Pro Evolution Soccer 4 im Test

Adi Preißler sagte nur die halbe Wahrheit: Beim Fußball zählt es auch »neben dem Platz« - zumindest bei Videospielen mit diesem Thema. Hat Konami also mehr Lizenzen herangeschafft? Ist die Präsentation besser? Wir liefern Antworten.

von Benjamin Blum,
07.08.2006 13:33 Uhr

Armes Real Madrid: Da kaufen sich die »Galaktischen« ausnahmsweise einen starken Verteidiger, und haben dann gleich doppeltes Pech. Im richtigen Leben hat sich der Engländer Woodgate verletzt, bei PES 4 ist er gar nicht dabei – der Transfer fand erst nach dem Stichtag der Programmierer statt. Alle wichtigen Einkäufe, die davor getätigt wurden, sind bei Pro Evo 4 aber berücksichtigt: Deco zaubert bereits für den FC Barcelona und Edgar Davids grätscht für Inter Mailand. Neben aktuellen Spielerdaten wurde für die Neuauflage des Fußballkrachers vor allem am Thema »Originallizenzen« gearbeitet: Die Ligen aus Spanien, Italien und Holland bieten alle Originaldaten (also sämtliche Teams mit echten Namen und Trikots). Die Vereine aus Deutschland, England und Frankreich sind ebenfalls komplett vertreten, allerdings sind hier nur die Spieler und deren Gesichter echt. Chaotisch geht es weiterhin beim Thema Nationalmannschaften zu: Ein knappes Drittel der Teams läuft mit Fantasienamen auf, der Rest mit den echten Bezeichnungen. Immerhin sind nun die Letten mit an Bord, damit die EM-Endrunde realistisch nachgespielt werden kann. Im Bereich »Lizenzen« hat Konami also gute Fortschritte gemacht, es gibt aber noch einiges zu tun.


Genre: Sport
Release: 12.10.2004

Passe deinem Übernächsten

Weitaus weniger gibt es in Sachen Spielmechanik zu tun: Pro Evolution Soccer 4 ist auch in diesem Jahr wieder das realistischste Fußballspiel überhaupt. Im Vergleich zum Vorgänger gibt es einige Neuerungen, die das Geschehen auf dem Platz sogar noch realitätsnäher wirken lassen: Das Kurzpassspiel wurde beispielsweise um eine sinnvolle Variante erweitert. Drückt ihr die Taste für einen kurzen Pass nur leicht, spielt ihr den Ball zum nächsten Mitspieler. Drückt ihr die Taste dagegen fest, kommt der Pass zum übernächsten bzw. am weitesten entfernten Mannschaftskameraden. So gestaltet ihr die Ballstafetten im Mittelfeld noch abwechslungsreicher. Das wird dadurch erleichtert, dass kurze Pässe nun etwas strammer sind und der Ball nicht so oft verhungert, auch Steilpässe in die Spitze kommen wesentlich straffer. Das beste Passsystem würde aber nichts nützen, wenn die Ballphysik nicht stimmt. Zum Glück ist auch hier bei PES 4 alles im Lot: Das Leder springt physikalisch korrekt durch die Gegend, was gerade vor dem Tor für haarsträubende Situationen sorgen kann. Die Schüsse auf den Kasten sind diesmal sehr unterschiedlich: Mal gibt es schwache Kullerbälle, mal echte Granaten. Der Torwart reagiert darauf meist sehr realitätsnah, zeigt aber manchmal KI-Aussetzer: Ihr könnt den Keeper sehr leicht umkurven, außerdem lässt er den Ball schon mal seelenruhig an den Pfosten kullern. Weitaus beweglicher zeigen sich da die Feldspieler, die neue Aktionen dazugelernt haben: Sie legen den Ball mit der Brust einem Mitspieler vor oder pflücken die Kugel mit einem beherzten Kung-Fu-Tritt direkt aus der Luft.


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