Pokémon Go - Leichtsinnige Spieler betreten Minenfeld und Truppenübungsplätze

Minenfelder und scharfe Munition: Auf der Suche nach neuen Pokémon blenden viele Spieler von Pokémon Go offenbar tatsächliche Gefahren in der Realität aus. In den letzten Tagen gab es gleich mehrere lebensgefährliche Vorfälle - auch in Deutschland.

von Tobias Ritter,
20.07.2016 17:28 Uhr

Im ehemaligen jugoslawischen Kriegsgebiet warnen eigentlich Schilder vor gefährlichen Minenfeldern. Einige Spieler von Pokémon Go haben sich davon aber offensichtlich nicht abschrecken lassen.Im ehemaligen jugoslawischen Kriegsgebiet warnen eigentlich Schilder vor gefährlichen Minenfeldern. Einige Spieler von Pokémon Go haben sich davon aber offensichtlich nicht abschrecken lassen.

Dass sich manche Spieler von Pokémon Go nicht sonderlich clever verhalten, dürfte sich bereits herumgesprochen haben. Da wäre zum Beispiel der Autofahrer aus den USA, der beim Spielen einen parkenden Streifenwagen rammte. Oder die beiden Männer, die bei der Pokémon-Suche eine Klippe hinab gestürzt sind.

Wobei derartige Fauxpas selten am Spiel selbst, sondern eher an den Nutzer liegen.

In Bosnien-Herzigowina wäre ihr kurzsichtiges und realitätsfernes Verhalten nun allerdings fast einigen Menschen zum Verhängnis geworden. Offenbar haben dort nämlich einige Pokémon-Fans auf der Jagd nach den virtuellen Taschenmonstern auch vor den vielen Minenfeldern in der Region nicht haltgemacht, so dass sich Medien und Fachorganisationen in Sarajevo nun zu folgendem Hinweis gezwungen sahen:

"Wir bitten die Bürger, die aufgestellten Tafeln wegen der Minengefahr zu beachten."

Seit dem Bürgerkrieg zwischen 1992 und 1995 werden in Bosnien-Herzigowina auf schätzungsweise 1.100 Quadratkilometern noch verborgene Minen vermutet. Nach dem Kriegsende wurden bereits mehr als 3.000 Quadratkilometer »entmint«.

Pokémon GO
Genre: Adventure
Release: 13.07.2016

Leichtsinn auch in Deutschland

Doch auch in Ländern ohne derartige Kriegs-Überbleibsel leben Pokémon-Trainer gefährlich, wenn sie nicht aufpassen. Erst am Dienstag wurde in Indonesien ein 27-Jähriger Franzose auf einer Militärbasis auf Java festgenommen. Er war eigenen Angaben zufolge bei der Pokémon-Jagd versehentlich auf das Gelände geraten. Nach einem mehrstündigen Verhör wurde er wieder freigelassen.

Auch in Deutschland gibt es solche Fälle. Auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr im niedersächsischen Bergen griff der Wachdienst drei Spieler in einem eigentlich abgeriegelten militärischen Sperrgebiet auf. Dummerweise wurde dort gerade eine Übung mit scharfer Munition abgehalten - der Zwischenfall verlief für die drei Pokémin-Jäger jedoch glimpflich. Ihnen droht nun allerdings eine Geldbuße wegen unbefugten Betretens einer militärischen Anlage.

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