klasse, in Afghanistan ziehen zum Beispiel Sandstürme durch die Landschaft (perfekt für Schleichmissionen), in Afrika müssen wir mit Platzregen rechnen. Auf der Soundseite gefallen besonders die hervorragende englische Vertonung samt deutscher Untertitel (u.a. mit Kiefer Sutherland als Snake) und die mal subtile, mal gewaltig-pushende Musikuntermalung.

Wer in Afghanistan und Afrika die Augen offen hält, stolpert zudem über Musikkassetten mit Hits aus den Achtzigern. Und mal ganz ehrlich. An Bord eines Helikopters unter den Klängen von Europes »Final Countdown« oder a-has »Take on Me« ein Zielgebiet anzufliegen, gehört schon jetzt zu unseren coolsten Spielerlebnissen der letzten Jahre.

Metal Gear Solid 5 - So viel Unsinn steckt im Spiel 5:05 Metal Gear Solid 5 - So viel Unsinn steckt im Spiel

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