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PlayStation 3-Generalschlüssel - Analyse - Was den Hack für Sony und uns so schlimm macht.

Vier Jahre hat es gedauert, bis der Kopierschutz der PlayStation 3 geknackt wurde. Wir klären, warum jetzt eine Welle der Raubkopien droht und was ehrliche Spieler befürchten müssen.

von Daniel Raumer,
18.01.2011 15:30 Uhr

PlayStation 3PlayStation 3

»Der Unterschied zwischen einem Hacker und einen Konsumenten ist, dass der Konsument sagt: „Ich wünschte, dass würde so funktionieren.“ Der Hacker sagt: „Ich habe einen Schraubenzieher und ein paar Minuten Zeit.“« Dieses Zitat des amerikanischen Programmierers und Buchautors Rael Dornfest bringt das Selbstverständnis der Hacker auf den Punkt. Verklärt sehen sie sich als harmlose Bastler, die Software so abändern, dass sie offener und veränderbar wird. Aus Spaß oder sportlichem Ehrgeiz wühlen sie sich tief durch Programmzeilen, um sich Zugang zu verschaffen. Über die Folgen ihres Handelns machen sie sich keine Gedanken - oder wollen sie sich keine machen.

So ist es bisher immer nur eine Frage der Zeit gewesen, bis Elektrogeräte wie seinerzeit die erste PlayStation oder kürzlich Apples iPhone geknackt wurden. Für sich genommen ist das auch noch kein Problem, allerdings legen diese Hacker eben auch Hintertüren offen, die eine kriminelle Nutzung möglich machen - dann spricht man von sogenannten Crackern. Bei Spielkonsolen geht es natürlich in erster Linie darum, Spiele raubzukopieren. Das Betriebssystem des Gerätes soll so abgewandelt werden, dass es auch illegal kopierte Software abspielt.

Seit ihrem Erscheinen im November 2006 (Europa: März 2007), galt Sonys Konsole PlayStation 3 als sicheres System. Nutzer konnten nur Original-Software abspielen, Raubkopien gab es nicht. Im vergangenen Jahr tauchten zwar sogenannte Jailbreaks auf, die den Sicherheitsmechanismus überlisteten, die waren allerdings extrem teuer: Happige 170 US-Dollar kostete ein speziell programmierter USB-Stick. Binnen kürzester Zeit schob Sony per Firmware-Aktualisierung dieser Methode aber wieder einen Riegel vor.

Kurz vor Jahresfrist folgte dann aber eine Meldung, die aufgrund der Feiertage anfangs beinahe unterging: Auf dem 27. Chaos Communication Congress (27C3), einer Veranstaltung des Chaos Computer Clubs, zeigten Hacker, dass sie die PlayStation-Verschlüsselung geknackt haben. Die Programmierer haben es sogar geschafft, den kompletten Programmcode offenzulegen, so dass sie an eine geheime Signatur von Sony kamen. Diese ist - vereinfacht ausgedrückt - ein digitales Wasserzeichen, das der PlayStation 3 signalisiert, dass es sich um autorisierte Software handelt. Damit ist es möglich, jedes Programm so zu signieren, dass die Konsole es als »echt« anerkennt. Die Hacker haben nun gewissermaßen einen Generalschlüssel für die PlayStation 3 in der Hand.

Ursache für den gelungenen Hackversuch ist eine kleine Schlamperei seitens Sony bei der Erstellung des Kopierschutzes. Die entsprechende Formel basiert auf einer zufällig generierten Nummer - ein gängiges Schutzverfahren, denn so müssen Hacker alle Möglichkeiten durchrechnen. Mit jeder Stelle der Zufallszahl erhöht sich die Anzahl der möglichen Kombinationen um ein Vielfaches. Selbst moderne Rechner bräuchten Jahre, um mit der so genannten »brute force«-Methode alle auszuprobieren. Die Techniker bei Sony machten aber den folgenschweren Fehler, für unterschiedliche Untersysteme immer die gleiche Zahl zu nehmen. So konnten die Hacker diese Zufallskonstante einfach aus der Formel herausrechnen.

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