Mittelerde: Mordors Schatten - Dubiose Werbe-Deals für YouTuber

Rund um die Vermarktung von Mittelerde: Mordors Schatten über Video- und Streaming-Plattformen gab es offenbar einige fragwürdige Abmachungen zwischen YouTubern und einer Social-Marketing-Firma.

von Tobias Ritter,
09.10.2014 12:00 Uhr

Eine mit der Vermarktung von Mittelerde: Mordors Schatten beauftragte Social-Marketing-Firma hat aktuellen Berichten zufolge auf einige fragwürdige Praktiken zurückgegriffen.Eine mit der Vermarktung von Mittelerde: Mordors Schatten beauftragte Social-Marketing-Firma hat aktuellen Berichten zufolge auf einige fragwürdige Praktiken zurückgegriffen.

Plaid Social, der Social-Marketing-Partner des Publishers Warner Bros. für Mittelerde: Mordors Schatten, ist für seinen Umgang mit potentiellen Streaming- und YouTube-Partnern in die Kritik geraten. Offenbar hat das Unternehmen YouTube-Kommentatoren und Streamer, die über das Action-Adventure berichten wollten, mit strengen Auflagen belegt.

Wie der Journalist Jim Sterling in der neusten Ausgabe seines Video-Formats Jimquisition berichtet, verpflichten sich die YouTuber mit dem Vertrag unter anderem dazu, ihre Zuschauer von einem Kauf des Spiels zu überzeugen. Außerdem dürfen und müssen ein YouTube-Video, ein Live-Steam und ein Twitter- oder Facebook-Post zur Unterstützung der Videos veröffentlicht werden. Innerhalb der Videos müssen darüber hinaus sogenannte Call-To-Actions, also konkrete Handlungsaufforderung an die Kunden, und ein Link zur offiziellen Webseite von Mittelerde: Mordors Schatten untergebracht werden.

Außerden sollen alle Videos ein positives Gefühl im Bezug auf das Spiel hinterlassen. Die YouTuber und Streamer werden also explizit dazu aufgefordert, ausschließlich positiv über Mittelerde: Mordors Schatten zu berichten. Bugs oder Glitches, die noch vorhanden sind, dürfen nicht gezeigt werden.

Etwas verwirrend ist die Aufforderung, weder die Bücher noch die Filme zu Der Herr der Ringe oder Der Hobbit zu nennen. Auch die darin vorkommenden Charaktere sollen nicht erwähnt werden.

Auch die Inhalte der Videos werden von Plaid Social offenbar streng reglementiert. So soll etwa stets das Nemesis-System im Vordergrund stehen. Und auch die Action im Spiel darf nicht unerwähnt bleiben. Zu guter Letzt behält sich das Unternehmen zudem einen finalen Blick auf jegliche Videos vor, bevor diese überhaupt veröffentlicht werden dürfen.

Der Bericht von Sterling basiert übrigens auf einem Original-Vertrag, der ihm offenbar vorliegt.

Erstmals auf die dubiosen Geschäftspraktiken von Paid Social hingewiesen hat zuvor übrigens bereits TotalBiscuit. Der bekannte YouTuber brachte den Stein ins Rollen, indem er eine Konversation zwischen ihm und dem Warner-Bros.-Parner öffentlich machte. Darin wurden YouTuber dazu aufgefordert, einen sogenannten Paid-Brand-Deal mit Paid Social einzugehen, der die Veröffentlichung von Videomaterialien unter strenge Auflagen stellen würde.

YouTubern wie TotalBiscuit, die auf dieses Angebot nicht eingingen, wurde die Zusendung eines Review-Exemplars von Mittelerde: Mordors Schatten verwehrt. Wer dennoch Videos aus dem Spiel auf YouTube einstellte, wurde mit Copyright-Claims belegt.

Mittelerde: Mordors Schatten - Ingame-Trailer: Talions mächtige Feinde Mittelerde: Mordors Schatten - Ingame-Trailer: Talions mächtige Feinde

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